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Es muss gesagt werden!

Wie ich meine Tageszeitung («Walliser Bote») durchblättere, weckt ein heimeliges Bild mein Interesse. Ein Bauer in freier Natur zerlegt die Seite eines Tieres. Sein Metzger-Tisch ist unter einem Obstbaum aufgestellt. Die Ärmel hochgekrempelt, mit der Säge in der Hand, ist er an der sauberen Arbeit. Mein erstes Gefühl beim Anblick dieses Fotos: Ach, die gute alte Zeit! Nichts von Massentierhaltung, Viehtransport, Schlachthof, Hormonrückständen, Rinderwahnsinn. Das Bild der «Metzgete» animiert auch mich als Vegetarierin zum Lesen: Der Titel über diesem Bild heisst: «Fleisch soll Eisenmangel verhindern». Soll es? Wieso denn? Im Vorspann kommt es noch dicker: «...und möglicherweise auch zur Krebsprävention dienen können». Möglich sei alles, meine ich dazu. Bewiesen aber wohl eher das Gegenteil. Ich lese weiter.

Der Text beginnt gleich mit dem Zitat einer bekannten Persönlichkeit: «Der Zürcher Präventivmediziner und frisch gewählte FDP-Nationalrat Felix Gutzwiller wies gemäss Mitteilung des Metzgerverbandes in einem Grundsatzreferat auf einen Wandel in amerikanischen Ernährungsempfehlungen hin. Sei 1977 noch empfohlen worden, den Fleischkonsum zu senken, empfehle das US-Landwirtschaftsministerium derzeit, täglich zwei bis drei Portionen Fleisch im Gesamtgewicht von 140 bis 200 Gramm zu verzehren. Der tägliche Pro-Kopf-Fleischverzehr in der Schweiz liegt derzeit bei 120 Gramm, wie der Metzgermeisterverband mitteilte.» Aha, der Metzgermeisterverband teilt mit und das US-Landwirtschaftsministerium empfiehlt. Sollen sie doch empfehlen und mitteilen! ... Nicht Felix Gutzwiller steht dahinter, dass Fleisch Eisenmangel wirklich verhindert und die Krebsprävention unterstützt. Aber der Name ist gefallen, der Vorspann und Titel überflogen, die Meinung womöglich bereits gebildet. Was koche ich heute: Schnitzel oder Braten? So einfach ist das Leben!

Allerdings liegen die Fakten ganz anders: In Übereinstimmung mit den jahrelangen Studien des weltbekannten Ernährungs-Biochemikers der Cornell Universität, Dr. T. Colin Campbell, werden die Amerikaner ihre Krebsrate, Kreislaufkrankheiten und andere chronische, degenerative Krankheiten nicht reduzieren können, bevor sie ihre Ernährung, basierend auf tierischen Produkten, auf eine pflanzliche umstellen.
Genauso wie in der Fleischindustrie mit Unwahrheiten Propaganda betrieben wird, geschieht dies auch bei den Milchproduzenten. Dazu ein Bericht aus den USA, der mich unheimlich befriedigte. Das Physicians Committee For Responsible Medicine PCRM (Ärzte-Vereinigung für verantwortungsvolle Medizin) ist eine Non-Profit Organisation getragen von 5000 Ärzten in den USA, die sich für das Gesundheitswesen einsetzen. Dieses Gremium ist beunruhigt und verärgert über die amerikanischen Ernährungsgewohnheiten und die Propaganda und strebt einen Prozess an gegen das Department of Health and Human Services (DHHS). PCRM hat festgestellt, dass 75% der weltweiten Bevölkerung laktoseintolerant sind. Eine grosse Anzahl von farbigen Amerikanern leidet unter Verdauungsbeschwerden beim Konsum von Milch und Milchprodukten.
Laut des American Journal of Clinical Nutrition 1990 ist auch Diabetes Typ 1 abhängig von Milchprodukten (Quelle: «Cow milk and insulin-dependent diabetes mellitus»). «Eine Diät, frei von Fleisch und Milchprodukten, wird fast ganz das Risiko von tödlichen Krankheiten, wie Herzkrankheiten, einigen Arten von Krebs, Diabetes, Arthritis, Osteoporose etc. eliminieren.» So auch die Aussage von Dr. med. Michael Klaper, Direktor des «Institut of Nutrition, Education and Research». Es gibt viele Forschungsergebnisse, die bestätigen, dass sich Fleisch-, Eier- und Milchprodukte schlecht auf die menschliche Gesundheit auswirken. Trotzdem werden die 26 Millionen amerikanischer Schulkinder hauptsächlich mit Fleisch und Milch ernährt, obwohl sie zu 50% übergewichtig sind.
Es muss ein Blick auf die Verbindung der Politik mit der Fleisch- und Milchproduktion geworfen werden:
Die gleichen Verantwortlichen, die mit dem Absatz von Agrarprodukten beauftragt sind, müssten auch den Konsumenten vor Schmutz und skrupellosen Manipulationen schützen. Doch die Realität sieht anders aus.
Präsident Reagan (Republikaner) ernannte drei Führungskräfte aus dem Agronomiebusiness (Schweinezucht, Fleisch- und Verpackungsindustrie und Viehzucht), die dem Landwirtschafts-Departement vorstehen sollten. Es ist klar, dass die ganze Karriere dieser Politiker davon abhing, ob sie die Amerikaner davon überzeugen könnten mehr Fleisch zu essen. PCRM deckt auf, dass mindestens sechs Mitglieder der elfköpfigen staatlichen Beratungsstelle für Ernährung bemerkenswerte Verbindungen haben zur Fleisch-, Milch- und Eierindustrie. «Wir haben guten Grund anzunehmen, dass die Regierung Dokumente zurückbehält, die Interessenkonflikte hervorgerufen hätten», meinte dazu Mindy Kursban von .
Die Presse vermag uns zu manipulieren; und zwar mit Bildern wie mit Texten. Es gibt nur ein Rezept dagegen: Genau lesen, kritisch lesen, lieber weniges genau lesen, als sich von Schlagzeilen und Bildern beeindrucken zu lassen. Sich fragen, was der Verfasser mit dem Text für Absichten verfolgt, herausfinden, wer die Texte sponsert.

Auch beim Grüntee habe ich mich immer wieder gefragt: «Wie ist es möglich, dass dieser Tee derart Anklang findet, dass selbst die Bäcker Grüntee-Brote verkaufen, dass bereits im Rivella Grüntee-Spuren zu finden sind?» Fast bei jedem Ernährungsvortrag vor Fasten-WanderInnen kommt, so bestimmt wie das Amen in der Kirche, die Frage: «Regi, und was meinst du zum Grüntee?» Was ich zum Grüntee meine: Es wurden 35 Millionen Dollars ausgegeben, um den Grüntee zu lancieren! Sagt das nicht genug? Muss ich weiter ausholen?
Wir haben auf dem Weg von Ausserberg nach Eggerberg (eine Strecke zu Fuss von 1 1/2 Stunden oder Luftlinie 2 km) im letzten Mai 70 (siebzig!) Heilpflanzen gefunden, die wohl eine ähnliche oder gar bessere Wirkung auf unser Wohlbefinden haben als Grüntee. Von diesen 70 lieblichen und duftenden Pflanzen kennen die meisten Leute nur einige wenige und die nicht einmal sicher. Jedenfalls sind die Leute dünn gesät, die ihren Morgentee selbst sammeln. Und das will und kann ich einfach nicht verstehen und akzeptieren.

Wer kommt mit?

Am 3. und 4. Juni werden wir rund um Ausserberg (an der Lötschberg-Südrampe) Heilkräuter und Wildgemüse suchen und bestimmen. Schmackhaftes, Gesundes und Duftendes werden wir zubereiten und gemeinsam geniessen. Zum Gemüse gibt es nur Kartoffeln oder Getreide. Felix Gutzwiller hat noch nicht bewiesen – und wird es auch nicht beweisen–, dass Fleisch Krebs und Eisenmangel verhindert. Übrigens: Mein Angebot wird von niemandem gesponsert. Der Kursbeitrag kostet Fr. 250.–. Und wer das nicht bezahlen kann oder will, der soll mirs sagen.

Regi Brugger
Fasten-Wander-Leiterin
3938 Ausserberg
Telefon: 027 - 945 11 33
regi@gleichgewicht.ch

Zum Grüntee: Ärzte Zeitung, 21.12.1999: Die Wirkung von Grünem Tee ist nicht belegt