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Buchtipp: Die Milch kritisch betrachtet

Das Image der Milch wurde in den letzten Jahrzehnten durch enorme Marketinganstrengungen gepflegt. Noch vor 100 Jahren war ein natürlicher Ekel vor der Milch einer Kuh weit verbreitet, heute ist sie aus der Ernährung kaum mehr wegzudenken. Bei all diesen Werbeanstrengungen für dieses Produkt wird jede kritische Hinterfragung nicht gerne gehört. Aus dem englischen Sprachraum sind zwar schon seit einigen Jahren kritische Stimmen zum Konsum von artfremder, industriell verarbeiteter Kuhmilch bekannt.1 Doch noch nie gab es ein solch umfassendes Werk zu den verschiedensten Aspekten der Milch.

Maria Rollinger aus Deutschland hat in umfangreichen Recherchen die Milch von allen Seiten beleuchtet und ihr ein umfassendes, 350 Seiten starkes Buch gewidmet. Dabei geht sie nicht nur auf die gesundheitlichen Auswirkungen des Milchkonsums ein, sondern erläutert auch, wie es dazu kam, dass heute die meisten europäischen Erwachsenen diese Säuglingsnahrung ihr ganzes Leben lang konsumieren und sogar glauben, dies sei gesundheitlich notwendig. Sie beschreibt auch ausführlich, wie früher die Milch produziert, verarbeitet und verkauft wurde. Die ganze Entwicklung der Milch vom reinen Naturprodukt eines Dorfbauern zum heutigen Industrieprodukt ist nicht nur für Historiker interessant zu lesen. Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde der Begriff Rohmilch kaum verwendet, da es selbstverständlich war, dass Milch vom Bauern praktisch unverarbeitet direkt zum Konsumenten gelangte. Heute ist die Rohmilch fast vollständig Moderner Melkstandvom Markt verschwunden. Die Bauern liefern fast ihre gesamte Milch an Molkereien/Käsereien, wo sie zu unzähligen Produkten weiterverarbeitet wird. Aber auch die als Naturprodukt gepriesene Milch selbst wird dort nicht etwa nur gekühlt und abgepackt. Für die Herstellung der Konsummilch werden heute 20 bis 30 technische Grundbelastungen angewendet. Die bekanntesten Schritte sind Homogenisieren und Pasteurisieren bzw. Uperisieren. Dazwischen und danach wird sie oft mehrfach etwas erhitzt und wieder abgekühlt. Sie wird in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt (Rahm und Milchplasma) und danach wieder zusammengefügt. Dadurch kann man immer den auf der Produktepackung angegebenen Fettgehalt erreichen. Weshalb ist dies nötig? Die Kuhmilch ist ja für das junge Kalb gedacht und passt sich nach der Geburt des Kalbes laufend in ihrer Zusammensetzung der Entwicklung des Kalbes an. Dies wird in der Molkerei ausgeglichen, um ein standardisiertes Industrieprodukt zu erhalten.

Ein Zeichen, wie sehr sich die Milchindustrie bemüht, noch mehr Konsumenten für ihr Produkt zu gewinnen, ist die Überflutung des europäischen Marktes mit neuen Produkten:
Im Jahre 2002 kamen 19% aller neuen Produkte auf dem europäischen Markt von der Milchindustrie. An zweiter Stelle kommen abgeschlagen mit nur 8% alle neuen Fertiggerichte, die immer wieder als Boom angesehen werden.
Quelle: www.ciaa.be

Natürlich wird in diesem umfassenden Buch auch auf die Problematik des Milchzuckers (= Laktose) ausführlich eingegangen. Gemäss Schweizer Milchproduzentenverband leiden in der Schweiz immerhin 17% der Bevölkerung an Milchzuckerunverträglichkeit.2 Doch auch viele andere Inhaltsstoffe der Milch (Kasein, Wachstumsfaktor IGF I, Zitronensäure, Kalzium, Xanthinoxidase und andere Enzyme) und Produkte aus der Milch (Butter, Sauermilchprodukte, Käse, Milchpulver, laktosefreie Milch) werden kritisch beleuchtet.
Dadurch, dass dieses Buch erst in diesem Jahr erschienen ist, konnten auch viele neuere Erkenntnisse über das Gemelk der Kuh mit einfliessen. Für alle, welche nebst der ständig präsenten Milchwerbung auch einmal von einer anderen Seite dieses weit verbreitete Produkt kennen lernen wollen, bietet dieses Buch eine Fülle von Informationen, die sicher manche Leser überraschen wird.
Weitere Informationen zum Buch hat es auch im Internet unter: www.milchbessernicht.de
Dort finden Sie auch das vollständige Inhaltsverzeichnis und einige Textproben aus dem Buch.

Maria Rollinger: «Milch besser nicht», Jou-Verlag, 2004, Fr. 29.–, ISBN 3-00-013125-6. In der Schweiz erhältlich bei der SVV.

Fussnoten:

  1. Z.B. Don’t drink your milk! New frightening medical facts about the world’s most overrated nutrient von Dr. med. Frank A. Oski. 1992
  2. Was tun, wenn Milch Beschwerden macht? Eine Ernährungsinformation der Organisation der Schweizer Milchproduzenten SMP. 2001

Weiterer Artikel zu diesem Thema:

Schokolade ohne Milch ist gesünder
Die Milch (allgemeine Informationen)

Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 9.12.2008

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