Interkulturell:
Vegetarisches Kochen an Schulen
Beim Jugend-Projekt des Vegetarier-Bundes in
Gelchsheim wurde von Hauswirtschaftslehrer/-innen ein interessanter
Aspekt berichtet: Wenn in einer Klasse Jugendliche aus den
verschiedensten Kulturen Kochunterricht erhalten sollen, ist dies
problemlos nur möglich, wenn für alle vegetarisch gekocht
wird.
Manche Menschen essen keine Schweine, andere keine Kühe
Muslime essen aus religiösen Gründen keine Schweine, weil
diese für sie als unrein gelten. Viele streng gläubige
Juden lehnen jedes Fleisch, das nicht von geschächteten Tieren
stammt, ab. Bestimmte Tierarten (z.B. Schweine) sind zudem
gänzlich verboten. Hindus essen vor allem keine Kühe,
lehnen aber auch das Essen anderer Tiere ab. Ahimsa, d.h., dass
andere empfindsame Lebewesen möglichst nicht verletzt oder
getötet werden sollen, ist auch bei den Buddhisten einer der
wichtigsten Grundsätze.
Daraus ergibt sich ganz von selbst, dass Jugendliche mit
verschiedenen kulturellen und religiösen Herkünften
zusammen nur problemlos kochen können, wenn vegetarisch gekocht
wird.
Vegetarisch kochen nimmt Rücksicht auf die Lebensweise anderer
Menschen
Streng religiösen Muslimen ist es nicht nur verboten Schweine zu
essen, für sie sind diese Tiere unrein und sie dürfen
deshalb mit dem Fleisch der Schweine in keiner Weise in
Berührung kommen. Deshalb sollten andere Jugendliche nicht
gleichzeitig in derselben Küche diese Tiere zerstückeln und
kochen.
Sensible Kinder kochen und essen keine Tiere
Wie Tierschutzlehrer aufgrund ihrer Erfahrungen aus dem
Tierschutzunterricht wissen, sind in fast jeder Klasse ein oder
mehrere Vegetarier, die aus ethischen Gründen das Töten,
Kochen und Essen von allen Tieren ablehnen. Es sollte auch ein
Anliegen der Schulen sein, diese ethisch empfindsameren Kinder in
ihrer Haltung zu bestärken und nicht zu diskriminieren, indem
man sie im Kochunterricht übergeht.
Vegan können alle problemlos kochen und essen
Beim gemeinsamen Kochen ist jedoch nicht nur das Fleisch, sondern
auch die anderen tierischen Produkte ein Problem: Gläubige
Hinduisten lehnen auch Eier (als Vorstufe zum Fleisch) strikte ab.
Nebst den religiösen Aspekten kommt bei der Milch auch noch ein
gesundheitliches und kulturelles Problem hinzu: Gemäss Schweizer
Milchproduzentenverband leiden ca. 17% der Schweizer Bevölkerung
an Milchzuckerunverträglichkeit und können deshalb bei
Milchprodukten starke Verdauungsbeschwerden bekommen. Bei Afrikanern
und Japanern ist der Anteil nahezu 100%. Um also keine Kinder beim
gemeinsamen Kochen zu diskriminieren, wird aus praktischen
Gründen das Kochen und die Ernährung der Zukunft an
multikulturellen Schulen immer mehr vegan erfolgen. Veganes Kochen
heisst: ohne tierische Produkte, also auch ohne Eier und
Milchprodukte.
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