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Aus dem Leben von Chris:
Vom Umgang mit Schafen

Von Chris Wernke, getippt von Mami Nicole

Chris

Servus, da bin ich wieder, Chris, das Vegi-Baby. Wobei – ich bin ja nun kein Baby mehr, sondern ein kleiner Junge von eineinhalb Jahren. Mir geht es blendend, meine Eltern ernähren mich vegetarisch (siehe Vegi-Info Nr. 2/2004: Vegi-Baby), ich kriege weiterhin Muttermilch, so viel ich will, und ansonsten lebe ich das spannende Leben eines Jungen, der die Welt entdeckt. Heute erzähle ich euch von unseren Schafen.

Wir wohnen nun auf einem schönen, grossen Hof mit viel Land, wo wir unsere drei Schafe halten. Die Schafe haben Mami und Papi schon lange, sie sind ganz zahm und geben Pfötchen. Echt jetzt! Habt ihr schon mal Schafe gesehen, die Pfötchen geben? Überhaupt – habt ihr schon mal Schafe gestreichelt, liebe Baby-Kollegen und -Kolleginnen? Ich glaube kaum. Meist sind Schafe scheue Tiere, die nur als Nutztiere gehalten werden.
Nicht so bei uns: Sie gehören zur Familie. O.K., sie schlafen zwar im Stall und fressen Heu und Gras – aber ansonsten werden sie wie Familienmitglieder behandelt. Und deswegen sind sie ganz zahm. Olga, mein Lieblingsschaf, ist regelrecht vernarrt in mich. Die freut sich immer total, wenn ich zu ihr komme. Dann stellt sie sich neben mich und guckt mich an – und wartet, was passiert.

«Frau Müller» und Chris vergnügt im Stall.


Chris mit seinem Lieblingsschaf Olga,
beide sind Vegetarier.

Olga, Susi und Frau Müller

Es ist nämlich so: Ich kenne die Schafe, seit ich auf der Welt bin. Schon als ganz kleines Baby durfte ich auf Olgas weichem Fell liegen, mich von Frau Müller (das ist das Leitschaf und deswegen dürfen Aussenstehende sie nicht duzen) und deren Tochter Susi beschnuppern lassen. Die wollten mich auch immer ablecken, aber das, hat Mami gesagt, dürfen sie nicht. Wir wollen ja mal nicht übertreiben.
Nun gehe ich also ganz alleine zu den Schafen und Olga stellt sich schützend neben mich. Ich kann sie streicheln und an ihren Haaren ziepen, sie lässt sich alles gefallen. Wenn ich weggehe, trottet sie brav neben mir her. Ich glaube, die weiss, dass ich noch ein kleiner Junge bin und sie gut aufpassen muss. Ihre Hufe sind nämlich – wenn sie mir auf den Fuss treten würde – recht hart und Olga wiegt so an die 70 Kilo. Aber sie spürt offenbar, dass sie auf mich aufpassen muss und verhält sich entsprechend sanft.
Susi, die jüngste der drei Schafe, ist hingegen nicht so angetan von mir. Die mag mich irgendwie nicht. Pfff! Soll sie halt. Aber Mami meint, das sei normal. Auch Schafe haben Vorlieben, was Menschen angeht. Susi zum Beispiel mag meinen Papi sehr. Von dem lässt sie sich sogar liegend den Bauch kraulen. Aber eben, mit mir kann sie nicht viel anfangen.
Frau Müller mag mich auch. Frau Müller, so müsst ihr wissen, ist ein sehr weises Schaf. Sie ist ein herzensgutes Tier, so sanftmütig und geduldig. Ein ganz spezielles Schaf. Mami sagt, sie ist schon sehr alt, verliert bereits einige Zähne, aber ihr geht es immer noch super gut. Sie springt und hüpft herum wie ein junges Reh.

Hüpfen vor Freude

Hey, habt ihr schon mal Schafe vor Freude hüpfen gesehen? Man kann dies manchmal bei ganz jungen Schafen beobachten. Später, wenn sie älter sind, hüpfen sie in der Regel nicht mehr. Aber bei uns ist das anders: Unsere Schafe hüpfen uns nach. Das ist immer ein tolles Schauspiel!
Und so funktionierts: Papi und ich pfeifen den Schafen, sie kommen sofort, wenn sie uns hören oder sehen. Dann rennt Papi auf der Weide auf und ab und die Schafe rennen ihm hinterher. Sie machen Luftsprünge und hüpfen mit allen Vieren gleichzeitig, wie junge Ziegen. Stellt euch das mal vor! Papi rennt, die Schafe hüpfen. Und ich stehe daneben und kreische vor Freude und klatsche in die Hände. Nach einigen Minuten ist dann Schluss, denn mit Olgas Kondition steht es nicht eben zum Besten. Sie ist etwas mollig (nett ausgedrückt) und nach ein paar Minuten fängt sie an zu hecheln.

So alt werden, wie die Natur es erlaubt

Seht ihr, so Schafe sind ganz liebe und gescheite Tiere. Sie unterscheiden zwischen den Menschen, die sie mögen, und Fremden und bringen den vertrauten Menschen sogar Zuneigung entgegen. Offensichtlich sind sie sogar imstande, zwischen grossen Menschen und kleinen Menschen (wie ich einer bin) zu unterscheiden und entsprechend zu handeln.
Ich bin froh, dass die drei Schafe bei uns leben und nichts zu befürchten haben. Ich glaube, sie wissen, dass wir ihnen niemals etwas antun werden und sie so alt werden dürfen, wie die Natur es erlaubt. Und meine Eltern freuen sich, dass ich hier in der Natur aufwachsen darf und von Anfang an den Umgang mit Tieren erlerne.
Also, liebe Baby-Kolleginnen und -Kollegen, wenn ihr das nächste Mal Schafe auf einer Weide seht, dann denkt daran, dass das ganz liebe und schlaue Tiere sind. Vielleicht könnt ihr, mit etwas Geduld, ein Schaf streicheln (sie mögen es vorne am Hals und auf dem Rücken entlang der Wirbelsäule). Und sonst winkt ihnen doch einfach zu. Dann nämlich merken sie, dass ihr ihnen freundlich gesinnt seid.

Bis zum nächsten Mal! Ich grüsse euch alle herzlich
Chris, chris@wernke.ch