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Tierschutz in China – ein Paradox?

In keinem Land der Welt werden Tiere so behandelt, wie Vegetarier es sich wünschen. Aber man kann wohl mit einigem Recht sagen, dass die gewollten Grausamkeiten in einigen asiatischen Ländern ganz besonders ausgeprägt sind.

Chinesischer HundefängerZeitungen und Fernsehanstalten muten ihren jeweiligen Lesern und Zuschauern nur ganz selten Berichte über die grimmigen Zustände zu. Man kann allerdings Einzelheiten auf den Websites jener Organisationen finden, die schon seit vielen Jahren gegen die furchtbaren Zustände ankämpfen. Mag man auch die Motivation und das Stehvermögen bewundern, mit denen ganz besonders Motivierte sich gegen den Horror zu stemmen versuchen: Sie stehen auf ziemlich verlorenem Posten. Nicht einmal von der Organisation der Vereinten Nationen für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) erhalten sie Unterstützung bei ihrer Forderung, Hunde und Katzen aus der Liste der Schlachttiere zu streichen.
Besonders beliebte Schlachthunde in China sind Bernhardiner, die freundlich und leicht zu züchten sind und ein Maximum an Fleisch hergeben. Der Fleischhunger ist enorm und wächst weiter, und in der letzten Zeit ist besonders im Zusammenhang mit dem SARS-Ausbruch der Welt gezeigt worden, welche Tiere auf der chinesischen Speisekarte stehen: alle!
Tiertransporte und -tötungen werden mit einer unsäglichen Brutalität durchgeführt, genau wie die Beseitigung der Streuner, die wegen Tollwutgefahr nicht gegessen werden können: Die Organisation SIRIUS berichtet, dass in der Stadt Cixi zwischen dem 10. und 16. Oktober 40000 Hunde mit Eisenstangen erschlagen wurden, und zwar öffentlich vor den Augen von Passanten (ein chinesischer SIRIUS-Mitarbeiter 2 Welpenfotografierte heimlich).
Auch im Handel mit Hunde- und Katzenfellen spielt China eine Hauptrolle und exportiert die meisten der mehr als 2 Millionen jährlich verkauften Hunde- und Katzenpelze, die den Tieren nicht selten bei vollem Bewusstsein abgezogen werden.

Ausser Riesenpandas geniessen Tiere bisher keinen Schutz in China

Mag es auch in Peking ein Gesetz geben, welches das Aussetzen von Tieren oder deren Misshandlung verbietet, so werden doch keine Strafen verhängt. Diese Situation hat Lu Di (76), pensionierte Professorin und Vorstand der chinesischen Organisation für den Schutz kleiner Tiere, dazu veranlasst, die Erarbeitung wirksamer Tierschutzgesetze zu fordern – als «Symbol für ein zivilisiertes Land». Ein erster Hoffnungsschimmer?
Aber auch sonst hört man leise neue Töne aus dem Riesenland: Es scheint, dass die Chinesen allmählich die Freude entdecken, die Tiere ihnen vermitteln können. Vor allem eine wachsende Anzahl von Alleinstehenden schätzt die Gesellschaft der Vierbeiner.
Bei steigendem Einkommen in China leistet man es sich neuerdings, 217 $ für einen Rassehund zu zahlen, für sein Duftbad 72 $ hinzublättern und teure Trainingskurse zu finanzieren, denn ein elegantes und wohl erzogenes Haustier beweist den guten Geschmack und Wohlstand seines Halters. So boomt der Handel mit Hunden und bringt saftige Zuwachsraten bei allem, was mit deren Haltung, Pflege und Ausbildung zu tun hat.
Im letzten Monat wurde sogar im Osten von Peking der erste lizenzierte Hundemarkt eröffnet: Geimpfte Rassehunde mit Gesundheitszeugnis kann man dort kaufen. Drei weitere Märkte sollen folgen und den bisher chaotischen und rücksichtslosen Handel regulieren.
Erwacht allmählich in China die Bereitschaft, in nicht-menschlichen Wesen mehr zu sehen als wandelnde Mahlzeiten?
Herma Caelen

Quellen:

– Sirius Gobal Animal Organisation, Neuseeland
European Vegetarian and Animal News Agency (EVANA)