Dem bio-veganen Land- und Gartenbau
und der veganen Lebenskultur gehört die Zukunft
Das war das klare Ergebnis einer internationalen deutsch-schweizerisch-österreichischen Vegetariertagung in Verbindung mit dem 3. bio-veganen Landbautag am 15. Mai 2004 in Friedrichshafen am Bodensee.
Die Verknüpfung der Vegetariertagung, in deren Mittelpunkt der bio-vegane Land- und Gartenbau stand, mit dem 3. bio-veganen Landbautag hat sich als günstig erwiesen: Mit ca. 50 Besuchern konnte die Veranstaltung vom Inhalt und Ablauf als auch von der Teilnehmerzahl zufrieden stellen.
Neben der Darstellung der Grundelemente des bio-veganen Land- und
Gartenbaus durch Ronny Witek aus Wien gab es auch einen Bericht des
Praktikers Hans Pfänder aus Schwabmünchen bei Augsburg. Die
Gesundheitsberaterin Juliane Rabestein aus Oberteuringen bei
Friedrichshafen informierte über die gesundheitlichen Aspekte
der vegetarischen und veganen Ernährungsweise. Die kooperative
Gartenbaumethode nach Eike Braunroth wurde durch Reiner Degen
(Gesamtorganisation), Salem, dargestellt.
Bereits am Vormittag konnte in der Fussgängerzone in
Friedrichshafen mit mehreren Informationsständen auf die
Anliegen der friedfertigen, veganen Lebenskultur und des bio-veganen
Land- und Gartenbaus aufmerksam gemacht werden, wobei die
Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus die
Öffentlichkeitsaktion mit einem besonders umfangreichen
Informationsstand bereicherte. Erfreulich zahlreich waren im
Übrigen die Teilnehmer aus der Schweiz vertreten.
Ronny Witek gelang es sehr gut, in Kooperation mit dem Publikum, die
wesentlichen Elemente des bio-veganen Land- und Gartenbaus, die
Friedfertigkeit, die Nachhaltigkeit und die Erdverbundenheit,
herauszuarbeiten.
Wer den Tierschutz, das Recht der Tiere auf Leben, die Achtung vor
allem Leben und damit zentrale ethische Aspekte wirklich konsequent
ernst nimmt, wer die bekannten ökologischen Auswirkungen der
Tierhaltung auf das Weltklima, die Gefährdungen von Boden, Luft
und Wasser, den enorm hohen Nahrungsmittel- und Energieverbrauch
sowie die Hungersnöte in vielen Teilen der Erde erkennt und
nicht verdrängt, kommt zum klaren Ergebnis, dass kein Weg an der
veganen Lebenskultur und damit logischerweise dem bio-veganen Land-
und Gartenbau vorbeiführt, um ein Überleben, ein
friedliches Zusammenleben zwischen den Menschen sowie zwischen den
Menschen und der Natur zu erreichen.
Der Mensch von morgen wird ein Liebender sein oder er wird nicht mehr
sein, hiess der von Reiner Degen in den Raum gestellte Leitsatz, der
immer wieder in den Redebeiträgen durchschimmerte.
Wie eine erfolgreiche Umstellung von der Tierhaltung auf tierlosen,
bio-veganen Land- und Gartenbau auch tatsächlich funktioniert,
konnte Hans Pfänder aus seiner annähernd 10-jährigen
Praxis anschaulich schildern. Neben der Existenzsicherung durch den
landwirtschaftlichen Betrieb wurden auch die sozialen Aspekte sowie
die Vorteile der zeitlichen Flexibilität durch den Wegfall der
mit der Tierhaltung verbundenen regelmässigen und immer
wiederkehrenden Aufgaben deutlich. Zahlreichen Menschen könnten
Teilzeitarbeitsplätze angeboten werden.
Die aus Lebensreformer- und Vegetarierkreisen schon länger
betonten gesundheitlichen Vorteile einer vegetarischen und veganen
Ernährung wurden auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand von
der jungen Gesundheitsberaterin Juliane Rabestein lebendig
vermittelt. Sie konnte hierbei insbesondere auf die Kernaussage des
neuesten amerikanischen und kanadischen Positionspapiers zur
vegetarischen Ernährung (herausgegeben von der American Dietetic
Association und der Dietitians of Canada) zurückgreifen:
«Eine gut geplante vegane oder andere Art der vegetarischen Ernährung ist für jede Lebensphase geeignet, inklusive während der Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und in der Pubertät ...»
Auch der bisher immer wieder hervorgehobene Mangel an bestimmten
Mineralien und Vitaminen konnte widerlegt werden. Zahlreiche Fragen
aus dem Publikum konnten zufrieden stellend beantwortet werden.
Als eine wichtige Ergänzung der konsequent betriebenen veganen
Lebenskultur und des bio-veganen Land- und Gartenbaus verdeutlichte
Reiner Degen die kooperative Gartenbaumethode, eine friedfertige
Anbauweise im Garten und auf dem Feld, die keine Schädlinge
kennt, sondern ein friedliches, harmonisches Miteinander mit den dort
lebenden Kleinlebewesen pflegt. Die geistige Kommunikation, die
Bereitschaft, mit den Tieren einen Friedensvertrag abzuschliessen, um
ihren Lebensraum abzusichern, und die Änderung der inneren
Haltung, die keinen Kampf mehr kennt, sind dabei die wesentlichen
Elemente.
Erfolgreich war auch das der Tagung vorausgegangene internationale Bodensee-Vegetariertreffen, das für eine aktive Zusammenarbeit auf regionaler Ebene wichtige Impulse gab. Zwischenzeitlich fand bereits ein regionales Arbeitskreistreffen unter dem Leitgedanken «Aufbruch in eine friedliche, vegetarische/vegane Lebenskultur» statt. Ja, dem bio-veganen Land- und Gartenbau und der veganen Lebenskultur gehört wirklich die Zukunft. Seien wir davon voll überzeugt und zuversichtlich, dass unsere Bemühungen zur Information unserer Mitmenschen mehr und mehr auf fruchtbaren Boden fallen. Es ist Wendezeit!
Reiner Degen
Weitere Informationen im Internet:
- Biovegan-Homepage der Schweiz
- Biologisch-Veganes Netzwerk für Garten- und Landbau: www.biovegan.org
- Kooperation mit der Natur: www.naturkooperation.org
[Vegi-Info 2004/2 Inhaltsverzeichnis]
Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 6.4.2009
