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Schön im Pelz?

Die Modebranche jubelt und behauptet, dass nicht nur die Eleganten und Reichen ihr Mitgefühl ab- und die Pelzmäntel wieder anlegen, sondern dass sogar Frau Normalverdiener sich erneut mit Fellen behängen will.

Anzahl der für einen Mantel getöteten Tiere:
Kalb
6–8
Puma
6–8
Fohlen
6–8
Robbe
10
Luchs
8–12
Dachs
10–12
Otter
10–16
Fuchs
10–20
Ozelot
12–18
Hund
15–20
Wildkatze
16–22
Känguru
20–30
Hauskatze
20–30
Lamm
25–45
Nutria
26–34
Waschbär
30–40
Nerz
30–70
Kaninchen
30–40
Iltis
45–55
Marder
50–60
Zobel
60–70
Skunk
60–70
Chinchilla
30–200
Eichhörnchen
200–400
Quelle: Rauchwarenhandbuch
Anmerkung: Karakul-Lämmer in Afghanistan und Südwestafrika werden sofort nach der Geburt getötet und enthäutet, damit die lockige Struktur ihres Fells erhalten bleibt. Noch geschätzter sind die so genannten Breitschwanz-Lämmer, nämlich initiierte Frühgeburten des Karakul-Schafes, das bei diesem Verfahren getötet wird.

Ja, das hätten sie wohl gern! Aber sie können noch so laut im Dunkeln pfeifen oder Marktanteile herbeibeten, eine Tatsache bleibt trotzdem bestehen: Seit 1987 sinken die Absätze, selbst wenn sie sich in den letzten Jahren auch vielleicht wieder etwas stabilisiert haben. Ein momentanes Aufflackern von Interesse, angeheizt von unter akutem Ideenmangel leidenden Modepäpsten, ändert nichts an einem Trend, der auch C&A den Verkauf von Pelzen aufgeben liess mit der Begründung eines «veränderten Kundenverhaltens und der Marktentwicklung».
Die Zahl deutscher Kürschnerbetriebe sank seit den 80er Jahren von 2000 auf 1100, Tendenz weiter fallend. Sogar das amerikanische Pelz-Magazin «The Trapper and Predator Caller» jammert im Marktbericht vom September 2001: «In den Verzeichnissen der Pelzindustrie von 1972 werden noch 797 Fabrikanten von Pelzbekleidung in den Vereinigten Staaten aufgelistet [...] Zwanzig Jahre später, also 1992, waren es nur noch 211.» Und weiter: «Aber auch heute noch nehmen die Zahlen der Kürschner stetig weiter ab. Während ältere und erfahrene Handwerker ausscheiden, sind immer weniger junge Leute daran interessiert, die nötigen Lehrjahre zu investieren zum Erlernen eines Berufes mit ganz offensichtlich schwindender Attraktivität.» Auch aus Hongkong liest man in «Industrietrends», dass die Statistik «eine anhaltende Verringerung der verarbeitenden Industrie» aufweist. Aber es wird auch festgestellt, dass die Anti-Pelz-Kampagnen weniger durchschlagen, seit die Fangmethoden und Aufzuchtverfahren in den Pelzfarmen «humaner» geworden sind.
Ach so? Man muss also nur die Fangeisen mit etwas Gummi überziehen und schon ist das Grundproblem gelöst? Und bei ein paar Kubikzentimetern zusätzlicher Bewegungsfreiheit in den Käfigen ist es dann auch in Ordnung, Pelztiere nach kurzem und elendem Vegetieren mit den abenteuerlichsten Methoden umzubringen? Die Pelz«ernte» bei Zuchttieren sei akzeptabel, so hört man in Industrie und Werbung: «Dafür sind sie ja da!»
Jedes Kind weiss heutzutage, wie unendlich viel Blut an Pelzen klebt. Also muss schon eine extrem ausgeprägte Gier und Eitelkeit jene treiben, die beim Kauf von bearbeiteten Häuten ihr eigenes Gewissen totzuschlagen vermögen. Aber abgesehen von der Überwindung von Skrupeln sind auch noch andere Schwierigkeiten mit dem Kauf eines solch leidgetränkten Kleidungsstückes verbunden, für das man so vielen Tieren ihr Fell abziehen musste: Wo darf man es tragen? Wo kann man es sich leisten zu demonstrieren, wes Geistes Kind man wirklich ist? Schliesslich ist diese Art der Bekleidung mehr als jede andere ein Statement, und zwar für finanzielle Potenz, Macht und rabenschwarze Rücksichtslosigkeit.
Die Anzahl der jährlich umgebrachten Tiere ist astronomisch, denn für nur einen Mantel werden viele Felle benötigt (siehe Kasten Seite 16). Abgesehen von allen damit verbundenen ethischen Problemen darf auch nicht vergessen werden, dass die Produktion eines echten Pelzes sehr energieaufwendig ist und dass Ersatzprodukte nicht nur umweltfreundlicher sind, sondern auch einen gleichwertigen Kälteschutz bieten.
Da die grimmigen Einzelheiten des Fellhandels mittlerweile ausreichend bekannt sind, reagieren immer mehr Menschen entweder durch schlichte Kauf-Abstinenz oder durch aktiven Protest, zum Beispiel auch viele Lieblinge der Medien. Ganz besonders hervorgetan hat sich in diesem Zusammenhang Stella, Tochter von Paul McCartney und nach allgemeiner Beurteilung sehr begabte Modeschöpferin, die bei ihrer Arbeit nicht nur die Verwendung von Leder oder Pelz verweigert, sondern die Mode-VIPs ausserdem noch mit Filmaufnahmen gequälter Pelztiere irritiert. Mit solchen lästigen Details möchte man im Imperium der Schönen und Schicken nicht konfrontiert werden! Die Gestrigen reagieren mit hilflosem Gekeife, wie z.B. der ergraute Modezar Karl Lagerfeld vor der englischen Presse, die aber zum Pelz-Thema auch noch anderes Erstaunliches zu berichten weiss. So meldete die «Sunday Times», dass die Londoner Hoflieferanten Gieves and Hawkes Felljacken verkaufen, für deren Herstellung jeweils hundert Hamstern das Fell abgerissen werden muss. Auf Hochglanzwerbung heizt die Firma zum Kauf an: «Eine Hamster-Jacke und ein langer Kaschmir-Mantel mit Chinchilla unterstreichen die Rückkehr zur Dekadenz.»
Wie hellsichtig! Im Duden steht unter «Dekadenz»: kultureller Verfall, Niedergang. Dieser Niedergang der Pelzwirtschaft wird weitergehen, denn die Verbraucher besitzen die Macht zur Marktformung und werden sie auch nutzen. Diese Tatsache wird auch bestätigt durch die Klage des «Economic Framework Wildlife Sector Canada» im Internet: «Aktivitäten und Produktion im Sektor der Pelzernte haben immer fluktuiert. In den vergangenen Jahren waren Erträge und Einkommen verringert. Dies liegt teilweise an niedrigeren Pelzpreisen, aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle [...] wie die Anstrengungen der Anti-Pelz-Lobby ...»
Es ist ganz sicher, dass irgendwann der Tag kommen wird, an dem Pelze ausschliesslich von denen getragen werden, für die sie die Evolution so sorgsam entworfen hat. Und dann ist dieser Tag wirklich wunderschön!

Bei der Ausbildung von amerikanischen Trappern wird empfohlen:
  • Brechen Sie das Genick des Tieres dadurch, dass Sie einen Knüppel darüber legen, sich darauf stellen und gleichzeitig den Tierkörper anheben.
  • Betäuben oder erdrosseln Sie. Schlagen Sie dem Tier mit einer Schaufel an die Stelle zwischen Kopf und Hals. Danach stellen Sie sich auf den Hals des Tieres und legen Ihr Hauptgewicht auf die Stelle, an der das Herz sitzt. Dies funktioniert besonders gut bei Füchsen.
  • Erschlagen Sie. Dieses ist die am meisten angewendete Methode. Das Tier erhält einige Schläge auf den Kopf mit einem Hammer, einer Schaufel oder jedem anderen dafür geeigneten Gerät.
  • Das Ertränken wird empfohlen bei Bisamratten, Bibern, Waschbären und Skunks. (Anmerkung: Untersuchungen haben ergeben, dass dieses Verfahren bis zum Tode qualvolle 18 Minuten dauern kann.)
  • Ein Gewehr kann für die meisten Tiere auch eingesetzt werden, ausser bei Bisamratten.

Herma Brockmann

Quellen: WAN, Schwäbische Donau-Zeitung, PETA, tdctrade, The Sunday Times

Schweizer Tierschutz zum Thema Pelz: Sterben für Pelz, die versteckte Wahrheit.
Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 22.11.2016

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