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Sollen wir Tieren Rechte verleihen?

Die philosophischen Publikationen über die Frage, ob wir auch Tieren eigene moralische Rechte zugestehen sollen, sind kaum mehr überschaubar. Diejenigen, die Tieren solche Rechte verleihen möchten, betonen naturgemäss die Ähnlichkeiten zwischen Menschen und Tieren.
Denn der einzige verlässliche Orientierungspunkt in diesem unübersichtlichen Themenbereich ist der Konsens darüber, dass Menschen moralische Rechte haben. Infolgedessen steigen Neigung und Notwendigkeit, auch Tieren solche Rechte zuzuerkennen, mit der zunehmenden Ähnlichkeit zwischen Menschen und Tieren.

Wer Tieren keine Rechte zugestehen möchte, betont folgerichtig die Unterschiede zwischen Menschen und Tieren. Da es je nach Perspektive und Abstraktionsniveau unendlich viele Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Menschen und Tieren gibt, verwundert es nicht, dass die Diskussion um den moralischen Status von Tieren mittlerweile solche Ausmasse angenommen hat. Die verwirrende Vielfalt an Fragen verschwindet allerdings schlagartig, sobald wir nicht mehr mit beiden Beinen auf dem Boden der Theorie stehen, sondern zumindest ein Bein auf den Boden der Realität setzten – und uns fragen: Worum geht es denn hier eigentlich, bzw.: worum sollte es hier vernünftigerweise gehen?
Dann sehen wir nämlich, dass es um empfindungsfähige Wesen geht, denen so lange unbeschreiblich grauenhaftes Leiden zugefügt werden wird, als wir ihnen keine eigenständigen moralischen Rechte zugestehen. Und plötzlich erscheinen die zunächst in der Tat bedrohlich massiven und zahlreichen Unterschiede zwischen Menschen und Tieren in einem völlig anderen Licht:

Egal was auch immer der Mensch können mag, was Tiere nicht können – warum um alles in der Welt soll das eine Rechtfertigung dafür sein, sie zu quälen? Warum soll man Wesen lebenslang einsperren dürfen, weil sie keine mathematischen Gleichungen lösen können? Warum soll man sie umbringen und aufessen dürfen, weil sie keine Sinfonien komponieren können? Warum soll man mit ihnen grausame Experimente machen dürfen, weil sie keine Liebesgedichte schreiben können? Und warum soll man ihnen bei lebendigem Leib die Haut abziehen dürfen, weil sie keine Religion haben?

Um diese Fragen geht es und um sonst überhaupt nichts! Entscheidend ist einzig und allein diese Gemeinsamkeit von Menschen und Tieren: Tiere sind wie wir leidensfähige Wesen, die nichts so scheuen, als leiden zu müssen. Angesichts dieser Gemeinsamkeit verlieren alle Unterschiede zwischen Menschen und Tieren jegliche moralische Bedeutung. Und da die einzige Möglichkeit, Tieren namenloses Leid zu ersparen, darin besteht, ihnen moralische Rechte zu verleihen, sollen wir dies tun.

Helmut F. Kaplan


Helmut F. Kaplan ist Berater und Sprecher für ethische Grundfragen bei Animal Peace sowie Autor von «Leichenschmaus» und Herausgeber von «Warum ich Vegetarier bin» (rororo).

Homepage des Autors: Tierrechte.



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