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Pressemeldung der Europäischen Vegetarier-Union vom 18.10.2005:

Der wahre Preis für Fleisch Hühner aus Bodenhaltung

Vogelgrippe: Viele Fragen und eine Antwort

In einem Interview mit der BBC wurde Samuel Jutzi, Direktor der FAO-Abteilung Tierproduktion und Gesundheit, gefragt, was die wirksamsten Möglichkeiten zur Abwehr des gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1 seien, das sich langsam in Europa einschleicht und Fleischesser und Vegetarier gleichermassen in Angst und Schrecken versetzt.
Die Antwort war, dass entsprechender finanzieller Einsatz und die Entschlossenheit, mit dem Virus auch Tiere auszurotten, die entscheidende Rolle spiele in Fragen der Sicherheit europäischer Bürger. Allerdings gäbe es keinen Plan für Tötungsaktionen wilder Vögel, denn selbst wenn diese an der Vogelgrippe erkrankten, würde sich das Problem nach einer Weile von selbst regeln und die Tierkrankheit ohne Auswirkungen auf Menschen bleiben.

Diese Aussage führt zu der berechtigten Annahme, dass die für Fleisch gezüchteten Hühner die Ursache für die drohende Pandemie sind, vor der sich alle so sehr fürchten.
Wäre es dann nicht auch folgerichtig, in einer solchen Situation für den Verzicht auf Hühnerfleisch zu werben, auch wenn dies schwierig ist für diejenigen, die sich für dieses Fleisch entschieden haben, weil sie die Konsequenzen von BSE und von anderen für die menschliche Gesundheit gefährlichen Tierkrankheiten fürchten und auch mit Hormonen, PCB, Dioxin und Quecksilber verseuchte Fische nicht mehr essen mögen?
Warum gibt die FAO nicht öffentlich zu, dass wegen grenzüberschreitender Tierkrankheiten sicheres Fleisch nicht mehr garantiert werden kann?
Warum hat keine Institution den Mut zu der Aussage, dass der Verzehr von Fleisch zunehmend riskanter wird?
Warum wird an den Symptomen der Vogelgrippe herumgedoktert, die Wurzel des Problems aber nicht beachtet?
Warum vermeidet die WHO die Förderung des Vegetarismus, obwohl jede ihrer Ernährungsempfehlungen den Wert von Obst und Gemüse immer wieder und immer nachdrücklicher unterstreicht?
Warum werden keine amtlichen Gesundheitswarnungen bei Fleisch herausgegeben?
Warum besteht die Schadensbegrenzung bis jetzt hauptsächlich im Töten von vielen Millionen fühlender Wesen und der Empfehlung, das Fleisch der jeweils nicht betroffenen Tierarten zu essen, welches zur gegebenen Zeit als verhältnismässig sicher gilt (bis auf weiteres)?
Warum ist in der industrialisierten Welt trotz aller Probleme das Fleisch immer noch stark subventioniert – auf Kosten der Steuerzahler?
Warum ignorieren internationale, europäische und nationale Gesellschaften nach wie vor die Tatsache, dass eine vegetarische Lebensart gesund ist, was von unabhängigen Wissenschaftlern immer wieder bestätigt wird?
Was muss eigentlich noch geschehen, bis Experten die Notwendigkeit erkennen, die Vorteile einer fleischlosen Lebensweise ernsthaft zu untersuchen?
All diese Fragen führen zu einer Folgerung: Da die Produktion und der Verzehr von Fleisch riskant sind, eine enorme Belastung für die Ökologie der Welt darstellen, das Problem des Welthungers verstärken und die Sicherheit künftiger Generationen in Frage stellen, können wir uns Fleisch nicht mehr leisten!


Renato Pichler
Präsident
Europäische Vegetarier-Union