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Broschüre: Krebsprävention durch Ernährung

Bereits 1997 wurde vom Amerikanischen Institut für Krebsforschung und der Welt-Krebsforschungs-Stiftung eine Zusammenfassung aller weltweit gemachter Studien zum Thema «Krebs und Ernährung» herausgegeben.

In der Schweiz lancierte auf Grundlage dieser Studie die Migros das Take-5-Programm, welche eine Empfehlung aus dieser Arbeit umsetzte: Man solle mindestens 5 Portionen Früchte und Gemüse pro Tag konsumieren. Diese Kampagne wurde aus den USA übernommen und ermöglicht es, ohne grössere Probleme mit der Tierhalter- und Fleischindustrie für einen gesünderen Lebensstil zu werben.

Da das 650-seitige Werk, an dem über 100 Wissenschaftler aus aller Welt mitgearbeitet haben, nur in Englisch verfügbar ist, war es bisher für viele Laien ohne Fachkenntnisse schwer zugänglich. Dennoch lohnt es sich dieses Werk im Original zu studieren. Es enthält die Auswertung (Metaanalyse) von über 4000 Studien zum Thema Krebs und Ernährung. Wer sich nicht mit diesem umfangreichen Werk in Englisch auseinandersetzen möchte, erhält nun die Möglichkeit das Wesentlichste daraus in kompakter Form und auf Deutsch zu erhalten: Vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung wurde eine 30-seitige deutsche Zusammenfassung dazu erstellt. Das Institut möchte damit die Ergebnisse der Metaanalyse der breiten Bevölkerung zugänglich machen. Deshalb kann die Broschüre kostenlos angefordert werden. Seit kurzem ist sie sogar direkt vom Internet runter zu laden: www.dife.de

Auszug aus dieser Broschüre:

Zu Obst und Gemüse: Während des Jahres sollten täglich 400-800 g, bzw. fünf oder mehr Portionen verschiedener Gemüse- und Obstsorten verzehrt werden.

«Etwa 35% aller Todesfälle an Krebs sind auf falsche Ernährung zurück zu führen.»

Zu anderen pflanzlichen Lebensmitteln: Täglich sollten 600-800 g oder mehr als sieben Portionen an Getreideprodukten, Hülsenfrüchten, Kartoffeln oder anderen pflanzlichen Nahrungsmitteln verzehrt werden. Lebensmitteln geringerer Verarbeitungsintensität sollte dabei generell der Vorzug gegeben werden.
Im Gegensatz zu diesen Empfehlungen möglichst viel Obst und Gemüse zu konsumieren, wird bei allen tierischen Produkten empfohlen, den Konsum möglichst einzuschränken oder diese ganz wegzulassen (je nach Krebsart mit unterschiedlichen Prioritäten).
Selbstverständlich wird auch erwähnt, dass Tabakkonsum, Übergewicht, alkoholische Getränke und Mangel an Bewegung das Krebsrisiko erhöhen.
Interessant ist auch die Antwort des Direktors des Instituts, Prof. Dr. med. Christian A. Barth, auf die Frage, ob in Deutschland genug Aufklärung über Präventivmöglichkeiten (Krankheitsvorsorge) gemacht wird: «Ich bin der Auffassung, dass sie zur Zeit nicht ausreichend ist. Der Arzt ist so sehr mit der Heilung von vorhandenen Krankheiten beschäftigt, dass er der Frage der Verhütung von Krankheiten kaum Zeit widmen kann. Dies trifft nicht nur auf die Krebserkrankungen, sondern auf alle Krankheiten zu.»
Er geht davon aus, dass durch eine gesündere Ernährung etwa ein Drittel der Krebserkrankungen vermeidbar wären.
Obwohl sich die Broschüre primär auf Deutschland bezieht, sind die wesentlichen Aussagen auch für die Schweiz gültig.
Als Abschluss sei trotz allem darauf hingewiesen, dass die Schulmedizin noch immer nicht genau weiss, wieso ein Krebstumor entsteht oder weshalb manche einfach wieder verschwinden. Zum Beispiel ist der Zusammenhang mit der Psyche der Patienten noch bei weitem nicht vollständig geklärt. Man weiss erst, dass ein noch ungeklärter Einfluss besteht. Dennoch lohnt es sich schon heute, sich so zu ernähren, wie es empfohlen wird, da man ja durch den Verzicht auf Fleisch und andere tierische Produkte nicht nur einen möglichen Vorteil gegenüber dem Krebsrisiko hat, sondern dies ganz bestimmt positive Auswirkungen auf die Umwelt und das Mensch-Tier-Verhältnis hat, was ja auch wieder auf die Psyche wirkt, wie im Artikel «Tierliebe statt Betablocker?» in diesem Heft nachzulesen ist.

Renato Pichler

Bestelladresse der Deutschen Zusammenfassung:

Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
D-14558 Bergholz-Rehbrücke

Für das umfassende Englische Werk «Food, Nutrition and the Prevention of Cancer: a global perspective»:

World Cancer Research Fund (WCRF)
105 Park Street
London W1Y3FB / England
Tel.: +44 020 7343 4200

Seit November 2001 wird die Initiative 5 am Tag auch in der Schweiz durch eine Initiative mit breiter Trägerschaft lanciert. Davor warb schon die Migros längere Zeit dafür.