Zuschriften an die Redaktion:
Der Artikel «Mein Schlachthoferlebnis», im
letzten Vegi-Info auf Seite 11–14, muss jedem mitfühlenden
Menschen nahe gehen.
Die Entwicklung des Menschen im guten Sinne geht Gott sei Dank
weiter. So haben aufgrund unserer Seminare bereits einige Bauern in
der Schweiz die Planung eines Freilaufstalles verworfen, weil sie von
der Tierhaltung weg und mit unserer Hilfe zum Pflanzenanbau kommen
wollen.
Von unserer Seite arbeiten wir stark an der Bewusstseinsbildung der
Bauern in aller Welt. Diejenigen, die noch mit Tieren in einem
Seminar arbeiten wollen, bekommen zur Auflage, diese in die
Schlachthöfe zu begleiten.
Veränderung geht wirklich nur freiwillig und durch
Bewusstseinsveränderung. Und jeder kleine Erfolg ist ein
grosser Schritt, wenn wir bedenken, dass wir damit das Leben der Erde
und auf der Erde verlängern. Es ist die Herzensqualität der
Menschen anzusprechen. Dadurch kam schon häufig mehr Liebe in
die Bauernfamilien und mit der erlebten Freiheit der Bauern konnten
sie in einem ersten Schritt den Tieren ihres Verantwortungsbereiches
mehr Freiheit geben.
Als Lehrer für Kinder im Grundschulalter hat das Vorbild bei
einigen Schülern dazu geführt, dass sie zu einem
vegetarischen Essverhalten geführt wurden und sich noch heute
vegetarisch ernähren. Häufig verwenden wir die Rezepte von
Urs Hochstrasser, besonders für Getränke.
Alle Schüler meiner Klasse halten sich an den Schutz der kleinen
Tiere aus ihrer Herzensqualität. Ameisen, Spinnen, Fliegen
werden sämtlich geschont, ja verteidigt gegenüber noch
kämpferischen Schülern. Aber es gibt auch schon
Schüler aus höheren Klassen, die angstfrei einer Spinne
– die im Schulgebäude an einer für sie
gefährlichen Stelle sitzt – sanft zureden auf ihre Hand zu
steigen, um sie in den Schulgarten zu tragen.
Allerdings wollte eine Mutter wissen, als ich von unserem
wöchentlichen veganen Pausenessen sprach, ob denn die Kinder
Wurst auf dem Pausenbrot essen dürften. Wenn das Bewusstsein
sich ändert, werden solche Ängste
überflüssig.
In meiner Schulklasse ist es seit Beginn üblich, mit den
Kindern in der Vorweihnachtszeit Plätzchen und Kekse zu backen.
Und dies natürlich ohne tierisches Eiweiss. Den Kindern hat es
bisher viel Freude gemacht. Es hat ihr Bewusstsein erweitert. Das
Gebäck (Heidesand und Vanillehörnchen aus
Vegi-Info 4/2003) hat ihnen sehr gut gemundet. Und auch den
Eltern schmeckte es, als ich es ihnen bei einer Elternversammlung
anbot. Als sie die Rezepte haben wollten, sagte ich ihnen, diese
seien etwas ganz Normales. Ich lud sie zu einem gemeinsamen Backabend
in die Schulküche ein. Es war sehr gut für sie, sich von
einer anderen Seite kennen zu lernen und etwas Gesundes für sich
und ihre Familie zu erfahren. Die Erfahrung, dass wirklich etwas
Essbares dabei herauskommt, das auch noch gut schmeckt, liess sie in
ihrem Bewusstsein dem «grünen Gedankengut» schon
näher kommen.
Ich selbst hatte ja als Kind (in der Kriegszeit) erlebt, dass meine
Mutter und Grossmutter so gebacken hatte. Die Eltern wunderten sich,
dass weder Ei noch Tiermilch dabei waren.
An unserer Schule, die ein Sprach-, Förder-, Beratungs- und
Diagnosezentrum ist, bereitet der Elternbeirat seit Jahren alle zwei
Monate an einem Tag der Woche ein veganes Pausenessen, genannt
«Gesundes Pausenbrot».
Dem Schulort «Hammelburg» entsprechend gibt es die so
genannten «Hammelburger». Diese bestehen aus einem
Vollkornbrötchen, Salatblättern zum Belegen,
natürlicher Tomatensosse und einem Körnerbratling. Auch der
Preis stimmt dafür: 1,– Euro. Mit einem Hammelburger wird
man schon satt. Der Überschuss aus dieser Aktion kommt den
Schülern zugute. Es werden für die Pausenzeit Spiele und
Geräte angeschafft.
Eike Braunroth, Präsident
Kooperation mit der Natur e.V.
[Vegi-Info 2004/1 Inhaltsverzeichnis]
Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 9.12.2008
