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Zuchtfische: Alternative zu schwermetallbelastetem Meeresfisch?

Die bisher praktisch kritiklos wegen ihres Omega-3-Fettsäuren-Gehalts hoch gelobten Fische kommen durch neuere Studien immer mehr unter Beschuss. Im Februar 2004 erreichte wieder eine solche Meldung die Öffentlichkeit: Kinder, deren Mütter während ihrer Schwangerschaft viele mit Quecksilber belastete Meerestiere assen, können bleibende Hirnschäden davontragen. In derselben Woche verdoppelte die EPA (Environmental Protection Agency) der USA ihre Schätzungen der Anzahl der in den USA neugeborenen Kinder, welche mit gefährlich hohen Quecksilberwerten auf die Welt kommen, auf 630000.

Die Propagandisten des Fischkonsums fühlen sich durch solche Meldungen verständlicherweise in die Ecke gedrängt. Einen Ausweg sahen sie darin, dass man statt der Meeresfische nun Zuchtfische konsumieren solle. Doch auch diese Empfehlung verlief in einer Sackgasse: Am 9. Januar 2004 veröffentlichte das renommierte Wissenschaftsmagazin Science eine Studie, wonach Zuchtlachse meist wesentlich mehr Dioxine, PCBs, DDT und andere Gifte enthalten als im Meer gefangene frei lebende Lachse. Am stärksten belastet waren Zuchtlachse aus Europa.
Wer nun glaubt, einfach auf Biofisch ausweichen zu können, irrt sich gleich noch einmal: Die Konsumentenzeitschrift Puls-Tipp (Ausgabe Dezember 2002) fand bei ihren Recherchen heraus, dass nicht nur Zuchtlachse, sondern auch Forellen aus Fischzuchten Antibiotikarückstände enthielten (nebst anderen Belastungen).
Dass die Meere immer mehr vergiftet werden, ist schon länger bekannt. Durch die Nahrungskette reichern sich alle darin enthaltenen Giftstoffe in den Fischen stark an. Doch woher kommen die Gifte bei den Zuchtfischen?
Die Fischzucht hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie die Massentierhaltung im Allgemeinen: Die Tiere sind auf zu engem Raum unnatürlich gehalten. Damit die Fische deswegen nicht erkranken, werden dem Futter sehr oft Medikamente und/oder Antibiotika beigemischt. Ausserdem wird auch viel Fischmehl verfüttert, das wiederum aus Meeresfischen hergestellt wurde. So geraten auch die Zuchtfische in die Nahrungskette der Meere, wodurch sich alle Schadstoffe aus dem Meer auch in den Zuchtfischen anreichern. Wer Zuchtfische kauft, um die Überfischung der Meere zu verhindern, sollte sich deshalb über das Futter dieser Fische eingehend informieren. Da können die Illusionen über die Erhaltung der Meeresfische schnell verschwinden.
Doch weshalb wird Fisch als sehr gesund empfohlen? Dies liegt praktisch ausschliesslich an seinem Gehalt an Omega-3-Fettsäuren. Diese erhält man aber viel gesünder auch aus Leinsamen, Leinsamenöl oder Rapsöl. Dabei nehmen Sie garantiert kein Cholesterin, keine Medikamentenrückstände und kaum Quecksilber auf. Und nicht zuletzt werden natürlich bei diesen Omega-3-Fettsäuren-Quellen auch die Meere und deren Bewohner geschont, da keine Fische dafür getötet werden müssen. Einen ausführlichen Artikel zum Thema Omega-3-Fettsäuren können Sie im Vegi-Info 1998/3 nachlesen.

«Nun kann ich euch in Frieden betrachten; ich esse euchnicht mehr.»
(Beim Betrachten von Fischen in einem Aquarium)
Franz Kafka (1883–1924),
Schriftsteller

Quellen:
– Science, Vol. 303, 9. Januar 2004, Seiten 226–229: Global Assessment of Organic Contaminants in Farmed Salmon
– Puls-Tipp, Dezember 2002, Seiten 14–17: Antibiotika im Biofisch
– Planet Ark, 9. Februar 2004: Mercury Damage Seen in Children of Fish Eaters,
http://www.planetark.com/dailynewsstory.cfm/newsid/23735/story.htm

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