Kopf SVV-Mitgliedschaft Breite einstellen

Die SVV heisst seit 2014: Swissveg

Unsere neue Homepage finden Sie hier: www.swissveg.ch


Seite veraltet!
Diese Seite wird nicht mehr aktualisiert! Unsere aktuellen Infos finden Sie auf unserer neuen Homepage: Swissveg.


Organisationen-Porträt
In dieser Serie stellen wir Ihnen Organisationen aus dem Bereich Ernährung, Tierschutz und Umweltschutz vor. Wir zeigen deren Verhältnis zur vegetarischen Lebensweise in Worten und Taten auf.

Logo Schweizerische Gesellschaft für Ernärhung (SGE)

Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE)

Die SGE ist die einflussreichste Ernährungsorganisation der Schweiz. Sie berät das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und erhält von ihm Aufträge. Unter anderem ist die SGE auch für die aktuelle Lebensmittelpyramide verantwortlich, die der Schweizer Bevölkerung in einfacher Form eine Richtlinie geben soll, wie sie sich ernähren sollte. Ausserdem ist sie Herausgeberin der Schweizer Nährwerttabelle (zusammen mit dem BAG und der ETH Zürich).

Finanzierung

Um die Abhängigkeiten einer Organisation erkennen zu können, ist ein Blick in deren Finanzierung oft sehr hilfreich. Die SGE finanziert sich zu über einem Drittel durch die Mitgliederbeiträge ihrer ca. 6000 Einzelmitglieder und 230 Kollektivmitglieder. Rund 20% stammen vom BAG (in der Regel projektbezogen). Der Rest verteilt sich auf eigene Verkäufe (z.B. aus dem eigenen Verlag) und diverse Einnahmen. Dies zeigt eine breit abgestützte Einnahmenseite.
Was allerdings dieses positive Bild etwas beeinträchtigt, sind die 3 Hauptgönner der SGE: Nestlé, Emmi und Unilever. Einen negativen Artikel über eine dieser drei Grossfirmen im Ernährungssektor wird es somit kaum je geben. Unter anderem sieht man dies in der Behandlung der Milch: Positive Studien über die Milch werden ausführlich in der SGE-Zeitschrift vorgestellt, jedes negative Studienresultat jedoch ignoriert.

Lebensmittelpyramide der SGESGE und die vegetarische Ernährung

Wir haben natürlich die SGE auch direkt nach ihrer Einstellung zur vegetarischen Ernährung angefragt. Ihre Antwort:

«Eine ausgewogene ovo-lacto-vegetarische Ernährung liefert ausreichend Nährstoffe für gesunde Menschen. Bestimmte Altersgruppen (z.B. ältere Menschen) sowie schwangere und stillende Frauen müssen besonders gut auf ihre Ernährung achten, um keine Mangelerscheinungen zu bekommen.
Die veganische Ernährung kann aus ernährungsphysiologischer Sicht für breite Bevölkerungskreise nicht empfohlen werden.»

Und wie sehen die Taten bezüglich vegetarischer Ernährung aus?

Auf der Homepage der SGE kann man leider keine konkrete Aussage zu diesem Thema finden. Interessant ist, dass in der Mitgliederzeitschrift der SGE bis heute der «Vegetarier-Bericht» vom BAG, der unter der Leitung ihres damaligen SGE-Präsidenten Prof. Paul Walter erstellt wurde, mit keinem Wort erwähnt wurde.
Es scheint sich also nicht gerade um ein beliebtes Thema bei der SGE zu handeln.
In der Ausgabe 3/2004 der SGE-Zeitschrift «Tabula» wurde das Thema Fleischkonsum aber thematisiert. Dabei werden mögliche gesundheitliche Vorteile des Fleischkonsums bereits in der Einleitung gelobt und der Vorteil der vegetarischen Ernährung in Frage gestellt. Diese Einschätzung mag nicht zuletzt daran liegen, dass für diesen Artikel auch die Fleischlobbyorganisation Proviande, jedoch keine vegetarische Fachorganisation kontaktiert wurde. Zum Abschluss des Artikels werden noch diverse Internetadressen der Fleischindustrie genannt.
Diese positive Einstellung zum Fleisch hat sich bis heute nicht geändert: In der aktuellen «Tabula»-Ausgabe wird ein Rezept vorgestellt, das unter anderem folgende Zutaten enthält: Schweineschwarte, Hühnerbrühe, Speckwürfel und Schweineschmalz.
Die freundschaftliche Beziehung zur Fleischlobbyorganisation Proviande (die auch Gönnerin der SGE ist) zeigt sich auch daran, dass als Beilage Ihrer Mitgliederzeitschrift Tabula Nr.1 vom März 2009 ein Werbeprospekt der Proviande zu finden war. Darin wird für ein Kochbuch geworben, welches ausschliesslich Fleischrezepte enthält ("Leichte Küche leicht gemacht").

Seit Mitte 2007 ist Dr. med. vet. Wolfgang Langhans neuer Präsident der SGE.
Herr Langhans ist Leiter des Instituts für Nutztierwissenschaften und arbeitet bei seiner wissenschaftlichen Tätigkeit hauptsächlich mit Tierversuchen. Eine vegetarierfreundlichere Einstellung wird deshalb kaum zu erwarten sein.

Kontaktadresse zur SGE:
Schweizerische Gesellschaft für Ernährung
Effingerstrasse 2
Postfach 8333
3001 Bern
Tel. 031 385 00 00 / Fax 031 385 00 05
info@sge-ssn.ch
www.sge-ssn.ch

Welche Ziele haben die Organisationen?

Es ist gut, dass es verschiedene Organisationen gibt, die sich für unterschiedliche Ziele einsetzen.
Dabei sollte eine Organisation jedoch ihre Ziele nicht vernachlässigen, bloss weil neue Erkenntnisse unpopuläre Massnahmen erfordern. Leider ist es heute so, dass Umweltschutz- und Tierschutzorganisationen immer mehr ihre eigentlichen Ziele verraten, indem sie alle Fakten über die Auswirkungen der Fleischproduktion ignorieren, um ihre (meist fleischessenden) Spender nicht zu verlieren. In dieser Artikelserie zeigen wir Ihnen deshalb, wie die Organisationen mit den neuen Fakten umgehen.