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Editorial zu Vegi-Info 4/2003

Expertenmeinungen

Liebe Leserin, lieber Leser
Die «Experten» sind sich einig: Backen ohne Eier und Milchprodukte ist entweder nicht möglich oder führt zu einem ungeniessbaren Ergebnis.
Dass sich z. B. Bäcker, Köche und Hauswirtschaftslehrer/innen darin irren, zeigt eine kleine Zusammenstellung von süssem, erprobtem Weihnachtsgebäck in diesem Heft.
Die Experten haben jedoch grossen Einfluss darauf, was in den Schulkochbüchern steht und was von der Nahrungsmittelindustrie hergestellt wird, und beeinflussen dadurch auch die öffentliche Meinung.
Im ersten Hauptartikel dieses Heftes geht es auch um so genannte Experten, allerdings aus dem Wissenschaftsbereich.
Mit ihrem grossen Einfluss bestimmen sie z. B., welche Zutaten in Nahrungsmitteln zugelassen sind, welche Behandlungen ein Schulmediziner durchführen darf, und erstellen Gutachten als Grundlagen für Gerichtsurteile. Ihr Einfluss ist also wesentlich grösser, als man gemeinhin annimmt. Deshalb werden im ersten Hauptartikel diese so genannten Experten kritisch hinterfragt.
Weil eine solch komplexe Gesellschaft wie die heutige auf Expertenmeinungen angewiesen ist, ist es notwendig, sich einmal grundsätzlich darüber Gedanken zu machen, wie gut dieses Expertensystem noch funktioniert. Denn nur wirklich unabhängige, sich auf rein wissenschaftliche Fakten abstützende Experten können zum Wohle der Gesellschaft entscheiden.
Dass dies jedoch oft anders gehandhabt wird, konnte man unter anderem am Beispiel Rinderwahnsinn/BSE gut sehen.
Im Mittelteil des Heftes finden Sie einen Erfahrungsbericht aus einem Schlachthofrundgang. Obwohl dieser Artikel sicher nicht gerade sehr angenehm zu lesen ist, möchte ich Ihnen diesen Text nicht vorenthalten.
Es ist immer gut, sich von Zeit zu Zeit bewusst zu machen, was der Fleischkonsum verursacht. Selbst wenn man die Langzeit-Tiertransporte abschaffen könnte und die Tierhaltung «artgerecht» wäre, bliebe immer noch die rohe Gewalt im Schlachthof zurück, wie sie ab Seite 11
beschrieben wird.
Weiterhin ist auch der achtseitige Schlachthof-bericht der Veterinärstudentin aus dem Vegi-Info 1998/2 als Sonderdruck erhältlich (siehe Bestellseite 23, Artikel B10). Beide eignen sich sehr gut zur Weitergabe an (Noch-)Fleischesser. Insbesondere an diejenigen, die sich trotz Fleischkonsum als Tierschützer bezeichnen.

Ich wünsche Ihnen erholsame Festtage und gutes Gelingen bei den Rezepten.

Renato Pichler
Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus