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Tiermehl wieder als Tierfutter? Der Druck der Fleischindustrie wird immer stärker

Im April 2005 hat die Organisation foodwatch.de ihren Bericht mit dem Titel «Lug und Trog» veröffentlicht. Darin wird festgehalten, wie löchrig das ganze System der Futtermittelkontrolle ist und dass die Skandale der letzten Jahre System haben.

Jedes Jahr fallen in den deutschen Schlachthöfen zwei Millionen Tonnen Schlachtnebenprodukte an. Hinzu kommen 400000 Tonnen von verendeten Tieren. Ein Drittel jedes Schlachttieres landet im Abfall. Da ist die Versuchung gross, diese Abfälle aufzubereiten und wieder den eigentlich vegetarisch lebenden Nutztieren zu verfüttern. Nur das Verbot nach dem BSE-Skandal hindert die Fleisch- und Futtermittelindustrie daran. Deshalb gibt es bereits erste Anstrengungen, das erst vor wenigen Jahren in Kraft getretene Verbot zu lockern bzw. sogar ganz aufzuheben.
Futtermittel verursachen bei der Tierhaltung die Hälfte (bei der Geflügelmast) bzw. zwei Drittel (bei der Schweinemast) der Gesamtkosten. Es ist also nicht erstaunlich, dass gerade in diesem Bereich die Kosten stark gedrückt werden. Ob das Futter gentechnisch verändert wurde oder ob für dessen Anbau der Regenwald abgeholzt wurde, merkt der Kunde der damit hergestellten tierischen Produkte schliesslich nicht. Nur wenn eine der seltenen Kontrollen Gifte wie Dioxin oder hohe Konzentrationen an PCB entdeckt, wird dies vorübergehend zum Problem.
Doch die (Fleisch-)Konsumenten vergessen schnell. Und die Politiker und Futtermittelproduzenten können wieder zum Tagesgeschäft übergehen …
Allein in Deutschland werden 26 Millionen Schweine, 13 Millionen Rinder (davon 4,2 Millionen Milchkühe), 39 Millionen Legehennen, 55 Millionen Masthähnchen und zehn Millionen Puten mit ihrem Futter zu Höchstleistungen gebracht. Dazu werden jedes Jahr 68 Millionen Tonnen Futtermittel benötigt. Bei diesem riesigen Markt lohnt sich jeder Cent, den man bei der Produktion einsparen kann. Die riesigen Monokulturfelder der USA und die günstigen Flächen des gerodeten Regenwaldgebietes eignen sich dabei ideal, um den Einkaufspreis der Futtermittel zu drücken. Deshalb erstaunt es nicht, dass jährlich über 25 Millionen Tonnen Soja aus den Hauptanbaugebieten von Gensoja nach Europa importiert werden: USA, Brasilien, Argentinien.
Die minimalen Gesetze können auch eher als Empfehlungen angesehen werden, da nur jede 600. LKW-Ladung überhaupt kontrolliert wird.
Und wenn dann doch einmal etwas entdeckt wird (wie z.B. dioxinverseuchtes Futter), dann werden die Verursacher jeweils schadlos gehalten. Die entstehenden Kosten werden von den Steuerzahlern übernommen. Mit einer solch grossen wirtschaftlichen Macht möchte sich kein Politiker anlegen. Weder in der EU noch in der Schweiz.
Der 80-seitige Report von Foodwatch kann hier heruntergeladen werden: www.foodwatch.de
Weitere Informationen unter: www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19829/1.html