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Fido und Puschel werden Vegetarier

Wer schon einmal mit einem veganen oder vegetarischen Begleiter im Supermarkt plaudernd die Angebote von Linsen, Kichererbsen, Weizen, Soja und Fleischersatz geprüft hat, kennt sicher das Entsetzen, wenn er aus den Augenwinkeln den Freund nach einer Dose Hundefutter greifen sieht.

KatzeIn dieser irritierenden Situation befinden sich viele Veganer/Vegetarier, die schlicht annehmen, dass alle Veggies auch ihre Haustiere fleischlos ernähren. Aber das ist nicht immer der Fall! Zum Glück ändert sich aber allmählich diese Situation, und viele Veganer/Vegetarier wählen heutzutage auch für ihre Hunde und Katzen ein vegetarisches Futter, und das noch nicht einmal unbedingt aus ethischen Erwägungen heraus, sondern hauptsächlich aus Sorge über die Sicherheit von tierischen Produkten.
Es gibt nach wie vor erhitzte Debatten über eine vegane/vegetarische Ernährung für Hunde und Katzen, sogar unter Tierärzten. Allerdings stimmen fast alle Tierärzte der These zu, dass Hunde Allesfresser sind, auch deswegen, weil sie mit den Menschen schon 60000 Jahre verbracht haben, und dass Katzen sich zu Fleischfressern entwickelt haben. Die Evolution führte also dazu, dass Hunde tierisches und pflanzliches Eiweiss problemlos verarbeiten können und dass Katzen nur tierisches Protein fressen.
Bei dieser Feststellung muss allerdings berücksichtigt werden, dass Hunde und Katzen keine Wissenschaftler sind und in Freiheit instinktiv das Futter wählen, das die benötigten Nährstoffe enthält, was aber keineswegs bedeutet, dass diese nicht auch in anderen Futterquellen vorhanden sind. Wir dagegen können für uns selbst und unsere Tiere kluge und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende, nicht nur ausschliesslich instinktive Entscheidungen treffen. Zum Glück hat die Forschung ergeben, dass eine grosse Vielfalt von Nahrungsmitteln die lebenswichtigen Nährstoffe enthalten und dass der Tod eines anderen Wesens zur Ernährung nicht mehr erforderlich ist.
HundViele Untersuchungen haben gezeigt, dass Hunde und Katzen mit einer veganen/vegetarischen Ernährung gedeihen, und zwar sogar sehr gut. Im Allgemeinen kommen Hunde verhältnismässig einfach mit einer Umstellung zurecht, bei Katzen dagegen kann eine Umgewöhnung durchaus länger dauern. Es ist aufwendiger, Katzen an eine vegetarische Ernährung zu gewöhnen, denn das Verdauungssystem der Katze ist für eine fett- und eiweissreiche Nahrung ausgelegt. Katzen können nicht alle lebensnotwendigen Nährstoffe aus anderen Futterkomponenten aufnehmen und brauchen daher ein entsprechend angereichertes Futter. Den Aminosäuren L-Karnitin und Taurin ist bei der Ernährung von Katzen, in geringerem Umfang auch bei Hunden, besondere Aufmerksamkeit zu widmen, da sie in vielen veganen Hunde- und Katzenfutterprodukten nicht enthalten sind. Wenn aber diese beiden Elemente fehlen, kann dies zu ernsten Gesundheitsproblemen führen.
Für eine gute Gesundheit benötigen Katzen und Hunde viele Nährstoffe, die Arachidonsäure (wichtig für Katzen), Vitamin A, B12, D und Verdauungsenzyme enthalten, wie auch viele andere Elemente.
In einer europäischen Studie wurde festgestellt, dass nur zwei von zwölf geprüften Futterprodukten uneingeschränkt empfohlen werden konnten. Es kann aber angenommen werden, dass sich die Situation inzwischen verbessert hat.
Wenn man die Tiermahlzeiten, besonders für Katzen, selbst herstellt, muss man sich sehr gut über die erforderlichen Zusatzstoffe informieren, denn es sind gerade die selbst zubereiteten Futterarten, die nicht die benötigten Nährmittel in der korrekten Zusammensetzung enthalten.
Ob man den Tieren die Nahrung selbst zubereitet oder Fertigfutter kauft, der Übergang sollte auf jeden Fall allmählich erfolgen. Es ist auch wichtig herauszufinden, welche Futterart die Tiere bevorzugen. Wenn die Ernährung umgestellt wird, ist eine aufmerksame Beobachtung der Tiere erforderlich. Man muss auf der Hut sein und bei allen unklaren Veränderungen auch keine Angst haben, den Tierarzt um Rat zu fragen.
Leider ist veganes Tierfutter in vielen Ländern noch nicht in das allgemeine Sortiment aufgenommen worden und gilt immer noch als Spezialität, was sich auch durch einen erhöhten Preis bemerkbar macht. Aber auch hier ist es wie bei allen anderen Produkten: Je mehr davon gekauft wird, desto mehr Konkurrenz gibt es und desto günstiger wird das jeweilige Produkt dann irgendwann. Mit ein bisschen Glück und guten Strategien könnte diese Entwicklung bald Realität werden und könnten sich auch andere Supermärkte für diesen Sektor interessieren, falls sie es nicht schon tun.
Es ist zu hoffen, dass beim richtigen Preis und bei einer angemessenen Auswahl auch Fleischesser zu diesen Produkten für ihre Tiere greifen, vielleicht sogar manchmal unbewusst. Bequemlichkeit und günstige Preise können Leben retten.
Leider haben sich viele Veganer und Vegetarier entschlossen, ohne Hund oder Katze zu leben, weil sie meinen, dass Tiere nicht für ein Zusammenleben mit Menschen bestimmt oder dass die Probleme der Ernährung unlösbar sind. Wenn auch eine solche Einstellung verständlich ist, so trägt sie jedoch nicht dazu bei, das Los von Tausenden von streunenden und gequälten Tieren zu erleichtern. Ein geretteter Hund oder eine adoptierte Katze kann durchaus eine positive Ergänzung in einer vegetarischen Familie darstellen. Viele Veganer und Vegetarier befinden sich in einem andauernden Zustand der Trauer wegen der schrecklichen Situation in der Mensch-Tier-Beziehung und können sich oft nicht mit anderen austauschen. Gerade in solchen Fällen ist es besonders wohltuend, den Alltag und all seine dunklen und frohen Momente mit einem Wesen reinen Herzens zu teilen.
Veganes Futter bietet unseren Tieren und uns eine Möglichkeit zur Rettung aller Tiere. Hunde und Katzen können sich in ihrem Zuhause wohl fühlen, ein Leben ohne Angst geniessen und tragen allein durch ihre Anwesenheit nicht länger die Schuld am Tod eines anderen Tieres. Mit einer vegetarischen Ernährung überleben sie nicht nur bloss, sondern sie gedeihen sogar auch prächtig!

Karen Compt, Australienkafico@email.com

Weitere Informationen zur vegetarischen Hunde- und Katzenernährung:
Buch: «Vegetarische Hunde- und Katzenernährung»


Bezugsquellen für vegetarisches/veganes Tierfutter:

Vegetarischer Tierfutter Versand, Sylvia Laver, Brisiweg 34, CH-8400 Winterthur, Sylvia-Laver@gmx.ch, PC-Konto 84-27333-5, Tel./Fax: 052 / 213 11 72 (nachmittags).

In der Schweiz: Vegi-Service AG: Diese Firma hat eigene vegane Fertig-Nassfutter für Hunde und Katzen entwickelt, welche unter dem Markennamen «Vegusto» erhältlich sind.
In Österreich: Humanitas
In Deutschland: Bio-Tierkost

Siehe auch: Vegepet.