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Extremisten?

Liebe Leserinnen und Leser
Immer mehr Menschen sind nicht mehr bereit, mit ihrem Geld (beim Fleischeinkauf) die immensen Folgen der Fleischproduktion mitzufinanzieren.
Noch vor wenigen Jahren war es kaum vorstellbar, dass ein Staatspräsident sich öffentlich zur vegetarischen Lebensweise bekennt. Und heute gibt es bereits einen europäischen Staatspräsidenten, der sich sogar vegan (ganz ohne tierische Produkte) ernährt.

Obwohl heute noch viele Menschen sich fragen, was denn Vegetarier essen können, wenn sie kein Fleisch essen, zeigen gerade solche Vorreiter mit ihrer weitergehenden Konsequenz, dass es sogar möglich ist, auf alle tierischen Produkte zu verzichten. Dadurch kann vielen die Hemmung genommen werden zu versuchen, «wenigstens» das Fleisch in ihrer Ernährung wegzulassen. Kaum jemand möchte als extrem gelten. Deshalb ist es für viele leichter, den Schritt zur vegetarischen Ernährung zu machen, wenn sie sehen, dass andere (= die Veganer) noch «extremer» sind.

Obwohl eigentlich fast jeder gegen das Töten von Walen und Robben ist, wird die Art, wie Paul Watson dagegen vorgeht, auch als extrem angesehen. Paul Watson war Mitbegründer von Greenpeace, hat ihr aber den Rücken gekehrt, als Greenpeace ihre Strategie mehr auf das Dokumentieren der Verbrechen verlegte als auf die Verhinderung derselben. Mit seiner neuen Organisation «Sea Shepherd» konnte Watson mit seiner Crew schon viele Walmorde verhindern. Allerdings hat diese (für die Tiere) effektive Taktik einen Nachteil: Die Sea Shepherd ist nicht so bekannt wie Greenpeace, da sie weniger über die Medien, sondern direkt auf dem Meer arbeitet.

Sicher sind beide Vorgehensweisen sehr wertvoll. In diesem Heft erfahren Sie mehr von der etwas unbekannteren Organisation Sea Shepherd, nicht nur weil sie sehr gute Arbeit leistet, sondern auch, weil auf ihrem Schiff keine Tiere für die Nahrungsmittel getötet werden müssen: Es gibt für die ganze Besatzung ausschliesslich vegane Verpflegung. Diese konsequente Haltung zeigt, dass es der Organisation ernst ist mit ihrem Anliegen, den Tieren zu helfen.

Heute ist es leider üblich, keinerlei Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen. Personen, die ihrem Leben einen altruistischen Sinn geben, gelten deshalb sofort als extrem. Im wörtlichen Sinn mag dies durchaus zutreffen: Sie sind, verglichen mit den Durchschnittsmenschen, extrem anders, doch genau solche Menschen sind in der heutigen Zeit sehr wichtig, damit man sieht, dass ein Leben auch anders möglich ist.

Renato Pichler
Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus