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Eier wachsen nicht auf Bäumen oder das "Entsorgungsproblem" der Legehennen

Natürlich kommt niemand auf die Idee, dass Hühnereier auf Bäumen oder Feldern wachsen. Wie der Name schon sagt, werden die schneeweissen oder hellbraunen Eier von Hühnern gelegt. Dabei handelt es sich im besten Falle um einheimische, glückliche Hühner, mit viel Freilauf und gutem Futter. Die einzige Aufgabe der Hennen ist es dabei, für die Menschen täglich ein Ei zu legen. Das muss doch ein angenehmes Leben sein, oder etwa nicht?

Die Realität sieht leider nicht so harmonisch aus. Denn tatsächlich ist es so, dass sich die Konsumenten nicht nach dem auf dem Markt vorhandenen Eierangebot richten müssen, sondern die Hühner haben sich dem Bedürfnis der Konsumenten anzupassen. Und das heisst, dass ein modernes Huhn auf möglichst kleinem Raum durchschnittlich 300 Eier pro Jahr legen muss (unter normalen Umständen würde eine Henne lediglich 12 bis 20 Eier im Jahr legen). Doch selbst diese Höchstleistung reicht immer noch nicht aus, um das Bedürfnis der Konsumenten zu befriedigen. Besonders zu Ostern ist die Nachfrage extrem hoch. Zum Kochen, Backen, Bemalen und Verstecken wird zu dieser Zeit ein Vielfaches der üblichen Eiermenge benötigt. Zusätzliche Hühner müssen deshalb gezüchtet werden, damit die Produzenten die gewünschte Auflage liefern können. Millionen von Hennen leisten jedes Jahr in der kurzen Zeit vor Ostern Schwerstarbeit, doch sobald die Feiertage vorbei sind, sinkt der Eierbedarf und somit wird auch die Produktion wieder verringert.

Wohin nun mit den arbeitslosen Hühnern?

Die riesigen Eiermengen wären nicht produzierbar, wenn jedes Huhn so viel Platz im Grünen hätte.

Zu schwach und ausgelaugt sind sie, um weiterhin ihren Dienst für den Menschen tun zu können, zu ausgemergelt, um zumindest noch als Suppenhuhn Verwendung zu finden, und da sich eine professionell vorgenommene Schlachtung nicht rentiert (Kosten: Fr. 1.– pro Huhn), werden jährlich etwa 1,4 Millionen Legehennen verbrannt. Nachdem sie also wochenlang artig und fleissig ihre Eier für die Gaumenfreude des Menschen hingaben, wird es ihnen mit einem qualvollen Ende als Brennstoff gedankt.
«Die Verschwendung des hochwertigen Lebensmittels», wie sich der Präsident des Branchenverbandes der Geflügel- und Eierproduzenten zu diesem Thema gegenüber der «Sonntagszeitung» äussert, ist auch ihm nicht ganz geheuer. Aus diesem Grund wurde nun eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die das Image der tierfreundlichen Eierproduktion am Leben erhalten soll. Die Nutztierschutzorganisation Kagfreiland ist unterdessen auf der Suche nach anderen Möglichkeiten für die Bio-Hühnerverwertung. Dabei sollen die abgemagerten und durch die Produktion geschwächten Hühner, die auf dem gewöhnlichen Weg keinen Abnehmer mehr finden, in Form von Geschnetzeltem, Hamburger, Fleischkäse und Gehacktem dem Konsumenten aufgetischt werden. So viel zum «hochwertigen Lebensmittel» Fleisch.

Fazit:

Gackerndes Federvieh, das auf einer weiten, grünen Wiese fröhlich körner- und wurmpickend täglich ein Ei legt. Dieses Bild machen sich viele Kunden von der Schweizer Eierproduktion. Tatsächlich werden die Tiere aber nicht als Lebewesen, sondern in erster Linie als Eierlieferanten behandelt. Ein ersetzbares Austauschprodukt, das je nach Angebot und Nachfrage produziert oder eliminiert werden kann. Im Vordergrund steht dabei ein möglichst rentables Geschäft. Im Hinblick auf einen hohen Gewinn wird dabei durch die Verwertung von nährstoffarmem Fleisch nicht nur die Gesundheit der Konsumenten aufs Spiel gesetzt, sondern auch der Tod von Millionen von Tieren in Kauf genommen.
Die Verantwortung für diese Grausamkeiten aber alleine auf die Produzenten abzuschieben, wäre zu einfach. So handeln die Inhaber der Hühnerfarmen doch lediglich nach den Wünschen ihrer Kunden.
Schliesslich ist es ja so, dass die Eier reissenden Absatz finden. Deshalb liegt es in dem Verantwortungsbewusstsein eines jeden Einzelnen, ob er sich ein billiges Produkt kaufen möchte, für das aber ein Tier einen hohen Preis bezahlt hat, oder ob er ganz einfach darauf verzichten will – Alternativen gibt es schliesslich genug.
(Eifreie Rezepte finden Sie im Internet unter www.vegetarismus.ch/rezepte)

Jeder Einzelne kann etwas bewirken:

Ein eindrückliches Beispiel dafür, wie jeder Einzelne Einfluss auf seine Umgebung nehmen kann, ist die aktuelle Cailler-Kampagne. Der Schokoladenhersteller sorgte im letzten Jahr mit seiner neuen, aber völlig überflüssigen und umweltschädlichen Verpackung für Missfallen bei den Konsumenten. Aus Respekt vor der Umwelt boykottierten die Konsumenten das Produkt und liessen es in den Regalen stehen. Das Ergebnis: Vor einigen Wochen nun hat Cailler dem Druck nachgegeben und seine Produktion wieder auf die alte Verpackung umgestellt.

Bernadette Raschle