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Editorial zu Vegi-Info 1/2002

Es ist mir unbegreiflich, dass nicht jeder Tierfreund zugleich Vegetarier ist.
Prof. Elly Ney (1882–1968), Pianistin

Liebe Leserin, lieber Leser

In den vergangenen Monaten konnten wieder einige wichtige Fortschritte in unserer Arbeit verzeichnet werden. Anfang Jahr erschien das erste vegetarische Lehrmittel, welches die Migros Zürich in enger Zusammenarbeit mit der SVV publizierte (siehe Bericht in diesem Heft). Auch in der Schweizer Politik wird die SVV vermehrt wahrgenommen: Nachdem die SVV sich im vergangenen Jahr zur Vernehmlassung der neuen Lebensmittelverordnung geäussert hatte, nahmen wir in diesem Jahr an der Sitzung der Koordinationsgruppe Ernährungsinformation teil.
Als neuer Vizesekretär der Europäischen Vegetarier-Union (EVU) und zuständige Person für die Einführung des Vegetarismus-Labels konnte ich bei der Lancierung der ersten V-Label-Produkte in einer österreichischen Ladenkette (Merkur) mithelfen. Die Billa-Merkur-Gruppe hatte schon mit ihrer «Ja natürlich!»-Linie als erste Biofleisch in den Supermarkt gebracht und geht jetzt mit den ersten veganen Fleischalternativen noch einen Schritt weiter.
Aber auch die Fleischindustrie war «aktiv»: Sie bescherte uns pünktlich vor Redaktionsschluss wieder einen neuen Fleischskandal. Diesmal ging es um Antibiotikamissbrauch in der Fleischproduktion. Zuerst glaubte man, dass nur das Hühnerfleisch aus China betroffen sei, dann merkte man jedoch, dass auch inländisches Fleisch belastet ist und die Rinder und Schweine auch keine Ausnahme bilden. Aber auch dieser Skandal wird kaum langfristige Folgen haben. Die (fleischessenden) Menschen vergessen schnell, was sie nicht wissen möchten. Schliesslich werden die Tiere nicht zum Spass mit Medikamenten behandelt, sondern weil die Fleischkonsumenten möglichst viel und möglichst billiges Fleisch wünschen. Jeder neue Skandal wird aber wieder vereinzelt Personen zu einem grundsätzlichen Umdenken bewegen: Falls sie sich schon vorher mit der vegetarischen Ernährung auseinander gesetzt haben, könnte ein solcher Anstoss der berühmte letzte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Deshalb bereiten wir auch weiterhin den Boden vor, um allen den Umstieg so einfach wie möglich zu machen.

Grüsse aus dem Vegi-Büro

Renato Pichler