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Weshalb sind Vegetarier gesünder?

Behauptung: Vegetarier seien nur gesünder, weil sie weniger Alkohol trinken, weniger Zigaretten rauchen, sich mehr bewegen usw.
Dies ist das beliebteste und am weitesten verbreitete Vorurteil vieler Fleischesser (und noch mancher Ernährungsberater und Ärzte).

Schlechte Studien

Was ist der Hintergrund? Nicht alle Ernährungsstudien sind gut gemacht. Bei manchen werden Faktoren wie Rauchverhalten oder körperliche Betätigung nicht mit berücksichtigt. Wenn man aber über etwas nichts weiss, heisst dies nicht, dass man dies nach Belieben so auslegen darf, wie man gerade Lust hat. Man müsste also ehrlicherweise sagen, dass diese Studien die effektiven Gründe für die bessere Gesundheit der Vegetarier nicht erkennen lassen. Die Fleischesser haben es aber so ausgelegt, als wäre damit bewiesen, dass die vegetarische Ernährung keinen Einfluss auf die Gesundheit hat, was natürlich völlig unwissenschaftlich ist. Wenn man gewisse Faktoren nicht untersucht hat, kann man über deren Einfluss auch keine Aussage machen.
Solche minderwertigen Studien sind deshalb eher ein Armutszeugnis der Wissenschaftler als ein Beweis, dass die vegetarische Ernährung keine Vorteile bringt.

Gute Studien

Es gibt aber auch viele Studien, die den Lebensstil mit einbezogen haben.
Die bekanntesten sind die im «matched pair»-Verfahren durchgeführten.1 Dabei untersucht man die Menschen immer paarweise. Jedes Paar macht in etwa gleich viel Sport, beide sind Raucher bzw. Nichtraucher usw. Also so, dass möglichst nur noch die Ernährung den Hauptunterschied darstellt.
Damit konnte man feststellen, dass die vegetarische Ernährung tatsächlich unabhängig von allen anderen Faktoren einen gesundheitlichen Vorteil bringt.
Was hierbei jedoch ausgeschlossen wird, ist ein möglicher Einfluss der vegetarischen Ernährung auf die Lust zum Drogenkonsum oder auf sportliche Betätigung: Könnte es sein, dass man bei vegetarischer Ernährung weniger Lust auf einen übermässigen Konsum von Drogen (z.B. Tabak und Alkohol) hat? Oder könnte ein möglicherweise gesteigertes körperliches Wohlbefinden zu einer grösseren Lust, sich sportlich zu betätigen, führen?
Der positive Effekt der vegetarischen Ernährung wäre dann noch grösser, als es solche modernen Studien erkennen könnten.

Mehr Früchte oder weniger Fleisch?

Ein sehr ähnliches «Argument» ist, dass Vegetarier nicht wegen dem Verzicht auf den Fleischkonsum gesünder seien, sondern weil sie mehr Gemüse und Früchte essen als Fleischkonsumenten. Bei diesem «Argument» merkt man aber schnell, dass hier der Gedanke nicht zu Ende geführt wurde: Wenn jemand kein Fleisch konsumiert, muss die Person entweder hungern oder von anderen Nahrungsmitteln mehr konsumieren. Es ist deshalb sehr nahe liegend, dass Vegetarier automatisch mehr Früchte oder Gemüse konsumieren, weil ihr Magen nicht schon vom Fleisch voll ist. Der höhere Konsum gesunder pflanzlicher Nahrungsmittel ist deshalb eine direkte Folge des Verzichtes auf das Fleisch (ausser man würde das Fleisch ausschliesslich durch andere tierische Nahrungsmittel ersetzen). Diese beiden Dinge voneinander trennen zu wollen, nur um der vegetarischen Ernährung nicht auch diesen Pluspunkt zu gönnen, bedarf schon einiges an Gedankenakrobatik.

Renato Pichler

Wurden auch Sie mit Vorurteilen/Behauptungen gegen die vegetarische
Ernährung konfrontiert, die Sie in dieser Serie behandelt haben möchten?
Dann schreiben Sie uns: svv@vegetarismus.ch

 

1 Solche Studien gibt es schon lange. Zum Beispiel die Berliner Vegetarier-Studie, veröffentlicht in: Aktuelle Ernährungsmedizin Nr. 14 (1989), Seiten 32–39

Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 12.1.2012

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