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Tempeh selbst gemacht
In den Ländern Ost- und Südostasiens findet man in der täglichen Ernährung der Menschen eine Vielzahl von fermentierten Produkten aus Sojabohnen, wie beispielsweise Miso und Tempeh.
Tempeh hat seinen Ursprung in Indonesien, wo es seit Jahrhunderten in der Alltagsküche verwendet wird. Tempeh wird aus gekochten, geschälten Sojabohnen und/oder Getreidekörnern, die mit dem Edelschimmelpilz Rhizopus oligosporus beimpft werden, hergestellt. Die beimpften Bohnen werden etwa 24 bis 30 Stunden bei einer Temperatur von 30 bis 35 °C fermentiert. Während dieser Zeit entwickelt der Pilz eine dichte Myzelmatte, welche die Bohnen zu einem festen Kuchen verbindet.
Schmackhaft und gesund
Tempeh ist eine hervorragende Quelle für hochwertiges Protein.
Es verfügt über alle acht essenziellen Aminosäuren und
ist tierischem Eiweiss gleichwertig (siehe dazu Hauptartikel im
letzten Vegi-Info), enthält aber, so wie jedes pflanzliche
Eiweiss, kein Cholesterin. Besonders stark ist die Aminosäure
Lysin vorhanden, die in Getreideprodukten nur spärlich vorkommt.
Tempeh ist arm an gesättigten Fettsäuren, aber reich an
Lezithin und mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Linol-
und Linolensäure. Diese können Ablagerungen von Cholesterin
und anderen Fettsäuren, die sich in Adern und anderen
menschlichen Organen bilden können, lösen und ausscheiden.
Tempeh ist auch reich an Isoflavonoiden, welche unter Umständen
das Risiko von einigen Krebsarten reduzieren können. Sojabohnen
sind das einzige Nahrungsmittel, das davon wesentliche Mengen
enthält. Auch mit Vitaminen und Mineralstoffen geizt Tempeh
nicht. Die meisten davon sind temperaturstabil, sodass beim
Kochvorgang kaum welche verloren gehen. Insbesondere die Vitamine der
B-Gruppe sind reichlich vorhanden. Weiter bildet Rhizopus oligosporus
antibakteriell wirkende Substanzen, die Krankheitserreger
unterdrücken können, besonders auf den Darmtrakt wirken und
so Verdauungsprobleme lindern können.
Ein Nest und etwas Wärme
Für die Herstellung von Tempeh benötigen Sie einen Platz,
an dem es durchgehend eine Temperatur von etwa 29 bis 35 °C hat.
Kurzfristige und geringfügige Abweichungen sind tolerierbar,
allerdings beeinflussen sie die Fermentationsdauer und die
Qualität des fertigen Tempeh. Für die Herstellung von
Tempeh eignet sich z.B. ein Elektrobackrohr (das entweder durch den
Ofen selbst, durch heisse Wasserflaschen oder durch eine Kabellampe
auf Temperatur gehalten wird). Wer handwerklich und technisch begabt
ist, kann sich z.B. aus einem alten Kühlschrank einen
Wärmeschrank basteln, mit dem auch grössere Mengen Tempeh
problemlos hergestellt werden können. Ein billiger Brutapparat,
wie er für das Bebrüten von Geflügeleiern verwendet
wird, ist ebenfalls als Inkubator denkbar.
Wer Tempeh nicht selbst machen will, findet es in den meisten
grösseren Reformhäusern im Kühlregal bereits
essfertig.
Tempeh in der Küche
Tempeh passt gut zu Pilzen und Sie können auch jedes Pilzgericht
mit Tempeh statt Pilzen zubereiten.
Traditionell wird Tempeh in Pflanzenöl goldgelb gebraten. Es
wird entweder zuvor 30 Minuten lang in eine gut gewürzte
Marinade gelegt oder während des Bratens gewürzt. Sie
können Tempeh aber auch kochen, dämpfen, backen, grillen,
marinieren oder ganz einfach kalt essen. Dabei sind Ihrer Phantasie
keine Grenzen gesetzt.
Thomas Pfister
www.fungi.at (hier ist auch ein Einsteigerset und der Tempeh-Starter erhältlich)
Hausgemachtes Soja-Tempeh (Grundrezept)
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Artikel aus REGENWURM Nr. 9, kostenloses Probeexemplar bitte bei
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