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Massenverfettung

«Ich bin Vegetarier, das tut gut. Ich bin wacher und geistig beweglicher, wenn ich darauf achte, was ich esse.»
Jean Ziegler (UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung). Aus: PULS-Tipp, Juni 03

Man nimmt an, dass jährlich 2,5 Millionen Menschen auf Grund ihres Übergewichtes sterben.
Die Nahrungsmittelindustrie in den USA (aber auch in anderen Ländern), welche durch billige, süsse, fettreiche Nahrungsmittel einen Grossteil zu dieser Epidemie beiträgt, wurde durch die Prozesse gegenüber der Tabakindustrie aufgeschreckt. Ihre Verkaufsstrategien, die die Leute zu immer noch grösserem Konsum verführen sollten, waren offenbar zu erfolgreich. Gegen die Geschmacksverstärker, Aromastoffe und andere Nahrungsmittelzusätze ist der menschliche Körper und Geist nicht gewappnet.
Die Folge: Bereits über 60 Prozent der US-Amerikaner sind übergewichtig.
Nachdem die amerikanische Tabakindustrie an Raucher über 10 Milliarden US-Dollar zahlen muss, haben nun zwei Teenager McDonald´s verklagt, da McDonald´s nicht davor warnt, dass seine Nahrungsmittel übergewichtig machen. Über den Ausgang dieser Klage darf man gespannt sein. Ähnlich wie früher bei den Zigaretten werden immer mehr Stimmen laut, dass auch der industriell produzierten Nahrung Stoffe beigemengt werden, welche das Gehirn so beeinflussen, dass mehr gegessen wird, also eine regelrechte «Esssucht» entsteht.
Die Firma Kraft Food hat jedoch bereits reagiert und will den Fett- und Zuckeranteil ihrer Produkte reduzieren. Ausserdem empfiehlt sie, man solle nicht zu viel von ihren Produkten konsumieren …
Das Problem beschränkt sich allerdings nicht nur auf die Vereinigten Staaten im anderen Kontinent, sondern weitet sich auch hier in Europa und in der Schweiz zunehmend aus.
Die deutsche Verbraucherministerin Künast musste kürzlich eingestehen, dass jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche übergewichtig sei. Sieben bis acht Prozent der Kinder sind sogar krankhaft übergewichtig (adipös).
Dadurch rollt eine Epidemie auf uns zu, deren Folgen noch kaum absehbar sind.
Allerdings gibt es in dieser Sache, wie überall, nicht nur Verlierer: Jährlich werden alleine in den USA Medikamente in Höhe von 117 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit dem Übergewicht verkauft. Aus dieser Sicht ist jeder Gesunde, Normalgewichtige ein Problem für das Wirtschaftswachstum, aber solche Ausnahmemenschen gibt es zum «Glück» nur noch wenige …
Was in den Berichten zum Übergewicht leider auch nur selten erwähnt wird ist, dass der grösste Teil der fettigen Nahrung aus tierischen Fetten besteht. Dies hat auch mit dem Kostenfaktor zu tun: Schlachtfette sind wesentlich günstiger zu haben als hochwertiges Pflanzenfett. Durch die in den Industrienationen sehr verbreitete Subventionierung der Produktion tierischer Produkte sind sogar die aufwändig produzierten Milchfette noch vergleichsweise günstig zu haben. Milchpulver wird so stark subventioniert, dass es nebst den Schlachtfetten ein beliebter Zusatzstoff in vielen Nahrungsmitteln geworden ist. Ohne Subventionen wäre dies schon aus finanziellen Gründen kaum möglich. Die fast allgegenwärtigen tierischen Fette in den Industrieprodukten sind sicher auch ein Grund dafür, dass vegan lebende Menschen kaum je Übergewicht haben.
Einen sehr guten und ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie im Internet unter:
Massenverfettungswaffen von Florian Rötzer vom 15.7.2003 bei Telepolis.
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/15151/1.html
Studie über die Suchtwirkung von fettigem Essen:
Nucleus accumbens mu-opioids regulate intake of a high-fat diet via activation of a distributed brain network. Journal of Neuroscience.
1. April 2003;23(7):2882-8.
www.jneurosci.org