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Der slowenische Staatspräsident lebt vegan

Interview mit dem slowenischen Staatspräsidenten Dr. Janez Drnovšek über Vegetarismus und Portrait slowenischer Staatspräsident Dr. Janez Drnovsek - Foto von F.A. BoboTierrechte

In der Menschengeschichte gab es nur eine Handvoll wichtiger Staatsmänner, die Vegetarier waren und die ausserdem eine entschiedene Haltung für die Rechte aller Tiere vertraten. Auch heutzutage sind sie noch rar. Diesbezüglich ist Slowenien derzeit eines der seltenen Lichter auf der politischen Weltkarte. Sein Staatspräsident, Dr. Janez Drnovšek, hat in einem Interview erstmals der Öffentlichkeit eine starke Nachricht vermittelt, um sie zum Nachdenken über die unsägliche Brutalität des Menschen den Tieren gegenüber anzuregen.
Damjan Likar, verantwortlicher Redaktor der slowenischen Zeitschrift «Freiheit für Tiere», führte mit Dr. Drnovšek am 15. Dezember 2005 in Brdo bei Kranj/Slowenien ein Interview, das nachfolgend in vollem Wortlaut wiedergegeben wird:

Warum wurden Sie zum Vegetarier, und welche Veränderungen haben Sie durch diese Ernährung erfahren?

Weil ich fühle, dass solche Nahrung besser ist, hochwertiger.
Fleisch essen wir doch letztlich mehr auf Grund von anerzogenen Gewohnheiten und Verhaltensmustern. Einige Jahre lang war ich Vegetarier, in letzter Zeit bin ich dann zum Veganer geworden, also konsumiere ich auch keine Milch, Milchprodukte und Eier mehr. Es bleibt dabei trotzdem noch eine genügend grosse Auswahl von verschiedenen pflanzlichen Nahrungsmitteln, die allen Anforderungen genügen. Zu diesem Schritt habe ich mich einem inneren Gefühl folgend entschlossen. Einige Zeitgenossen sind der Ansicht, vegane Ernährung sei sehr eintönig, das ist aber nicht wahr. Sie kann sehr abwechslungsreich sein.

War der Hauptgrund für die Umstellung Ihrer Ernährungsgewohnheiten Ihre schwere Erkrankung vor einigen Jahren?

[Er war schwer an Krebs erkrankt]
Damals begann ich schrittweise mit dem Übergang. Zunächst durch das Meiden von rotem Fleisch, dann auch von weissem, dann von Fisch und so weiter.

Fühlen Sie sich jetzt – nach dem Übergang zu einer fleischlosen Ernährung – besser als vorher?

Auf jeden Fall fühle ich mich sehr gut, man sagt, dass ich sogar zu viel Energie habe.

Am Welttierschutztag, dem 4. Oktober, luden Sie Mitglieder des Vereins für die Befreiung der Tiere und ihre Rechte zu einem Gespräch ein. Worüber wurde gesprochen?

Ich habe die Mitglieder dieses Vereins vor allem deshalb empfangen, um mit ihnen gemeinsam einer breiteren Öffentlichkeit am Welttierschutztag eine Botschaft zu vermitteln.
Wir Menschen sind uns oft zu wenig des Umganges mit den Tieren bewusst und auf welche Art wir sie behandeln. Auch sie sind lebende Wesen. Wie ich vorhin schon erwähnte, übernehmen wir Menschen bestimmte Verhaltensmuster beim Umgang mit Tieren und hinterfragen zu selten, was wir damit auslösen. Wenn wir uns vor Augen halten, wie der Mensch mit der Tierwelt umgeht und auf diese einwirkt, müssten wir eigentlich behaupten, dass dies keine Menschen sind. Denken wir nur an die Massenschlachthöfe, die Rinderzucht oder Geflügelhaltung, wo unmögliche Bedingungen für das Leben der Tiere vorherrschen. Danach sollten wir uns ins Gedächtnis rufen, auf welche Art und Weise Tiere in Lastwagen transportiert werden, häufig ohne Wasser und Verpflegung. Das ist ein äusserst grausames Verhalten den Tieren gegenüber. Aber die Leute, die so etwas tun, sind deshalb nicht unbedingt schlecht – sie denken nur nicht darüber nach. Wenn das Endprodukt auf den Tisch kommt, machen sie sich einfach keine Gedanken darüber, woraus es besteht und was sich davor in den verschiedenen Phasen abspielte.

Also waren bei der Entscheidung für den Vegetarismus auch ethische Gründe vorhanden?

Natürlich war auch der ethische Beweggrund vorhanden, zum anderen die Tatsache, dass der Mensch tatsächlich kein Tierfleisch benötigt. Das sind lediglich die uns anerzogenen Gewohnheiten und Gefühlsbindungen. Vielleicht ist es wirklich schwierig, mit alledem über Nacht aufzuhören – aber es geht, schrittweise. So habe ich es auch selbst getan.

In den Medien haben Sie sich gegen die Subventionierung der Massentierhaltung ausgesprochen. Weshalb haben Sie sich zu diesem Schritt entschlossen?

Es erscheint mir wirklich unsinnig, dass das Hauptanliegen der Europäischen Union die hundertprozentige Subventionierung landwirtschaftlicher und vor allem tierischer Erzeugnisse ist. Die Tatsache, dass die Europäische Union die Massenhaltung von Rindern oder Geflügel subventioniert, ist vom ethischen Standpunkt aus die am meisten bedenkliche. Aber nicht nur vom ethischen, auch vom Standpunkt der Ernährung aus. Daran erinnert uns die Natur bereits selbst: durch BSE, in letzter Zeit mit der Schweinepest oder dem Vogelgrippe-Virus. Es ist einfach offensichtlich, dass etwas nicht in Ordnung ist, dass sich etwas entgegen den Zyklen der Natur abspielt, und dies ist eine Warnung an den Menschen.

Vegetarische Erzeugnisse sind in den Geschäften teurer als Fleischprodukte. Damit werden die Menschen nicht gerade angeregt, gesündere Nahrung zu kaufen. Sind Sie der Meinung, dass mehr Menschen aufhören würden Fleisch zu essen, wenn vegetarische Nahrung günstiger wäre?

Wahrscheinlich ist auch dies ein Grund, obwohl ich denke, dass vor allem die Aufklärung einen Einfluss auf die Menschen ausübt. Es ist vor allem eine Frage des Bewusstseins der Menschen – dass wir uns also dessen überhaupt bewusst werden, was gerade geschieht und an was wir beteiligt sind. Ich denke, dies ist die Schlüsselfrage.
Natürlich ändert sich infolgedessen dann auch die Politik: z.B. die Agrarpolitik, die Subventionspolitik und die Zielsetzungen. Weshalb sollten wir nicht besser all diese Geldsummen statt in die Fleischindustrie lieber z.B. in die ökologische Erzeugung verschiedener pflanzlicher Nahrungsmittel wie Getreide, Hülsenfrüchte, Obst und darauf basierende Produkte fliessen lassen? Dies wäre sehr viel schonender gegenüber der Natur, denn ökologischer Anbau bedeutet, dass keine chemischen Düngemittel und diversen Zusätze verwendet werden. Auf diese Weise verunreinigen wir die Umwelt nicht, und gleichzeitig sind diese chemischen Zusätze dann nicht in der Nahrung enthalten. Derzeit nehmen wir zusammen mit der Nahrung all diese Chemie auf, die schädlich und ungesund ist. Doch dahinter stehen die Interessen der Hersteller, grosser Lobbyisten mit horrenden Profiten, die hinter diesem derzeit vorherrschenden Konglomerat der Nahrungsmittelindustrie stehen.
Allerdings bin ich der Ansicht, dass die Bewusstwerdung der Menschen bereits fortschreitet, bei uns und auch anderswo in der Europäischen Union. Die Menschen suchen verstärkt nach gesunden Produkten und ich denke, dass sie auch immer mehr zur Natur zurückkehren und ebenfalls sensibler werden, was Tiere und tierische Nahrungsmittel anbelangt.

Würden Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen Menschen empfehlen, sich vegetarisch zu ernähren?

Wenn ich mir dies selbst empfehle, dann sehe ich keinen Grund, dies nicht auch anderen Menschen zu empfehlen. Ich kann mich nicht beschweren, wie ich schon sagte: Ich habe mehr als genug Energie. Und ausserdem kann ich doch ein lebendes Beispiel sein, dass das Überleben auch ohne Fleisch und Fleischprodukte möglich ist.

Wie stehen Sie dazu, dass wir alle gleich viel für die Gesundheitsfürsorge aufbringen müssen? Es ist bekannt, dass Vegetarier gesünder sind und deshalb weniger medizinische Leistungen in Anspruch nehmen.

Dies ist ein weitreichendes Problem, das ganze Konzept könnte anders aussehen. Meiner Meinung nach ist dies nicht die Kernfrage, denn ein gewisses Mass an Solidarität muss in einem Gesundheitssystem schon sein, damit die Gesunden jenen helfen, die weniger gesund sind. Es ist aber wahr, dass jeder Mensch selbst für seine Gesundheit verantwortlich sein sollte. Wenn wir weniger schädliche und ungesunde Nahrung zu uns nehmen würden, wären die Krankenkassen dadurch wesentlich entlastet, da sie unter zunehmendem Druck stehen. Natürlich liegt es nicht im Interesse aller, dass dies geschieht. Was würde dann mit der pharmazeutischen Industrie, den grossen multinationalen Konzernen, die an kranken Menschen verdienen und mit dieser Zielgruppe milliardenschwere Gewinne erzielen?

Wie stehen Sie zur Jagd?

Jagd im Sinne des Tötens von Tieren und als Sport ist sicher keine ethische Angelegenheit. Wenn Sie aber an den Teil der jagdlichen Tätigkeit denken, der die Erhaltung der Natur, der Umwelt und die Hilfe für die Tiere umfasst – zum Beispiel im Winter, damit sie sich leichter ernähren können –, ist dieser Teil durchaus nützlich. Die Jagd, die nur Selbstzweck im Sinne einer Art von Körperbetätigung und der Lust am Töten ist, erscheint mir völlig unethisch.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Tierversuchen?

Dies ist ein bekanntes Dilemma, welches gerade in letzter Zeit aktuell war, auch in Europa, in Grossbritannien. Natürlich müssen wir uns fragen, ob es uns gefallen würde, selbst Gegenstand von solchen Versuchen zu sein. Mein Vater war während des Zweiten Weltkrieges im Konzentrationslager Dachau inhaftiert, und an ihm und an tausenden anderen führten die Deutschen verschiedene medizinische Experimente durch. Das gefiel ihm aber überhaupt nicht. Obwohl man heutzutage zu sagen pflegt, dass wir mit Tierversuchen die Entwicklung der Wissenschaft beschleunigen, bin ich davon überzeugt, dass wir uns in den meisten Fällen alternativer Methoden bedienen könnten, die ohne Tierversuche auskommen.

Wo liegen Ihrer Meinung nach die Wurzeln des brutalen Verhältnisses zu den Tieren?

Im niedrigen Grad des Bewusstseins der Menschen.

Und geschichtlich gesehen?

Geschichtlich kann ich das schwer genau zuordnen. Grundsätzlich geht es auch in diesem Fall um das Respektieren von Leben als Leben. Tiere sind lebende Wesen mit Gefühlen. Jeder, der daheim ein Tier hat, weiss, dass Tiere nicht ohne Gefühle sind. Religionen reden oft vom Respekt dem Leben gegenüber, doch beziehen sie sich dabei nur auf den Menschen, und sogar das nicht immer. Wenn wir zurückdenken, wie im Mittelalter die katholische Kirche lange Zeit verkündete, dass Indianer, welche damals von Spaniern und Portugiesen versklavt wurden, keine Seele hätten … Dies bedeutete, dass man sie nicht als lebende Wesen mit Gefühlen zu behandeln brauchte. Ab einem gewissen Zeitpunkt änderte sie ihre Meinung und sagte, dass Schwarze keine Seele hätten. Es folgten einige Jahrhunderte der Versklavung von Schwarzen. All das mit dem Segen der Kirche. Heute akzeptiert das niemand mehr, weder das eine noch das andere. Wir sehen daran, wie sich das Bewusstsein der Menschen durch die Geschichte doch verändert, ungeachtet dessen, dass in einer bestimmten Zeitepoche Normen oder Institutionen anderes behaupten.

Bald ist Weihnacht. Für Millionen von Menschen eine Zeit der Freude, der Liebe und der Stille. Für Millionen von Tieren aber ist es eine Zeit furchtbaren Leidens bei der Schlachtung, damit die Tische mit ihren Kadavern gedeckt werden können. Und das für die Feier der Geburt eines friedfertigen Menschen, der die Tiere liebte, sie schützte und nicht tötete. Wie denken Sie darüber?

Wahrscheinlich würde sich Jesus im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, dass in seinem Namen ein Massenmord an Tieren stattfindet. Die Botschaft Jesus beruht auf dem absoluten Respekt vor dem Leben und es ist schwer vorstellbar, dass Jesus akzeptieren würde, dass ihm zu Ehren Millionen von Lebewesen geopfert werden.

Ist Ihnen bewusst, dass Vegetarier, also auch Sie, von Seiten der Kirche verflucht sind und die Kirche die ewige Verdammnis für Sie vorgesehen hat?1

Es ist wohl gut, dass jene, die so sprechen, nicht darüber entscheiden, wer tatsächlich in die Hölle geht.

Slowenischer Präsident mit Hund BrodiAlle Politiker dieser Welt betonen in ihren Reden immer wieder ihren Einsatz für den Weltfrieden. Sind Sie der Ansicht, dass Frieden auch mit unserem Verhältnis zu den Tieren und einer unblutigen, friedfertigen Ernährung verbunden ist? Oder wie es Tolstoi ausdrückte: «Solange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.»

Wenn das Bewusstsein des Menschen hoch genug entwickelt ist, dann wird er Tiere nicht mehr töten oder grausam behandeln. Von einem solchen Menschen ist also noch weniger zu erwarten, dass er in den Krieg ziehen und Menschen töten wird, um einen Vorteil zu erlangen. Bei Menschen, die Tiere nicht töten und essen, bestehen viel mehr Möglichkeiten, dass sie einen Weg finden, in Frieden und Harmonie zu leben. Das alles ist miteinander verbunden, verbunden über das Niveau des Bewusstseins. Dann, wenn das Niveau hoch genug ist, kommt eines zum anderen. Deshalb ist die Schlüsselfrage die Aufklärung der Menschen.

Wie stehen internationale Politiker zu dieser Frage?

Internationale Politiker sind nicht mehr und nicht weniger aufgeklärt als andere Menschen. Ich beobachte auch, dass der Grad des Bewusstseins bei Durchschnittsbürgern sogar höher ist als bei den Politikern. Betrachten wir beispielsweise viele Nichtregierungs-Organisationen in Europa – sie befassen sich mit Dingen, die für Politiker noch keine Priorität haben, sei dies z.B. das Verhältnis zu den Tieren, der Umweltschutz oder der Kampf gegen die Klimaveränderungen. Dieser ganze Druck zur Veränderung kommt aus der Zivilgesellschaft. Dann, wenn eine kritische Masse von Menschen eine bestimmte Idee aufgreift, wenn viele Menschen Veränderungen erwarten und fordern, erst dann reagiert für gewöhnlich die Politik. Politiker sind leider oft nicht die, die andere sensibilisieren, sondern sie trotten eher dem allgemeinen Bewusstseinsstand der Menschen hinterher. Wenn sie feststellen, dass sie bei den nächsten Wahlen nicht gewählt werden, dann passen sie sich an und verändern ihre Prioritäten in jene Richtung, die für die Bürger wichtig ist.

Tolstoi ist nur einer der vielen «grossen Geister» der Menschheit, die sich öffentlich für den Vegetarismus ausgesprochen haben. Lassen Sie mich noch einige weitere aufzählen: Pythagoras, Leonardo da Vinci, Nikola Tesla, Albert Einstein, Mahatma Gandhi … Die Menschheit anerkennt die grossen Werke dieser Menschen, ihre Errungenschaften, zitiert sie und unterstreicht ihre Genialität. Weshalb, denken Sie, ist die Menschheit taub für die Gedankengänge der erwähnten Persönlichkeiten, die sich auf die Tiere und den Vegetarismus beziehen? Ein Beispiel dafür ist die zukunftsweisende Aussage von Albert Einstein: «Nichts anderes wird die Chance auf ein Überleben der Menschheit auf der Erde so erhöhen wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.» Wie kommentieren Sie diesen Gedanken des genialen Physikers?

Die Chancen für ein langfristiges Überleben der Menschheit würden sich auf jeden Fall vergrössern. Alles ist miteinander verbunden. Eine höherwertige Nahrung ist auf gewisse Art verbunden mit einem höheren Bewusstseinszustand. Dieser Prozess vollzieht sich sozusagen parallel: Wenn uns das eine gelingt, werden wir auch das andere tun können. Es ist aber nur schwerlich zu erwarten, dass Menschen mit niedrigem Bewusstsein, die sich grausam zu Tieren verhalten, aufhören werden Kriege zu führen, das Ausbeuten anderer unterlassen oder etwas gegen die Armut in der Welt tun usw.
Kurz gesagt: Solange das Bewusstseinsniveau niedrig ist, wird alles Negative, das in der Menschheit vorhanden ist, weiterbestehen und könnte sich ausserdem noch bis zu so einem Mass ausbreiten, dass die Menschheit vernichtet wird.

Sind die Menschen, die sagen, dass sie die Tiere lieben, aber dennoch Fleisch konsumieren, tatsächlich Tierfreunde?

Wissen Sie, ich denke, dass diese Menschen Tiere gerne haben, ihre geliebten Haustiere, aber irgendwie automatisch das Fleisch anderer Tiere essen. Wenn wir ihnen ein Rind in die Küche führen und ihnen erzählen würden, dass diese Kuh getötet wird, damit wir ihnen ein Schnitzel braten können, würden sie wahrscheinlich etwas mehr nachdenken. Fleisch wird durch die Nahrungsmittelindustrie derart formlos verarbeitet, dass die Leute denken, das Schnitzel sei eben ein Schnitzel und nicht ein Teil eines ehemalig lebenden Wesens.

Einige Damen tragen im Winter das Fell von Tieren. Wie ist Ihr Standpunkt zu diesem Teil der Modeindustrie?

Diese Frage betrifft wiederum die Bewusstwerdung der Menschen. Menschen übernehmen wie so oft automatisch bestimmte Verhaltensmuster und Gewohnheiten ohne jegliches Nachdenken. Erst wenn sie beginnen darüber zu grübeln, können sie ihre Einstellung verändern. Dann werden sie achtsamer und kaufen bewusster ein.

Woher nehmen sich Menschen überhaupt das Recht, Tiere zu töten, ihnen die Freiheit zu rauben und sie zu quälen – für sich selber aber gleichzeitig Frieden und alle Rechte zu fordern? Ist dies womöglich laut einem Verfassungsparagraphen erlaubt?

Ausdrücklich ist es nicht erlaubt, aber natürlich werden ihnen Rechtsanwälte und Verfassungsrechtler sagen, dass es auch nicht verboten istbzw. davon ausgegangen wird, dass es erlaubt sei.

Aus inoffiziellen Quellen habe ich erfahren, dass auch Ihr Hund Brodi Vegetarier ist. Stimmt das?

Sie sind ja gut informiert. Diese Frage stellen Sie ihm am besten selbst. Er hat mir keine Vollmacht gegeben, in seinem Namen zu sprechen.
(Lachen)

Sehr geehrter Herr Präsident,
vielen Dank für dieses Gespräch!

1 Gemäss Bannfluch von Papst Johannes III. (561–574) auf der 1. Synode von Braga/Portugal: «Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.» (Mansi IX, col. 774-776. zit. nach Heinrich Denzinger, Enchiridion symbolorum definitionum et declararionum de rebus fidei et morum. Hg. von Peter Hünermann. Freiburg im Breisgau 1991, S. 208-210).

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