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Problem Übergewicht – Hauptthema beim Kongress der europäischen Ernährungslobby

CIAA-Logo
Seit 1982 setzt sich die CIAA für die europäische Getränke- und Ernährungsindustrie ein.
Mit Sitz in Brüssel vertritt sie diese Lobby auch auf politischer Ebene.

Vom 30. September bis zum 1. Oktober 2004 fand im Zentrum von Brüssel unter dem Titel «Eating well, feeling good» (gut essen, sich wohl fühlen) wieder ein Treffen der Confederation of the food and drink industries in the EU (CIAA) statt. Unter den 400 Kongressteilnehmern aus den 25 europäischen Mitgliedsländern sowie Island, Israel, Norwegen und der Schweiz waren Vertreter nationaler und europäischer Institutionen, der Nahrungsmittelindustrie, von Verbraucherschutzorganisationen, Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, Ernährungsberater, Meinungsforscher und natürlich die Presse.

Alle Vorträge waren dem Thema Übergewicht und seinen negativen Konsequenzen gewidmet, das aus einer Vielzahl von Perspektiven betrachtet wurde:
– Was sind die Gründe für zunehmendes Übergewicht?
– Welche Folgen hat es für die Gesundheit der Bevölkerung?
– Welche Lebensmittel bevorzugen die Verbraucher (vor allem Kinder und Jugendliche)?
– Welche Produktentwicklung ist nötig für eine Verbesserung der Situation?
– Welche Anregungen und Initiativen können zu mehr körperlicher Betätigung führen?

Denis Hennequin, Vize-Direktor McDonald'e EuropaDer Vizepräsident von McDonald’s Europa, Denis Hennequin, berichtete den Kongressteilnehmern, dass die Schnellimbisskette demnächst auch Gemüsemahlzeiten anbieten werde. Er sieht aber auch die Probleme damit:
«Tatsache ist, dass die Menschen einen ungesunden und nicht ausgeglichenen Lebensstil wählen: zu hoher Konsum von kalorienreicher Nahrung ohne ausreichende körperliche Aktivität. Die Leute sagen, dass sie eine gesunde und ausgeglichene Lebensweise wollen – aber es gibt einen Unterschied zwischen dem, was sie sagen, und dem, was sie tun.»

Mangelnde Bewegung gilt als einer der Hauptgründe für Fettleibigkeit. Professor Vögele von der Roehampton-Universität, London, erwähnte diese Tatsache als eine der wenigen allgemein gültigen Erklärungen für eine im Übrigen ausserordentlich komplexe Situation, die sich im Laufe der nächsten Jahre noch zuspitzen werde. Ein schnittiges Patentrezept zur Entschärfung der Lage gäbe es bisher nicht.

Es ist klar, und niemand machte einen Hehl daraus, dass Konzerne Gewinne einstreichen wollen, aber die Manager wollen auch durchaus ihren Beitrag zur Lösung des Problems leisten. Wenn auch das letzte Wort der Konsument hat, der nur ihm zusagende Produkte in seinen Einkaufskorb legt (und möglicherweise an «Gesundem» nicht immer Gefallen findet), so ist die Nahrungsmittelbranche doch stark interessiert an der Entwicklung von fett-, zucker- und salzärmeren Angeboten. Es bleibt abzuwarten, ob für diese Alternativen mit genauso grossem Aufwand geworben wird wie für die Dickmacher.
Essen ist eine Freude für jeden gesunden Menschen und eine wichtige Gelegenheit für soziale Kontakte innerhalb der Familie, im Freundeskreis und unter Kollegen. Die Produktion und der Verkauf von Nahrungsmitteln und Getränken ist ein wichtiger europäischer Industriezweig mit einem Produktionswert von 6 Milliarden Euro, den drei Millionen Beschäftigte in 26000 Firmen erwirtschaften. Diese beiden wichtigen Elemente müssen wieder in ein Lot gebracht werden, das allen vernünftigen Interessen gerecht wird.
Herma Caelen

Robert Madelin, Generaldirektor für Gesundheits- und Verbraucherschutz in der EU:
«Herz- und Kreislaufkrankheiten sind die Haupttodesursache von Europäern. Bis zu 80% dieser Todesfälle könnten durch eine Änderung des Lebensstils vermieden werden … In Europa werden bis zu 8% aller Krankheitskosten durch Übergewicht verursacht …»