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Ein gebratener Osterhase?

Zeichnung: Osterhase im KäfigBald kommt er wieder bei den Menschen vorbei und bringt ihnen zu Ostern Süsses: der Osterhase. Früher eine Legende, heute eher ein Werbeobjekt, das den Warenhäusern Geld in die Kassen schwemmt. Doch über die Ladentische gehen nicht nur Schokohasen, sondern auch Hasenbraten. Von einem Leben auf einer grünen Wiese wie der Osterhase in der Werbung können diese für den menschlichen Verzehr und für die Pelzindustrie bestimmten Hasen jedoch nur träumen.

In verdreckten Kastenkäfigen vegetieren sie in Einzelhaft oder zusammen auf engstem Raum vor sich hin. Die Hasen in der EU (vor allem in Osteuropa) wissen nicht, wie sich sauberer Boden anfühlt und wie saftiges Gras schmeckt. Nach einigen Monaten werden sie in enge Transportboxen gezwängt und – manchmal stundenlang – ohne Futter und Wasser zum Schlachthof gefahren. Dort zerrt man sie heraus, hängt sie an den Hinterbeinen auf und betäubt sie. Oftmals wird die Betäubung aber falsch oder sogar überhaupt nicht durchgeführt. Deshalb kann es vorkommen, dass die Hasen bei lebendigem Leib geschlachtet werden. Man zieht ihnen das Fell über die Ohren, das als Mantelbordüre, Schuhbordüre oder Accessoire endet. Das Fleisch wird grösstenteils exportiert, unter anderem auch in die Schweiz (2006: 2258 t), wo es dann sauber abgepackt in den Kühlregalen der Läden steht. Und keiner der Käufer macht sich Gedanken darüber, was für ein unermessliches Leid dahintersteckt.

Hasen in normaler KäfighaltungDoch auch die Haltungsbedingungen für Schweizer Hasen sind nicht viel besser. Die sogenannten Kastenkäfige, in denen die Hasen einzeln gehalten werden, bieten ihnen weder Abwechslung noch genügend Platz. Kein Wunder, dass Hasenmütter unter solchen Bedingungen Störungen entwickeln und ihre eigenen Jungen auffressen. Doch für solche schrecklichen Zustände, die hierzulande nicht nur bei der Hasenhaltung herrschen, hat die Politik kein Gehör.
Zwar bemüht sich die Organisation Kagfreiland, artgerechtes Kaninchenfleisch zu verkaufen, jedoch ist dieses in keinem Supermarkt zu finden. Ausserdem enden die Freiland-Hasen wie alle anderen: im Schlachthof, nach einem stressigen Transport. In der Schweiz werden jährlich immer noch rund 434000 Hasen (2006) geschlachtet.
Die einzige Alternative zu diesem Wahnsinn ist – logischerweise – die vegetarische Ernährung.

Melanie Reinhardt

Quellen:
– Fleischstatistik 2006, Bundesamt für Statistik; Kaninchenfleischproduktion 2006, Bundesamt für Statistik
www.tierrechteportal.de/IstZustand/frames.php?url= Kaninchen.html