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«Einmal Extragross, bitte»

Vor kurzem lief in den Schweizer Kinos ein Film an, der ungewöhnlich viel zu reden gab. Es war nicht irgendein brisanter Actionfilm mit vielen Stunts, sondern er gehört in die Reihe der Dokumentarfilme. Und er zeigte eine wichtige Tatsache auf, an der auch heute noch manche Ärzte zweifeln.

Bei diesem Dokumentarfilm handelt es sich um den Film «Supersize me» von Morgan Spurlock. Spurlock hatte sich entschlossen, sich einen Monat lang ausschliesslich bei McDonald’s zu ernähren, und zwar zum Frühstück, zum Mittag- sowie zum Abendessen. Nichts anderes als Softdrinks, Pommes frites, Big Macs, Cheeseburger, Salat mit Dressing usw. Als Rahmenbedingung nahm er sich vor, jedes McDonald’s-Angebot mindestens einmal zu konsumieren.
Auslöser für dieses ungewöhnliche Projekt war für Spurlock die Abweisung einer Klage zweier Mädchen, welche McDonald’s wegen ihres Übergewichts verklagt haben. Ihr Essen sei gesund und mache keinesfalls krank oder übergewichtig, so McDonald’s in einer Stellungnahme zu dieser Klage. Spurlock dachte wohl anders und fand sich alsbald bestätigt.

Probleme tauchen auf

Spurlock geht kerngesund in das Projekt. Optimales Gewicht sowie gute Blut- und Leberwerte. Dies mag keine Überraschung sein, wenn man bedenkt, dass seine Freundin Veganerin ist und so ihren Freund mit gesunden Gerichten bekocht.
Während seines Projekts wird Spurlock von drei Fachärzten, einer Ernährungsberaterin sowie einem Physiologen begleitet. Die Betreuer sind sich weitgehend einig, dass sich die Cholesterin- und Blutfettwerte erhöhen könnten. Auch ein paar Kilos mehr seien wahrscheinlich, so die Meinung der Experten. Doch keiner der drei Experten erkennt die Gefahr dieser einseitigen Kost. Am Anfang des Projekts bereitet diese «Diät» Spurlock Freude, auch tauchen (noch) keine Probleme auf. Doch dies soll sich bald ändern. Spurlock nimmt zu, innert einer Woche vier Kilo, die Blutfett- und Cholesterinwerte schiessen in die Höhe, er hat spürbare Probleme mit dem Herzen, Potenzprobleme tauchen auf und die Leberwerte sind so erschreckend, was sich keine der Fachpersonen erklären kann. Begleitet werden diese körperlichen von den psychischen Problemen. Nach 19 Tagen raten die begleitenden Ärzte dringend davon ab, das Projekt weiterzuführen, denn anhand der Daten sei es lebensgefährlich, auf diese extreme Weise weiterzumachen. Doch Spurlock lässt sich nicht beirren und macht weiter. Nach dreissig Tagen sind neben den Blutfett- und Cholesterinwerten insbesondere die Leberwerte erschreckend. Solche Leberwerte kannten die Ärzte sonst nur von schwersten Alkoholikern. Während der ganzen dreissig Tage nahm Spurlock insgesamt 12 Kilo, von 84 auf 96 Kilo, zu und die Cholesterinwerte stiegen um 65 Punkte auf 230 Punkte an. Niemand, weder er selber noch seine Freundin und schon gar nicht die begleitenden Experten, hätte erwartet, dass diese «Diät» auf so extreme Weise den Körper innert dreissig Tagen schädigen kann.
Ein weiterer interessanter Nebeneffekt dieser Ernährung war deren Suchtwirkung: Obwohl diese Ernährung Spurlock schon nach wenigen Tagen nicht mehr begeisterte, konnte er mit dem Essen kaum aufhören. Seine bedrückte psychische Stimmung wurde nur während des Essens kurzzeitig unterbrochen.

Film zeigt wichtige Tatsache auf

Auch wenn die im Film vorkommenden Grössen und Mengen der Portionen sowie die Anzahl der Fastfood-Restaurants, insbesondere die Anzahl der McDonald’s, kaum auf Schweizer Verhältnisse übertragbar sind, so zeigt der Film doch eine äusserst wichtige Tatsache auf, nämlich den Zusammenhang von Ernährung und Gesundheit. Auch heute noch gibt es Ärzte, die diese Tatsache verneinen und meinen, Ernährung spiele, wenn überhaupt, eine kleine Rolle bei der Gesundheit des Menschen. Dieser Film liefert den besten Beweis für den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit. Auch wenn einige Menschen den Wert der Ernährung überschätzen und meinen, das ganze menschliche Glück hänge nur von der Ernährung ab, so ist der Wert der Ernährung weder zu unter- noch zu überschätzen. Die Ernährung ist ein entscheidender Faktor bei unserer Gesundheit.

Weitere Informationen:

  • www.supersizeme.com (offizielle Internetseite zum Film)
  • blogs.indiewire.com/morganspurlock/ (Internetseite mit dem Tagebuch von Spurlock, Tourdaten usw.)
  • H. S. Füessl: Filmemacher hat Recht: Fastfood verfettet, MMW-Fortschr. Med. Nr. 35-36 / 2004 (146. Jg.). www.mmw.de
  • C. B. Ebbeling et al.: Compensation for energy intake from fastfood among overweight and lean adolescents. JAMA 291, (2004) 2828–2833.