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Britische Studie zweifelt Tierversuche an: Ärzte gegen Tierversuche sehen sich bestätigt

Britische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Ergebnisse von Tierversuchen häufig keine Relevanz für den Menschen haben. Sie fordern eine Überprüfung der tierexperimentellen Forschung, da sie den Nutzen von Tierversuchen für den Menschen generell in Frage stellen. Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche begrüsst diese jüngste Studie, die die Unsinnigkeit von Tierversuchen unterstreicht.

Die im British Medical Journal, in einer der drei weltweit angesehensten medizinischen Fachzeitschriften, erschienene Studie einer Arbeitsgruppe um Prof. Ian Roberts von der London School of Hygiene and Tropical Medicine geht der Frage nach der klinischen Verwertbarkeit von Tierversuchen nach. Dazu wurden verschiedene Übersichtsartikel ausgewertet, die Ergebnisse aus Tierversuchen mit den entsprechenden klinischen Untersuchungen vergleichen.

Die eingehende Analyse dieser Arbeiten zeigte zahlreiche Mängel im tierexperimentellen System auf. So unterscheiden sich die Ergebnisse von gleichermassen an Tieren und Menschen durchgeführten Studien oft ganz erheblich voneinander. Ausserdem finden Tierversuche häufig nicht vor klinischen Versuchen statt, sondern gleichzeitig, was ihre Relevanz für den Menschen noch weiter in Frage stellt.
Wenn Tierversuche klinischen Studien vorausgehen, so verhindern negative Resultate oft nicht, dass entsprechende Tests doch noch am Menschen stattfinden, wodurch die vorangegangenen Tierversuche ad absurdum geführt werden. Die ungenauen Ergebnisse aus Tierversuchen können Patienten gefährden und sind zudem eine Verschwendung von Forschungsgeldern. Weiter kritisieren die britischen Wissenschaftler, dass trotz der aufgezeigten Schwachpunkte mehr Geld in die experimentelle Grundlagenforschung gesteckt wird als in klinische Studien. Die Autoren fordern eine rigorose Überprüfung, ob Tierversuche überhaupt einen nachweisbaren Nutzen bringen, bevor man weitere Experimente durchführt.

Die Ärzte gegen Tierversuche, eine aus mehreren Hundert Medizinern und im medizinischen Bereich tätigen Wissenschaftlern bestehende bundesweite Vereinigung, sehen ihre Kritik bestätigt. «Die Studie entlarvt den Tierversuch einmal mehr als das, was er ist: gefährlicher, wissenschaftlicher Unsinn, dem Millionen von leidensfähigen Mitgeschöpfen zum Opfer fallen, sowie eine immense Verschwendung von Steuergeldern», erklärt Dr. Corina Gericke von den Ärzten gegen Tierversuche.

Pressekontakt:
Astrid Reinke
Tel. 0049 (0) 5241-238467
presse@aerzte-gegen-tierversuche.de

Quelle:
BMJ 2004; 328:514-517

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