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Editorial zu Vegi-Info 4/2001

Die Wahrheit triumphiert nie, ihre Gegner sterben nur aus.
Max Planck (1858–1947), Physiker

Liebe Leserin, lieber Leser

Immer mehr treten die Nachteile des Fleischkonsums zu Tage. Ethisch ist es kaum mehr eine Frage, ob man das Fleisch, das unter heutigen Bedingungen «produziert» wird, essen soll. Ökonomisch spricht auch alles dagegen: Die Schweiz verwendet rund drei Viertel ihrer Landwirtschaftssubventionen zur Stützung der unrentablen Produktion tierischer Produkte. Auch ökologisch ist die Situation längst klar: In der Schweiz müssen Seen in Gebieten mit hoher Tierdichte künstlich mit Sauerstoff versorgt werden, damit sie nicht ganz absterben. Auf einem Gebiet halten sich aber noch ganz hartnäckige Vorurteile: bei der Gesundheit.
Einerseits mag dies daran liegen, dass man über den gesunden Menschen noch sehr wenig weiss (im Gegensatz zu seinen vielen Krankheiten). Andererseits aber auch, dass es fast unmöglich ist, von Wissenschaftlern und Ernährungsberatern zu verlangen, das Thema vegetarische Ernährung völlig neutral anzugehen. Jeder Mensch ist entweder Vegetarier oder Fleischesser. Deshalb spielt bei der Beurteilung über den Wert der vegetarischen Ernährung auch immer die persönliche Ernährungsweise eine grosse Rolle. Meist passiert dies eher unbewusst, z.B. wenn Lehrer ihren Schülern längst überholte Vorurteile weitergeben, welche ihre eigene Ernährungsweise unterstützen und deshalb nicht hinterfragt werden. Manchmal wird es aber auch ganz bewusst gemacht, z.B. wenn die Leitung des Universitäts-Spitals Zürich alle vegetarisch lebenden Personen grundsätzlich von der Ausbildung zu diplomierten Ernährungsberatern ausschliesst.
Hinzu kommt, dass es im Gesundheitswesen um Milliardenbeträge geht. Deshalb wird von Organisationen und Firmen, welche vom heutigen System, das hauptsächlich auf Symptombekämpfung beruht, profitieren, auch alles unternommen, um die Entscheidungsträger entsprechend zu beeinflussen.
Dennoch gibt es auch hier immer wieder Lichtblicke: Viele wissenschaftliche Studien weisen heute auf die Nachteile einer Ernährung mit vielen tierischen Produkten hin und immer mehr Fachpersonen tragen die alten Mythen nicht mehr mit. Im Vegi-Info 4/2000 kam dazu der ärztliche Leiter der Paracelsus-Klinik Lustmühle, Dr. Rau, in einem Artikel über den Kalziummythos zu Wort. Im letzten Heft wurde über die erfolgreiche Veranstaltung mit Dr. Hans Diehl berichtet, der gleich mehrere Mythen wissenschaftlich und logisch widerlegte. In diesem Heft wird nun der Mythos vom Eiweissmangel angegangen.
Die wichtigsten Vorurteile werden auch in unseren Infoblättern behandelt.
Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre.

Renato Pichler