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Tierschutz ohne Wenn und Aber

Liebe Leserinnen und Leser
Während ich dieses Editorial schreibe, wird gerade im Parlament über die Revision des über 20 Jahre alten Tierschutzgesetzes debattiert.
Einmal mehr ist es ein Kampf zwischen Mitgefühl für unsere Mitgeschöpfe und wirtschaftlichen Interessen.
Wer sich gegen Tierquälerei einsetzt, wird auch in diesem Land als Wirtschaftsfeind angesehen. Wenn man es den Tieren besser gehen lässt, z.B. indem man allen Nutztieren Auslauf ins Freie gestattet, werden Kosten verursacht, von denen die Tierbesitzer glauben, dass ihr Gewinn dadurch geschmälert wird. Wenn man Personen fragt, ob sie für Tierschutz seien, erhält man praktisch ausschliesslich die Antwort: Ja, aber …
Und dieses «aber» bringt dann so viele Einschränkungen, dass die Tiere von dieser «Tierliebe» kaum mehr etwas merken:
Ja, aber ich möchte deshalb nicht mehr für mein Fleisch bezahlen müssen.
Ja, aber ich möchte, dass weiterhin alle Medikamente an Tieren getestet werden, selbst wenn diese dafür grosse Qualen erleiden müssen.
Ja, aber wie ich mit meinen eigenen Tieren umgehe, geht niemanden etwas an, kümmert euch um die anderen (je nach Standpunkt sind «die anderen» die Nutztiere oder die Haustiere).
Ja, aber der Wirtschaft darf es nicht schaden.
Ja, aber auf meine Freizeitgestaltung (Jagd, Fischerei, Zirkusbesuche) darf es keinen Einfluss haben.
Ja, aber ich möchte auf nichts verzichten müssen (tierische Produkte).
Ja, aber man darf nicht so weit gehen, dass man die Tiere vermenschlicht.
Gerade der letzte Punkt ist sehr beliebt, wenn es darum geht, bessere Tierschutzvorschriften grundsätzlich zu verhindern. Tierschützer müssen sich immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, dass sie die Tiere zu sehr vermenschlichen.
Dabei geht es nur darum einzusehen, dass auch Tiere leidensfähig sind. Wenn man der Ansicht ist, dass man menschliches Leid verhindern soll, muss man auch die Ansicht vertreten, dass tierisches Leid vermieden werden soll. Egal wie gross die Unterschiede zwischen Mensch und Tier auf anderen Gebieten sein mögen. Alle Menschen sind sich im Prinzip einig, dass man Tiere nicht leiden lassen soll, aber …

Renato Pichler
Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus