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Die SVV heisst jetzt: Swissveg
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Die Menschen kommen zuerst

Behauptung: Solange es auf der Welt so viel menschliches Leid gibt, ist es geradezu unverantwortlich, unsere Energie mit Fragen in Bezug auf die richtige Behandlung von Tieren zu vergeuden. Zunächst müssen einmal die viel wichtigeren menschlichen Probleme gelöst werden. Danach können wir uns dann auch mit Fragen hinsichtlich des richtigen Umgangs mit Tieren befassen.

Schwein im StallRichtigstellung:

  1. Man frage jene, die das Menschen-zuerst-Argument propagieren, welches Engagement für Menschen ihnen denn keine Zeit mehr für Tiere lasse. Verlegene Ausflüchte werden die Folge sein!
    Wer sich nicht der Mühe unterzieht, die wirkliche Situation der Tiere, d.h. die diesbezüglich relevanten Fakten kennenzulernen, der kann überhaupt nicht beurteilen, ob es sich hier um weniger wichtige Probleme als bei Menschen handelt. (Peter Singer)
  2. Wenn man sich diejenigen Menschen näher ansieht, die auf der grösseren Wichtigkeit der menschlichen Probleme beharren, so stellt man fest, dass diese Argumentation offenkundig nur als Ausrede und Entschuldigung dafür herhalten muss, weder für Menschen noch für Tiere etwas zu tun. (Peter Singer)
  3. Im gesamten Bereich gemeinnütziger Tätigkeiten ist die Aufgabenteilung sinnvoll und selbstverständlich. So wird etwa niemand einer Museumsgesellschaft den Vorwurf machen, sich nur um alte Kunst und nicht auch um alte Menschen zu kümmern. (Gotthard M. Teutsch) Deshalb ist es nicht nur legitim, sondern sogar absolut notwendig, dass es Menschen gibt, die sich besonders um die Probleme in Bezug auf Tiere kümmern und hier Informations- und Aufklärungsarbeit leisten.
  4. Eine absolute Prioritätensetzung, wonach nachgeordnete Werte erst nach der vollen Verwirklichung der übergeordneten Werte angestrebt werden dürfen, ist unsinnig, unmenschlich und unmoralisch. Entsprechend einer solchen absoluten Prioritätensetzung wäre es nicht nur unmoralisch, irgendetwas für Tiere zu tun, solange es noch irgendwo einen leidenden Menschen gibt; folgerichtig dürfte sich auch der Arzt nur noch um Schwerkranke, der Lehrer nur noch um Sorgenkinder und die Justiz nur noch um Kapitalverbrechen kümmern. Auch dürften wir Fremden erst helfen, nachdem in Familie, Nachbarschaft undBekanntenkreis alle Bedürfnisse voll befriedigt sind. (Gotthard M. Teutsch) «Zweitwichtigstes so lange zu unterlassen, bis alles Wichtigere sich erledigt hat,wäre das Ende aller Kultur.» (Robert Spaemann)
  5. Es geht nicht nur um abstrakte Prioritäten, sondern auch darum, wo wir Unrecht und Leiden konkret begegnen. So wäre es zum Beispiel wohl ein eigenartigesVerhalten, wenn wir zu einem Unfall kämen und dem Verletzten die Hilfe mit der Begründung versagten: «Anderswo gibt es noch Wichtigeres zu tun.» (Beispiel nach Mary Midgley) Mit Problemen in Bezug auf Tiere werden wir aber jeden Tag konkret konfrontiert: Jedes Mal wenn wir Fleisch essen, unterstützen wir damit den sinnlosen und grausamen täglichen Massenmord an unschuldigen Tieren.

Helmut F. Kaplan

Dies ist ein Auszug aus dem vergriffenen rororo-Taschenbuch «Leichenschmaus – Ethische Gründe für eine vegetarische Ernährung» von Helmut F. Kaplan, ISBN 3-499-19513-5, Seite 187f.

Wurden auch Sie mit Vorurteilen/Behauptungen gegen die vegetarische Ernährung konfrontiert, die Sie in dieser Serie behandelt haben möchten?
Dann schreiben Sie uns: svv@vegetarismus.ch

Homepage des Autors:
www.tierrechte-kaplan.ch
Erfahren Sie auch mehr über das Vorurteil: «Vegetarier sind nur gesünder, weil sie weniger Alkohol trinken, weniger Zigaretten rauchen, sich mehr bewegen usw



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