Klinische Studie des PCRM:
Vegane Ernährung besteht Geschmackstest
Aufbauend auf einer Studie des Physician’s Committee for
Responsible Medicine (PCRM) zum prämenstruellen Syndrom (PMS)
und Menstruationsschmerzen bewertete
Dr. med. Neal Barnard mit seinen Kollegen die Akzeptanz der veganen
Kostform, an die sich alle Teilnehmerinnen der Studie halten mussten.
Die Ergebnisse, die im Journal of Nutrition Education vom
November/Dezember 2000 veröffentlicht wurden, bestätigten,
dass eine vegane Ernährung, frei von Fleisch, Milchprodukten und
Eiern, auf genauso hohe Akzeptanz stiess wie die gewohnte
Ernährung.
Obwohl viele Ärzte zögern, ihren Patienten eine vegane
Kostform zu verschreiben, aus Angst, diese schränke sie zu sehr
ein, bleiben viele Patienten ein Leben lang dabei, wenn sie diese
Ernährung erst einmal ausprobiert haben. Dabei spielen
offensichtlich mehrere Faktoren eine Rolle.
Zunächst einmal muss man bei normalen
kalorienreduzierten Diäten kleinere, weniger geschmacksintensive
Portionen dessen zu sich nehmen, was man bereits sein ganzes Leben
lang isst. Den meisten Menschen läuft beim Gedanken an eine
kleine Portion Huhn oder Fisch mit einem bisschen gedämpften
Gemüse nicht gerade das Wasser im Munde zusammen. Vegane
Menüs dagegen bieten grosszügige Portionen und frischen
Geschmack.
Zweitens: Mit veganer Ernährung erzielt man Ergebnisse. Trotz
allen Bemühungen beim Kalorienzählen und Wiegen von
Nahrungsmitteln erzielen Patienten, die auf kalorienarme Kost achten
müssen, meist nur geringe Ergebnisse beim Gewichtsverlust und
beim Senken des Cholesterinspiegels. Dies führt häufig zu
Entmutigung und oft auch dazu verführt, sich wieder fettreich zu
ernähren.
Schliesslich spielt die soziale Unterstützung noch eine
entscheidende Rolle. Wenn man jüngere und ältere
Familienmitglieder dazu ermutigt, sich ebenfalls vegan zu
ernähren (bei den meisten «Modediäten» wohl
kaum möglich), an Veranstaltungen vegetarischer Organisationen
vor Ort oder an veganen Kochkursen teilnimmt und sich und andere
über die unzähligen positiven gesundheitlichen Auswirkungen
einer veganen Ernährung informiert, trägt all dies zum
Erfolg bei.
«Was tiefe Einschnitte in die Ernährung anbelangt, so sind
Leute anscheinend mit steigender Notwendigkeit zunehmend dazu bereit,
diese Änderung auch durchzuführen. Das gilt insbesondere
dann, wenn schnell positive Ergebnisse erkennbar werden und sie sich
besser fühlen als zuvor», meint Dr. Barnard. Fran, eine
Teilnehmerin an der Studie, bemerkt: «Beim Wechsel zu einer
veganen Ernährungsweise ist das Einkaufen von Lebensmitteln
einfach. Man meidet nur die Fleischtheke und den Bereich für
Milchprodukte. Die neuen Nahrungsmittel, die man so entdeckt, sind
ein wahrer Genuss.»
Das Schöne an der veganen Ernährung ist ihre
Vielseitigkeit. Wenn man den Blick weg von tierischen Produkten hin
zu den unzähligen kulinarischen Kreationen wendet, die aus
Gemüse, Vollkorn, Obst und Hülsenfrüchten zubereitet
werden – und fast ohne Mengenbeschränkung verzehrt werden
können –, kann der Patient aufatmen und ohne Mühe
sein Übergewicht verlieren.
Kristine Kieswer
(Übersetzt aus dem Englischen von Eva
Stabenow)
Obiger Text wurde in der Frühlingsausgabe 2001 des Magazins des PCRM veröffentlicht. www.pcrm.org
