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Geld oder Gesundheit

Eine Verlängerung der Nahrungskette über das Tier ist nicht nur eine riesige Verschwendung von kostbaren Nahrungsmitteln und wirtschaftlich nur mit immensen Subventionen machbar, sondern auch zerstörerisch für die menschliche Gesundheit, die Umwelt und natürlich die Tiere.

Subventionsgelder sind ein oft diskutiertes Thema. Zu viel Geld wird für zu wenige Leute ausgegeben. Was aber, wenn die Bevorzugung gewisser Industriezweige nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesundheitliche Probleme mit sich bringt?

In den USA ist derzeit ein neues Gesetz in Verhandlung, das sogenannte «Farm Bill» (Bauerngesetz). Diese Bestimmung soll die Ernährungsvorschriften in amerikanischen Schulen regeln und aufzeigen, welche Ernährungsempfehlungen weitergegeben werden können und welche nicht. Aufgrund des Farm Bill sollen dann Subventionen von mehreren Milliarden Dollar an die grossen Landwirtschaftsbetriebe ausbezahlt werden, die damit vermehrt Futtermittel für «Nutztiere» produzieren können.

Gegen dieses geplante Gesetz hat PCRM nun eine Kampagne gestartet, denn die Ärzteorganisation ist nicht damit einverstanden, dass die Regierung auf diese Weise die Produktion von Fleisch- und Milchprodukten zusätzlich fördert. Denn genau diese Nahrungsmittel sind nachweislich für zahlreiche chronische Krankheiten und die ständig wachsende Fettsucht der Bevölkerung verantwortlich.
Die SVV hat diese Nachricht zum Anlass genommen, um einmal die schweizerische Subventionspolitik genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei mussten wir feststellen, dass die gleiche Bevorzugung der tierischen Produktion auch in der Schweiz stattfindet – und das entgegen den Ernährungsempfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit.

Ernährungsempfehlungen des Bundes

Nahrungsmittelpyramide

Offensichtlicher Widerspruch auch in der Schweiz

Die vom Bund empfohlene Nahrungsmittelpyramide veranschaulicht deutlich, in welcher Menge die unterschiedlichen Nahrungsmittel konsumiert werden sollten, damit sie zum Wohlbefinden beitragen. Die Basis der Pyramide bilden dabei Früchte, Gemüse und Getreideprodukte. Milch- und Fleischprodukte oder Soja sowie Fette, Öle, zucker- und alkoholhaltige Lebensmittel sollten hingegen weniger konsumiert werden.
Im Widerspruch zu diesen Ernährungsempfehlungen des BAG handelt dann aber das Bundesamt für Umwelt, welches unter anderem für die Auszahlung der Subventionen an die Schweizer Landwirtschaft zuständig ist. Das BAFU begünstigt mit mehr als 80% der Gelder, die der Bund für die Absatzförderung ausgibt, die Milch- und Fleischindustrie. Mit insgesamt 14% wird der Absatz von zucker-, alkohol- und fetthaltigen Produkten gefördert. So bleiben für die gesamte Früchte-, Gemüse- und Getreideversorgung zusammen gerade einmal 6% der Gelder übrig. Diese offensichtliche Bevorzugung der tierischen Nahrungsmittelindustrie steht im krassen Widerspruch zu den Ernährungsempfehlungen des BAG. Denn damit wird nicht die Herstellung von empfehlenswerten Nahrungsmitteln gefördert, sondern es werden Produkte mit dem Anreiz von hohen Fördergeldern unterstützt, die für viele gesundheitliche Probleme verantwortlich sind. Anstatt die attraktiven Zuschüsse für die Milch- und Fleischproduktion zu senken und den Landwirten den Anbau von verschiedenen neuen und alten Gemüsesorten, Früchten und Getreide schmackhaft zu machen, hält der Bund weiterhin an seiner nicht mehr zeitgemässen Subventionspolitik fest und nimmt so die stetig abnehmende Volksgesundheit in Kauf.

Subventionsschwerpunkte des Bundes

Tropfen auf den heissen Stein

Zwar hat der Bund das Problem der explodierenden Gesundheitskosten erkannt und bemüht sich nun darum, die Bevölkerung für die Grundlagen einer ausgewogenen Ernährung zu sensibilisieren. Dafür müssen im Gegenzug wiederum Steuergelder in verschiedene Kampagnen investiert werden – aktuell zum Beispiel «5 am Tag». Doch angesichts der ständig präsenten Milch- und Fleischwerbung (deren Werbebudget um einiges grösser ist) und den übervollen Regalen mit zuckersüssen und geschmacksverstärkten Produkten ist es für den gewöhnlichen Konsumenten eine enorme Herausforderung, den Verlockungen zu widerstehen und auf naturbelassene Nahrungsmittel zurückzugreifen. Eigentlich wissen ja die meisten Menschen, wie man sich gesund ernähren sollte, aber die immer wieder neuen Milchkreationen werden einem durch die Werbung nun mal attraktiver gemacht als ein gewöhnlicher Apfel.

Dabei bietet uns die Natur eine Fülle von aussergewöhnlichen und abwechslungsreichen Spezialitäten. Weshalb wird den Schweizer Bauern nicht mehr Anreiz gegeben, damit sie sich vermehrt auf die nachhaltige Förderung von innovativen Pflanzen- und Obstkulturen spezialisieren?

Eine sichere Zukunft

Dass die Subventionspolitik auf wackeligen Beinen steht, wird immer offensichtlicher. Es ist nur eine Frage der Zeit, wie lange der Staat es sich noch leisten kann, mit Steuergeldern einen ansonsten unrentablen Industriezweig zu unterstützen.
Früher oder später muss es zu einem Umdenken kommen. Besser ist es also, sich schon frühzeitig mit einer alternativen Einnahmequelle zu beschäftigen, die weder der Gesundheit, noch dem Klima oder den Tieren Schaden zufügt.

Bernadette Raschle