Forderung an die europäischen Agrarminister: «Stoppt Langzeit-Tiertransporte!»
Der Bundesverband «Menschen für
Tierrechte» schickte am
14. November Tausende von Schafen, Kühen, Schweinen und
Hühnern aus Plüsch, sorgfältig aufgehängt an den
Seitenwänden eines «Vieh»-Transporters, von
Deutschland nach Belgien. Am Montag, dem 17. November, wurden sie
dann mit vielen anderen Spielzeugtieren aus allen Ecken Europas vor
dem EU-Ministerrats-Gebäude in Brüssel vereint.
Hannelore Jaresch vom Bundesverband
sagte: «Wir hoffen, dass dieser Aufstand der Kuscheltiere auch
die Herzen der Landwirtschaftsminister erreicht, denn nur eine
Begrenzung der Transporte auf maximal 8 Stunden, wie vom
Europaparlament und vor wenigen Tagen auch vom deutschen Bundesrat
gefordert, wäre ein Schritt in die richtige Richtung.»
Am Fahrzeug angebrachte Spruchbänder forderten ein Ende der
Langzeittransporte, die nicht selten 30 bis 90 Stunden dauern und die
viele Tiere gar nicht und andere nur schwer verletzt überleben.
Auch an den in Deutschland gesammelten Plüschies hingen Aufrufe
und Notizen, auf denen die Spender der «Transporttiere»
ihre entschiedene Ablehnung dieser Quälereien ausgedrückt
hatten. Natürlich protestieren nicht nur deutsche Bürger
gegen grausame Langzeittransporte, u. a. haben sich auch in England
vier von fünf Befragten generell gegen den Export von lebenden
Tieren ausgesprochen.
Die Aktion war von der European Coalition for Farm Animals (ECFA)
organisiert worden, einem europaweiten Zusammenschluss von
Tierschutzorganisationen unter der Federführung von CIWF (UK),
dem u. a. der Bundesverband Menschen für Tierrechte (D) und GAIA
(B) angehören. Vertreter von 26 Organisationen aus 12
Ländern waren angereist, um ihren Protest gegen den
unzureichenden Tierschutz nachdrücklich zu demonstrieren.
Die Agrarminister von Deutschland, Belgien, England, Holland und
Schweden trafen Sprecher der Koalition und hörten sich die
ECFA-Forderungen zur Verbesserung der gegenwärtigen
Transportbedingungen an.
Der mit Plüschtieren voll beladene Transporter, Berge von buntem
Spielzeug davor und die Slogans der Aktivisten fanden viel Interesse,
und zwar nicht nur bei den Medien, die während der gesamten
Dauer der Kampagne Fotos und Fernsehaufnahmen machten. Auch Passanten
nahmen Anteil; einige von ihnen wollten sogar Plüschtiere
kaufen. Dieser Handel musste allerdings abgelehnt werden, denn all
die Spielsachen waren für bedürftige Kinder reserviert, die
sich in der Vorweihnachtszeit darüber freuen dürfen.
Herma Caelen
[Vegi-Info 2003/4 Inhaltsverzeichnis]
Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 9.12.2008
