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Viel Wasser für wenig Fleisch

Vom 17. bis 23. März 2000 fand eine Konferenz zur weltweiten Wasserproblematik in Den Haag statt. Es kamen Teilnehmer aus über 100 Ländern. In den Medien wurden deshalb die Probleme im Zusammenhang mit der Trinkwasserversorgung der Menschheit oft zum Thema gemacht. Leider wurde eine der Hauptursachen für die Verschmutzung des Wassers in den Industrienationen wieder vernachlässigt: Die Tierhaltung. Rund 50% der Wasserverschmutzung in Europa sind auf die Produktion tierischer Nahrungsmittel zurück zu führen. Eine der wenigen Ausnahmen, welche diese Ursache des Wasserproblems nicht ausblendete, war folgender Artikel im FACTS vom 17. März 2000 (Nr. 11) von Andreas Zumach:

Viel Wasser für wenig Fleisch

Das meiste Wasser verbrauchen die Menschen zur Erzeugung ihrer Nahrungsmittel. Zu den Nutzpflanzen, deren Anbau besonders viel Wasser erfordert, gehört Getreide. Deshalb ist Fleisch – für dessen Herstellung pro Kilo die siebenfache Menge von Getreide benötigt wird – das Nahrungsmittel, das am meisten Wasser verschlingt: Für ein Kilo Poulet sind 35’000 Liter erforderlich, für ein Kilo Rinderbraten sogar 100’000 Liter. In einem Hamburger (125 Gramm) stecken fast 13’000 Liter Trinkwasser. In dieser Rechnung sind die Bewässerung der Felder, die Tränkung des Viehs oder auch der Wasserverbrauch bei Verarbeitung und Transport enthalten.

Steigender Verbrauch

Pflanzliche Nahrungsmittel brauchen im Durchschnitt nur zehn Prozent so viel Wasser wie Fleisch. Lediglich 500 Liter sind zur Erzeugung von einem Kilo Kartoffeln erforderlich, etwa das Vierfache für ein Kilo Sojabohnen oder Mais. Für eine tägliche Ernährung auf rein vegetarischer Basis mit einem Energiegehalt von 2500 Kilokalorien (Weltdurchschnitt Anfang der Neunzigerjahre) werden nach US-Untersuchungen für jeden Erdbewohner jährlich 360 000 Liter Wasser benötigt. Bestreitet ein Volk seine Ernährung zu 20 Prozent mit Fleisch, steigt der Wasserverbrauch auf rund eine Million Liter. In den USA und Kanada – den beiden Ländern mit dem weltweit grössten Fleischkonsum – liegt der ernährungsbedingte Wasserkonsum bei knapp 1,7 Millionen Litern pro Kopf. Der weltweite Wasserkonsum hat sich seit 1950 versechsfacht.

Weitere Infos zu diesem Thema:

  • Wasserseite der SVV (enthält die aktuellen Zahlen zum Wasserverbrauch)
  • Vegi-Info 2004/3: Zu wenig Wasser fürs Fleisch?
  • Tom Aldridge, Herb Schlubach: Water Requirements for Food Production. Soil and Water, no. 38 (Fall 1978), University of California Cooperative Extension, 13017
  • Paul and Anne Ehrlich: Population, Resources, Environment. San Francisco: Freeman, 1972, Seite 13-17
  • Georg Borgstrom, Vortrag 1981 auf der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science