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WHO senkt Kalziumempfehlung
Entgegen dem jahrelangen Trend, immer höhere Einnahmen von Kalzium zu empfehlen, hat eine Kommission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun die Empfehlung herausgegeben, dass bereits 400 bis 500 mg täglich genügend seien (zum Vergleich: die Schweizerische Vereinigung für Ernährung empfiehlt 1000 bis 1200 mg pro Tag).
Und selbst diese WHO-Empfehlung der Mindestaufnahme gelte nur
für ältere Menschen in Ländern mit hoher
Knochenbrüchigkeit.
Für Länder mit geringer Anfälligkeit auf
Knochenbrüche wird die Angabe einer Minimalmenge an Kalzium als
unnötig erachtet.
Die Kommission beruft sich bei ihrer neusten Empfehlung auf das
«Kalzium-Paradox», dass Oberschenkelhalsbrüche in
den Industrienationen mit hohem Kalziumkonsum ebenfalls hoch und in
Ländern mit geringerem Kalziumkonsum niedriger sind.
Die Kommission berichtet, dass unter Berücksichtigung aller
vorhandenen Daten die Möglichkeit besteht, dass der negative
Effekt des Eiweisses, im speziellen das tierische (aber nicht das
pflanzliche) Eiweiss, den positiven Effekt der hohen Kalziumaufnahme
zunichte machen könnte.
Daneben empfiehlt die Kommission zur Vorbeugung von
Knochenbrüchen bzw. Osteoporose die Einnahme von 5 bis 10
Mikrogramm Vitamin D, falls jemand nicht regelmässig an die
Sonne kommt (dieses Vitamin wird bei direkter Sonne auf der Haut vom
Körper selbst gebildet). Ausserdem wird die Reduzierung des
Salzkonsums und die Erhöhung des Früchte- und
Gemüsekonsums empfohlen. Natürlich ist es auch von Vorteil,
kein Übergewicht zu haben und weder zu rauchen noch Alkohol zu
trinken bzw. diesen einzuschränken.
Dieser neue Report ist ein herber Rückschlag für die
Milchindustrie, welche die Milch hauptsächlich wegen des hohen
Kalziumgehaltes anpreist.
Quelle:
Joint FAO/WHO Expert Consultation on Diet, Nutrition, and the
Prevention of Chronic Diseases. WHO Technical Report Series 916:
World Health Organization, Genf, 2003.
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