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Fleisch ist tödlich

Liebe Leserinnen und Leser
Die asiatische Vogelgrippe ist in aller Munde. Allerdings war in den Medien nicht das Hauptthema, dass bereits hunderte Millionen Hühner getötet und vernichtet wurden, um die Vogelgrippe einzudämmen. Die meisten Menschen interessieren sich ja ausschliesslich für ihre eigene Gesundheit. Dass das Hauptproblem jedoch nicht die Hühner, sondern die Menschen darstellen, geht dabei meist vergessen: In der Schweiz leben mehr Hühner als Menschen. 2004 legten die Schweizer Hühner 623'711'000 Eier. Man kann sich schwer vorstellen, dass all dies unter Achtung aller Bedürfnisse dieser Mitgeschöpfe geschieht.

Einmal mehr zeigt sich, dass die jahrelange Missachtung der grundlegendsten Bedürfnisse unserer Mitgeschöpfe sich langfristig rächt. Immer wieder breiten sich Infektionskrankheiten durch die kranken Tiere in den Tierfabriken aus und greifen auf den Menschen über. Meist sind diese Krankheiten für den Menschen nicht tödlich und werden deshalb als akzeptabler Preis der Massentierhaltung hingenommen.

Tödlich sind sie aber auf jeden Fall für die Tiere selbst: Falls sie nicht durch die Krankheit selbst umkommen, werden sie von den Menschen vorsorglich getötet. Dass diese Tötungsaktionen in den Medien oft Interesse finden, steht allerdings im völligen Widerspruch damit, dass diese Tiere wenige Monate später sowieso getötet worden wären. Von diesen tagtäglich stattfindenden Massentötungen hört man in den Medien kaum etwas.

Um diesen Skandal der heutigen Zeit den Menschen bewusster zu machen, hat die SVV den eindrücklichen Bericht aus einem Schlachthofpraktikum neu aufgelegt (Beilage zum gedruckten Heft).

Obwohl sich für diese «normalen» Zustände in den Schlachthöfen kaum jemand interessiert, setzen sich sofort viele Menschen für einzelne Tiere ein, welche es schaffen, dem Schlachthof zu entkommen (Artikel über den Stier Nandi).

Offenbar haben die Menschen grosse Mühe, das grässliche Schicksal einzelner Tiere hinter grossen Zahlen zu sehen. Wer kann sich schon etwas Konkretes darunter vorstellen, wenn er in den Nachrichten hört, dass in China wegen der Vogelgrippe 320 Millionen Hühner vernichtet wurden?

Den meisten geht da der Fleischskandal in Bayern näher, obwohl dort «nur» ekelerregende Fleischabfälle in den Handel gelangten, ohne dass ein Fleischesser daran erkrankte. Oder wenn abgelaufenes Fleisch umetikettiert wird, damit es weiter verkauft werden kann. Hier haben die Konsumenten plötzlich (berechtigte) Angst um ihre eigene Gesundheit. Dass das Fleisch jedoch sowieso meist von kranken Tieren stammt, wird dabei verdrängt. Fleisch war für alle Nutztiere schon immer tödlich, aber immer mehr wird es dies auch für die Menschen.

Renato Pichler
Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus