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Ein Erlebnisbericht: Natürliche Schwangerschaft mit vegetarischer Ernährung

Seit meiner Jugend ernähre ich mich vegetarisch, seit einigen Jahren überwiegend lakto-vegetarisch. Es war für mich selbstverständlich, meine Ernährung während der Schwangerschaft nicht umzustellen – entgegen vieler ärztlicher Ratgeber, die eine Mischkost mit hohem Geflügel- und Fischanteil empfehlen.

Grundsätzlich wirkte sich meine Ernährung während der gesamten Dauer der Schwangerschaft ausschliesslich positiv auf Körper und Gemüt aus. Ich fühlte mich bis zum Schluss fit und blieb von den meisten Schwangerschaftsbeschwerden verschont.

Vitaminversorgung
Während andere sich Gedanken machen müssen, wie sie den erhöhten Vitaminbedarf während der Schwangerschaft decken können, und daher oftmals zu Vitaminpräparaten greifen, hat sich die Vegetarierin, welche sich mit einem hohen Anteil an Rohkost, Gemüse und Früchten ernährt, keine Sorgen zu machen, an einem Vitaminmangel zu leiden. Sie kommt nämlich bereits mit vollgetankten Vitaminreserven in die Schwangerschaft und kann davon vermehrt zehren.

Gewichtszunahme, Wasser im Körper
Ich hatte vor der Schwangerschaft befürchtet, «wie ein Küchlein» aufzugehen, da ich generell zu rascher Gewichtszunahme neige. Ich bin mit Normalgewicht gestartet und habe in der gesamten Schwangerschaft nur 8 Kilo zugenommen, selbstverständlich ohne Diät und ohne zu hungern. Dies ist verhältnismässig wenig; man hört hie und da von bis zu 30 Kilo Gewichtszunahme.
Ich führe auch diese gesunde Gewichtszunahme auf meine ausgewogene vegetarische Ernährung zurück. Meine Mahlzeiten wurden immer im Bewusstsein ausgewählt und zubereitet, einen zweiten Menschen gleichzeitig mit zu ernähren. So fiel die Wahl meist auf einfache, natürliche Gerichte: Gschwellti, Rösti, Vollkornspaghetti mit Tomatensauce oder Pesto – dazu immer viel gemischter Salat. Auch meinen Appetit auf Tofu habe ich in den letzten Schwangerschaftswochen grosszügig gestillt.
Ein Tipp für Schwangere mit Wasser in den Beinen: viel Gschwellti und Salatgurken essen, das entwässert.

Im Einklang mit Körper und Geist
Gerade während der Schwangerschaft, dem eigentlich gesündesten und natürlichsten Vorgang der Welt, war es für mich von ausserordentlicher Bedeutung, mich und das Ungeborene gesund und vernünftig zu ernähren. Ich blieb von Schwangerschaftsgelüsten verschont, was ich auf meine abwechslungsreiche vegetarische Kost zurückführe, welche alle lebenswichtigen Vitamine in optimaler Form enthält.
Viel Vollkornprodukte, Salat und Früchte – was früher Programm war, wurde nun zur Selbstverständlichkeit, schliesslich musste das Ungeborene mitversorgt werden. Spätestens jetzt ist es für jede Schwangere Zeit, den Konsum-Egoismus abzulegen und sich auf Natürlichkeit zu besinnen. So habe ich dann auch meinen Schoggi-Gelüsten in Massen nachgegeben. Auch den Heisshunger auf Salziges (Chips und Salzstangen) habe ich gestillt, im Wissen darum, dass bei der nächsten Mahlzeit viel rohes Gemüse und Salat den Ausgleich schaffen wird.
Ich kann jeder Schwangeren nur raten, sich auf ihren Körper zu verlassen und sich in der Schwangerschaft (weiterhin) vegetarisch zu ernähren. Ratschläge von Ärzten der Schulmedizin, Poulet und Fisch zu essen, können getrost zurückgewiesen werden. Die ausgewogene vegetarische Ernährung ist erwiesenermassen gesünder als die geläufige Mischkost mit ihrem hohen Fleisch-, Fett- und Zuckeranteil.
Umso unvorstellbarer wäre es für mich gewesen, mein Ungeborenes mit Fleisch zu versorgen. Man stelle sich vor: Ein Tier wird getötet, um ein noch ungeborenes Menschenkind zu versorgen. Das Kind wird so bereits im Bauch seiner Mutter mit der Brutalität und Herzlosigkeit dieser Welt konfrontiert.
Wie viel natürlicher, friedlicher und im Einklang mit Körper und Geist ist da die vegetarische Ernährung!

Nicole Wernke-Wyss

Fortsetzung dieses Artikels: Brief von einem Vegi-Baby (Vegi-Info 2004/1)

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Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 2.5.2013

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