Kurzinfos
Erwin Kessler zieht sich aus der aktiven Tierschutzarbeit zurück
Angesichts des verschwindend kleinen Beachtungsgrades der
VgT-Nachrichten, welcher durch das Scheitern der Volksinitiative
gegen das betäubungslose Schächten sichtbar geworden ist,
zieht sich Erwin Kessler, Präsident und Gründer des Vereins
gegen Tierfabriken (VgT), aus der aktiven Tierschutzarbeit
zurück und wird nur noch die hängigen Gerichtsverfahren zu
Ende führen.
Newsletter des VgT, 16.6.2002 – Nachtrag:
Dies war einmal mehr eine falsche Rücktrittsmeldung. Erwin
Kessler blieb trotz seiner Mitteilung weiterhin tätig.
Am meisten Unfälle in Schlachthöfen
Gemäss der Unfallstatistik der Suva verunfallt jährlich
fast jeder zweite Schlachthofarbeiter: 1999 gab es 486
Arbeitsunfälle pro 1000 Schlachthofmitarbeiter. Damit ist die
Arbeit im Schlachthof mit grossem Abstand die gefährlichste, die
es gibt. Zum Vergleich: Auf dem Bau verunfallen bloss die Hälfte
davon (246 pro 1000).
saldo, Nr. 7 vom 10. April 2002
Bund wirbt für seine Nitratprogramme
Nach wie vor gelangt zu viel Nitrat aus der Landwirtschaft ins
Grundwasser. Obwohl der Bund seit 1999 Nitratprogramme zusammen mit
den Kantonen so stark subventioniert, dass diese für die Bauern
kostendeckend wären, wurde die angestrebte Fläche von 50000
Hektaren, um die Grundwasserqualität zu bewahren, bei weitem
verfehlt. Nur gerade 1900 Hektaren konnten für die Programme
gewonnen werden. Obwohl die Nitratbelastung der Böden
hauptsächlich durch Überdüngung mit Mist und
Gülle aus Tierfabriken verursacht wird (nebst
unsachgemässem Einsatz anderer Dünger), wird diese
Hauptursache vom Bund kaum direkt angegangen. Stattdessen wird
versucht, das bereits auf die Flächen ausgebrachte Nitrat nicht
ins Grundwasser kommen zu lassen. Kein Wunder also, dass auch
weiterhin die stärkste Grundwasserbelastung im Mittelland bei
den höchsten Tierdichten vorhanden ist.
Tages-Anzeiger, 28.5.2002
Pressemitteilung des BLW vom 27.5.2002
Paul McCartney: Vegetarische Hochzeit
Bei der Hochzeit von Paul McCartney und Heather Mills liess der
Vegetarier und Ex-Beatles nicht nur allen Hochzeitsgästen,
sondern auch allen Helfern ausschliesslich vegetarische Kost
servieren.
Sunday Telegraph, 16.6.2002
Nitrofen-Skandal in Deutschland
Im Juni erschütterte ein neuer Nahrungsmittelskandal Deutschland. Diesmal wurde das Herbizid Nitrofen in biologischem Futtergetreide entdeckt. Was in den Medienmeldungen allerdings kaum beachtet wurde: Davon betroffen waren einmal mehr ausschliesslich tierische Produkte (Fleisch, Eier, Milchprodukte). Da alle Nutztiere auch etwas fressen müssen, ist die Gefahr einer Schadstoffbelastung mindestens doppelt so hoch wie beim direkten Konsum pflanzlicher Produkte. Ausserdem werden viele Giftstoffe im tierischen Körper noch konzentriert. Wie der Skandal zeigte, spielt es dabei keine Rolle, ob das Endprodukt biologisch oder konventionell erzeugt worden ist. Die Naturgesetze gelten überall (allerdings werden Bioprodukte viel strenger kontrolliert).
McDonald’s zahlt 12,4 Millionen Dollar an Vegetarier
In den USA wurde McDonald’s verklagt, weil sie immer
behauptet hatten, dass ihre Pommes frites vegetarisch seien und so
Vegetarier getäuscht hatten. Wie sie nun vor Gericht zugeben
mussten, enthalten ihre Pommes frites ein aus Rindern gewonnenes
Gewürz, das als «natürliches Aroma» deklariert
wurde. McDonald’s muss nun rund 20 Millionen Franken an
vegetarische und hinduistische Organisationen in den USA zahlen und
sich öffentlich dafür entschuldigen, die Konsumenten
belogen zu haben.
saldo, 5.5.2002
110-Jahres-Feier des Vegetarier-Bund Deutschlands e.V.
Aus Anlass der Gründung des Verbandes am 7. Juni 1892 in
Leipzig fand am 9. Juni 2002 in Hannover unter dem Motto
«Zusammen eine Vision haben. Zusammen feiern.» eine
grosse Festveranstaltung statt.
Barbara Rütting, Stephanie Kindermann und Ingo Insterburg
hielten eindrucksvolle Reden zum Thema.
Ingo Insterburg, zu dessen ehemaliger Band «Insterburg und
Co.» auch Karl Dall gehörte, rundete das Fest durch
musikalische Zwischeneinlagen ab. Was kaum jemand weiss: Der
Sänger lebt seit den 50er-Jahren vegetarisch. Warum? «Ich
möchte nicht im Fleischerladen hängen und die Hausfrauen
kaufen mich scheibchenweise ein, also kann ich das auch nicht von den
Tieren erwarten.» Insterburg sang u.a. auch seinen Klassiker
«Ich liebte ein Mädchen in Pankow» und rundete das
Programm humorvoll musikalisch ab.
Vegetarier-Bund Deutschlands e.V., Blumenstr. 3,
D-30159 Hannover,
www.vegetarierbund.de
116 Jahre alte Chinesin ist ältester Mensch der Welt
Eine 116 Jahre alte Chinesin ist als ältester Mensch der Erde
in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen worden. Du Pinhua wurde
am 22. April 1886 in der südwestchinesischen Provinz Sichuan
geboren. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, habe
sie noch einen schnellen Verstand, spreche deutlich und habe Sinn
für Humor. Bis zu ihrem 110. Lebensjahr habe sie kein Fleisch
gegessen. Sie trinke und rauche nicht, esse aber gerne Früchte
und Gemüse, heisst es.
dpa, 19.06.2002
Behandlung von Nutztieren
Kälber und Schweine dürfen seit dem 1. Juli definitiv
nicht mehr angebunden werden. Die Übergangsbestimmungen der
Tierschutzverordnung laufen Ende Juni 2002 aus. Kälber, die
zwischen zwei Wochen und vier Monate alt sind, müssen zudem in
Gruppen gehalten werden. Ausgenommen davon seien Tiere, die in
Hütten mit dauerndem Zugang zu einem Gehege im Freien gehalten
werden, teilte das Bundesamt für Veterinärwesen mit. Auch
Schweine dürfen nicht mehr angebunden werden (die
berüchtigten Kastenstände bleiben jedoch weiterhin
erlaubt!).
Neue Bestimmungen gelten auch für den Liegebereich. Für
Kälber bis vier Monate, Kühe, hochträchtige Rinder und
Zuchtstiere muss der Liegebereich mit ausreichender und geeigneter
Einstreu versehen werden.
News.ch, 15.06.2002
Tierversuche bieten keine Arzneimittelsicherheit
Wieder einmal entzieht das deutsche Bundesinstitut für
Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Zulassung für einen
pharmazeutischen Wirkstoff. Diesmal trifft es eine Reihe pflanzlicher
Beruhigungsmittel, in denen Extrakte der tropischen Pflanze Kava Kava
enthalten sind.
In mindestens 40 Fällen kam es allein in Deutschland bei
Einnahme Kava-Kava-haltiger Arzneimittel zu schweren
Leberschäden bis hin zum Leberversagen. Bei sechs Patienten
müssen Lebertransplantationen vorgenommen werden, drei Menschen
starben.
Der Nutzen des Mittels wird zudem als zweifelhaft angesehen.
Die Vereinigung «Ärzte gegen Tierversuche e.V.»
warnt seit Jahren davor, sich bei der Entwicklung und Zulassung von
Medikamenten auf Tierversuche zu verlassen. Was für eine Maus
schädlich ist, kann für eine Ratte harmlos sein und
umgekehrt. Aus solchen Versuchen gar auf den menschlichen Patienten
zu schliessen, gleicht einem russischen Roulette. Der Beweis für
die Unzulänglichkeit des Tierversuchs sind die zahllosen wegen
gravierender Nebenwirkungen vom Markt genommenen Medikamente. Alle
diese Substanzen wurden zuvor in umfangreichen Tierversuchs-Studien
getestet und für sicher befunden. Bei der Anwendung beim
Menschen traten dann unvorhergesehene, oftmals sogar tödliche
Nebenwirkungen zutage.
Von Contergan bis Kava Kava dokumentiert die neue, vollständig
überarbeitete «Risikomedikamentenliste» der
Vereinigung «Ärzte gegen Tierversuche» die Gefahren
durch Arzneimittel. Die Liste zeigt eine Auswahl der Medikamente, die
entweder vom Markt genommen, in ihrer Indikation stark
eingeschränkt oder erheblich kritisiert wurden. Die
ausführliche Fassung ist im Internet auf der Homepage der
Vereinigung abrufbar (auch als PDF zum Herunterladen und Ausdrucken):
www.aerzte-gegen-tierversuche.de
Ausserdem findet man dort diverse Infoblätter und umfangreiches
Infomaterial zum Thema. Auf der Seite ist auch eine Datenbank von
Beschreibungen von Tierversuchen vorhanden, wo man sich informieren
kann, was heute im Namen der Wissenschaft den Tieren angetan wird.
