Liebe shohi
Zuerst mal Danke für die Blumen; Dein zustimmender, positiver Kommentar hat mich gefreut!
Wie lange schon steht im alten Testament das Gebot „Du sollst nicht töten!“? – Das sind wohl gut über 2'000 Jahre. Und wie viele Männer, Frauen und Kinder wurden in diesen Jahrtausenden umgebracht – und nicht wenige auf abscheulichste Art und Weise? Und all diese barbarischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurden womöglich noch im Namen Gottes begangen!
„Du sollst nicht töten!“ wird natürlich genau so wie alles andere (und auch das was ich schreibe) von jedem Menschen unterschiedlich interpretiert. Grundlegend lässt sich dennoch sagen, dass Menschen im Allgemeinen nicht wollen, dass Menschen getötet werden. Leider lässt sich bereits durch kleine Umfragen schnell feststellen, dass ganz offensichtlich nicht an die Tiere gedacht wird.
Anstatt weitere Jahrtausende lang zu versuchen, den Menschen die „richtige“ Interpretation dieses Gebotes nahezubringen, wäre es meiner bescheidenen Meinung nach weit zweckdienlicher, die Menschen darauf hinzuweisen, dass sie sich über ihr eigenes Gespür, ihr eigenes Sensorium bewusster werden können und ihre Entscheidungen besser danach richten, als sich auf Ratschläge von Autoritäten zu verlassen; sich somit von anderen Menschen führen und verführen zu lassen.
Setz ein Kind zum Spielen in ein Kaninchengehege und gib ihm einen Apfel. Erst wenn das Kind anfängt mit dem Apfel zu spielen und das Kaninchen aufisst, begänne ich ernsthaft daran zu zweifeln, dass man sich nicht mehr primär auf seine ureigenen Gefühle verlassen sollte!
Erst indem sogenannt erwachsene Menschen einem Kind beibringen, wie „normal“ es eben sei, auch sein Kaninchen zu schlachten und zu essen, kann man sozusagen wie so einen Virus in sein sensibles Sensorium einschleusen, welches offenbar ziemlich erfolgreich Zuneigung, Gerechtigkeitsempfinden, Mitgefühl und Liebe zu unterdrücken vermag.
Egal, was Du tust oder nicht tust – letztlich muss jeder Mensch jede einzelne seiner Entscheidungen ganz alleine mit sich selbst ausmachen. Einzig mit sich selbst – nie mit anderen Menschen. Man liebäugelt nur mit den Meinungen anderer Menschen, wenn man nicht auf sein eigenes Herz vertrauen will oder nicht kann. Sich auf Gebote aus Büchern zu stützen, ist natürlich nichts anderes, als sich auf andere Menschen zu stützen (denn wie gesagt, ist ja auch die Bibel von Menschen geschrieben worden und kann somit auch nichts anderes enthalten, als niedergeschriebene Gedankengänge, Wahrnehmungen und Erlebnisse von Menschen). Selbst wenn man sich auf Autoritäten, „heilige Bücher“, Philosophien, Eltern, Gurus oder sonst jemanden verlässt, so ist man letztlich ganz persönlich auch mit den auf dieser Basis getroffenen Entscheidungen vollkommen auf sich alleine gestellt und absolut alleine verantwortlich (in erster Line sich selbst gegenüber).
Natürlich gibt es keine Garantie, dass Menschen sozialere, gerechtere, humanere und ethisch respektablere Entscheidungen treffen, wenn sie mehr mit ihrem eigenen, gesunden Menschenverstand arbeiten, statt sich auf Ratschläge anderer abzustützen. Ich gehe jedoch davon aus, dass die Mehrheit der Entscheidungen dadurch garantiert nicht noch schlechter und egoistischer ausfallen kann…
Angesichts unserer Machtlosigkeit gegenüber dem mittlerweile seit Jahrtausenden begangenen Unrecht an Schwachen und Wehrlosen trösten mich jeweils Einsteins Worte: „Ich glaube nicht an die Freiheit des Willens. Schopenhauers Wort: 'Der Mensch kann wohl tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will', begleitet mich in allen Lebenslagen und versöhnt mich mit den Handlungen der Menschen, auch wenn sie mir recht schmerzlich sind. Diese Erkenntnis von der Unfreiheit des Willens schützt mich davor, mich selbst und die Mitmenschen als handelnde und urteilende Individuen allzu ernst zu nehmen und den guten Humor zu verlieren.“
Liebe Grüsse,
Holistik
Albert Einstein: "Es gibt zwei Dinge, die sind unendlich - das Universum und die menschliche Dummheit. Doch beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."