Kopf SVV-Mitgliedschaft Breite einstellen

Die SVV heisst seit 2014: Swissveg

Unsere neue Homepage finden Sie hier: www.swissveg.ch


Seite veraltet!
Diese Seite wird nicht mehr aktualisiert! Unsere aktuellen Infos finden Sie auf unserer neuen Homepage: Swissveg.


Vegane Kinder

Immer wieder wird behauptet, dass eine vegane Ernährung nicht möglich sei. Insbesondere nicht für Kleinkinder.
Dass dies zumindest für Eltern, die sich mit der Ernährung gut auskennen, nicht zutrifft, zeigen folgende Beispiele von Kindern, welche alle nie tierische Produkte zu sich genommen haben.
Natürlich muss man auch bei der veganen Ernährung von Kleinkindern sorgfältig vorgehen, doch sollte man dies bei jeder Art der Kinderernährung tun. Bei einer Ernährung mit tierischen Produkten ergeben sich viele möglichen Probleme (hohes Allergierisiko, Antibiotikarückstände, zu viele tierische/gesättigte Fette, Cholesterin, zu wenig Folsäure, Vitamin A und C usw.). Auch die vegane Ernährung kann man natürlich ungesund umsetzen, doch kann man bei einer gesunden Zusammenstellung diese Risiken besser vermeiden als bei einer Ernährung mit vielen tierischen Produkten.
Einen wesentlichen Nachteil hat die vegane Ernährung gegenüber der üblichen Durchschnittsernährung allerdings: Es ist sehr schwer, kompetente Ernährungsberater auf diesem Gebiet zu finden.


Maya im HasenkostümMaya

Zwei Jahre vor der Geburt meiner Tochter Maya wurde ich Veganerin, davor war ich bereits zehn Jahre Vegetarierin. Maya wird nun (März 2005) vier Jahre alt. Sie ist in ihrer Altersstufe die Grösste (ich bin aber auch gross), hat schon sehr früh komplizierte Sätze gesprochen und verstanden, vor allem aber ist sie sehr aufgeweckt und bereit, auf alle Menschen ohne Wenn und Aber zuzugehen.
Sie ist nie krank. Das letzte Mal waren wir vor zwei Jahren beim Arzt, und das war nur für eine Vorsorgeuntersuchung.
Ob ich Nahrungsergänzungsmittel einnehme? Ich nehme ab und zu Vitamin-B-Komplex-Kapseln vom veganen Versand (www.so-ja.de). Meine Tochter kriegt Multivitamin-Bärchen zur B12-Abdeckung. Aber nicht, weil ich Angst habe vor Mangelernährung, eher zur «Beruhigung» meiner Verwandten. Die B12-Sache ist einfach nicht definitiv geklärt und auf Eigenproduktion im Darm usw. möchte ich nicht setzen. Manchmal machen wir auch eine Eisenkur.

A. L.


NoahNoahNoah

Ich hatte eine vegane Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit. Ich war durch die Ernährung so optimal mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt, dass ich keine zusätzlichen Präparate nehmen musste, nicht einmal Eisen (das wird normalerweise während den meisten Schwangerschaften empfohlen).
Ich nehme aber generell, wenn auch nicht wirklich regelmässig, einen Vitamin-B12-Zusatz.
Mein Sohn Noah hatte ein Geburtsgewicht von 4070 g bei einer Grösse von 54 cm. Er zeigt damit, dass nicht jedes Kind veganer Eltern kleiner und dünner sein muss als die Kinder von omnivoren Eltern.

Karin M., Mutter von Noah


Amelie mit Mutter IreneAmelie, mein veganes Kind

Seit über 20 Jahren lebe ich vegetarisch, seit rund acht Jahren vegan.
Meine Schwangerschaft verlief von Anfang an völlig problemlos. Ich litt weder unter Übelkeit, noch hatte ich je Sodbrennen, war topfit und konnte bis zum letzten Tag meine Arbeit in unserem vegetarischen Restaurant Schillinger (siehe: www.charlys.at) verrichten. Da alle meine Blutwerte im optimalen Bereich waren, habe ich überhaupt nichts substituiert. Auch das Vitamin-B12-Pulver, das ich sonst gelegentlich nehme, habe ich für die Dauer meiner Schwangerschaft weggelassen.
Am 15. Oktober 2004 fuhr ich los, um wie üblich für die nächste Woche einzukaufen. Weil ich ein leichtes Ziehen im Bauch verspürte, besuchte ich zwischendurch meine Hebamme (die übrigens auch Vegetarierin ist). Sie stellte fest, dass der Geburtsvorgang begonnen hatte, also fuhren wir nach Hause, da ich mich für eine Hausgeburt entschieden hatte. Ich war total entspannt und weder nervös oder ängstlich. Zwischen den Wehen lachten und scherzten wir und es dauerte kaum drei Stunden, bis meine gesunde Tochter Amelie zur Welt kam. Die Geburt war so sagenhaft einfach und sanft, dass ich völlig überrascht war, als meine Tochter plötzlich da war. Es war eine wunderbare, unvergessliche Erfahrung.Amelie
AmelieMeine Hebamme, sie hat langjährige Erfahrung mit über 1000 begleiteten Geburten, bestätigte, dass Vegetarierinnen im Allgemeinen Kinder mit etwas geringerem Geburtsgewicht gebären, was naturgemäss auch den Geburtsvorgang erleichtert. Die Kinder sind dann zudem besonders vital und «holen sehr schnell auf». Auch der anfängliche Gewichtsverlust ist geringer. Sie hält das für gesund, also der menschlichen Natur entsprechend.
Amelie strotzt nur so vor Gesundheit und entwickelt sich prima. Sie ist ein besonders zufriedenes und ausgeglichenes Kind.
Zwei Monate nach der Entbindung liess ich nochmals ein Blutbild machen: wieder alle Werte in Ordnung, sogar noch immer viel Eisen. Natürlich wird Amelie voll gestillt und nicht geimpft.

Irene Schillinger, 33 Jahre aus
Grossmugl in Österreich
Kontakt: spinat@aon.at


Interview mit den Eltern von David

Wie lange lebtet ihr schon vegan, als David geboren wurde?
Mit der Geburt unseres Sohnes sind wir von Vegetarismus auf Veganismus umgestiegen. Wir durften durch den Besuch bei der Familie Langerhorst eine vegane Familie kennen lernen und konnten so unsere Zweifel ablegen und wussten, dass eine vegane Ernährung möglich und gut ist.

Gibt es besonders erwähnenswerte Unterschiede bei David gegenüber seinen Alterskollegen?
Nein, er ist sehr weltoffen – so sehr, dass es so manchen die Sprache verschlägt, mit welchen Themen ein 8-Jähriger «daherkommt» (z.B. Fleischessen verursacht Darmkrebs). Viele lassen daher ihre «Belehrungen» bleiben, da sie den Kürzeren ziehen.

Wie gehts gesundheitlich? War er oft krank?
Er geht gerne Ski fahren, ist sportlich und eher kräftig gebaut.
Erkältungen hat er eher selten.

Habt ihr Nahrungsergänzungsmittel genommen (z.B. vor/während der Schwangerschaft oder Stillzeit)? Oder bekommt David welche?
Auf Vollwerternährung wird geachtet – aber nicht übertrieben. Zum Einschulen machten Eltern und Kind den erweiterten Bluttest – Zitat: «So ein Blutbild hätten viele gerne.»
Dennoch überlegen wir (nach Empfehlung der Veganen Gesellschaft Österreichs) die Einnahme von Vitamin B12.

Irgendwelche generelle Tipps für andere Eltern, die ihr Kind vegan aufziehen wollen?
Vegan aufwachsen zu können ist eine Besonderheit. Es sollte aber Freude und nicht Verzicht vermittelt werden. Die Möglichkeit zu haben, einem Kind das positiv vorzuleben, ist eine Chance für die Eltern. Je zwangloser diese Lebensweise in der Familie gelebt wird, desto natürlicher wird das Kind diese Lebenslust auch in Zukunft sein Eigen nennen können.

Vielen Dank für die Informationen, Christian.

Christian Geiser war Inhaber der veganen Vollwertkonditorei in Österreich Vegavit.


Familienfoto Langerhorst
Familienfoto Langerhorst 2003. Von Links: Jakobus, Margarete, Elisabeth, Michael, Bernadette, Raphael.

Die vegane Familie Langerhorst

Das Familienfoto 2003 zeigt die vorher kleinen Kinder als Erwachsene. Elisabeth, unsere Älteste, war im ersten Jahr lakto-vegetarisch und seit Oktober 1973 lebt die ganze Familie bis heute vegan (somit alle weiteren Kinder von Geburt an vegan und Elisabeth ab dem 2. Lebensjahr). Elisabeth und Michael sind bereits ausgezogen und leben zeitweise lakto-vegetarisch, aber erst, seitdem sie erwachsen waren. Die noch zu Hause leben (Emanuel, Raphael, Bernadette) leben aus Überzeugung nach wie vor vegan.
Alle Kinder sind (vollständig!) ungeimpft!
Unsere Kinder bekamen/bekommen keine Nahrungsergänzungsmittel, weil wir einen eigenen Garten haben, in dem alles biovegan angebaut wird und jederzeit frisch zur Verfügung stand/steht.
In der heutigen Zeit sind Bioprodukte weit und breit im Handel erhältlich, sodass es möglich ist, sie zu kaufen. Nahrungsmittel aus konventionellem Anbau sind von den Inhaltsstoffen her oft nicht mehr so vollwertig wie dies in früheren Zeiten ganz normal der Fall war. In den letzten Jahrzehnten haben diese gewachsenen Nahrungsmittel ihre verborgene Seite, Raphael 13 Monate altLebensmittel zu sein, zum Teil verloren. So wirkt sich das auf jeden Fall in der Kinderernährung aus. Und darauf haben wir geachtet/achten wir. Wenn unsere Kinder bei seltenen Festen eingeladen waren und dabei einmal Milch oder Eier in Gerichten verarbeitet gegessen haben, transportierte der Körper das schnell wieder ab. Ein aufflammendes Fieber oder Schnupfen sorgte wieder für Ordnung im Körper.
Wichtig ist zu wissen, dass Gesundheit nicht alleine eine körperliche Angelegenheit ist. Der Urgrund für Gesundheit oder Krankheit liegt in der Seele jedes Menschen. Darum auch haben es manche Menschen von vornherein leichter oder schwerer.
Interessant ist, dass die lakto-vegetarisch aufwachsenden Kinder von Elisabeth zeitweise Fieberkrankheiten (als nötige Reinigung des Körpers) bekommen, was bei der rein veganen Lebensweise unserer Kinder nicht der Fall war. Die Kinder von Elisabeth leben auf Wunsch des Vaters lakto-vegetarisch, Elisabeth hätte die Kinder rein vegan aufgezogen.
Geburtsjahre der Kinder:
Elisabeth 1972
Michael 1977
Emanuel 1980
Raphael 1983
Bernadette 1989
Margarete Langerhorst

Siehe auch Artikel von Margarete Langerhorst im Vegi-Info 1/1997: «Eine vegane Familie» und «Landwirtschaft ohne Tierleid».

Weitere Informationen:

Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 21.12.2011

[nach oben


   
© Swissveg (ehemals: Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus (SVV)) | www.swissveg.ch | Impressum