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Könnte man Tiere nicht auch leidensfrei aufziehen und töten?

Behauptung:

Die Fleischproduktion ist nicht notwendig mit Leiden verbunden. Man könnte die Tiere auch so aufziehen und töten, dass ihnen dabei kein Leiden zugefügt wird. Deshalb ist Fleischessen auch nicht grundsätzlich falsch.

Richtigstellung:

1. Es bedarf schon einer ziemlichen Selbstüberlistung, um hieraus eine Rechtfertigung für das Fleischessen abzuleiten. Denn die entscheidende Frage ist ja überhaupt nicht: «Kann man Tiere prinzipiell leidensfrei aufziehen und töten?», sondern: «Wie werden die Tiere tatsächlich aufgezogen und getötet?» Und Tatsache ist, dass das Fleisch, das wir im Geschäft oder Supermarkt kaufen, von Tieren stammt, die im Leben und beim Sterben gelitten haben. Die Frage ist also nicht: «Ist es überhaupt richtig, Fleisch zu essen?», sondern: «Ist es richtig, dieses Fleisch zu essen?» (Peter Singer)

Wer sein konkretes Fleischessen mit einer angeblichen prinzipiellen Möglichkeit, Tiere leidensfrei aufzuziehen und zu töten, rechtfertigt, der handelt wie der, der kleine Kinder als Heizmaterial verwendet und sich dabei damit rechtfertigt, dass er auch Holz nehmen könnte.

2. Leidensfreie Methoden für Aufzucht, Transport und Schlachtung für die Milliarden von Tieren, die heute jährlich verarbeitet werden, sind ganz bestimmt niemals realisierbar, und zwar aus (mindestens) einem ganz einfachen Grund: Sie wären nicht bezahlbar. Die Idee einer leidensfreien «Tierproduktion» grossen Stils ist absolut unrealistisch.

3. Auch die sogenannte biologische Tierzucht ist, wenngleich tiergerechter als die Massentierhaltung, weit davon entfernt, ein leidensfreies Leben und Sterben der Tiere zu gewährleisten. Dies vor allem deshalb, weil das primäre Ziel dieser Form der Tierzucht ja nicht darin besteht, die Tiere glücklich zu machen (dafür gäbe es vielleicht geeignetere Methoden, als sie umzubringen!), sondern den Menschen natürliches, gesundes Fleisch zu liefern.

Folgerichtig unterscheidet sich die biologische Tierzucht, wie schon ihr Name sagt, von der normalen Tierzucht vor allem in bezug auf die Aufzucht und Haltung, aber nicht in bezug auf die Schlachtung.

Hinzu kommt: Sollten die Tiere wirklich human aufgezogen werden, so wird die Schlachtung und alles, was dem eigentlichen Schlachtvorgang vorausgeht (zum Beispiel das Sehen, Hören, Riechen und Fühlen, was jetzt bevorsteht), ein um so schockierenderes und um so grauenvolleres Erlebnis sein: An liebevolle Behandlung durch den Menschen gewöhnt, wird das Tier völlig unvorbereitet der barbarischen Rücksichtslosigkeit und Brutalität des Schlachtbetriebs, der Hölle schlechthin ausgeliefert.

Aber selbst wo die alternativen Fleischproduzenten versuchen sollten, auch bei der Schlachtung tiergerecht zu sein (was immer dies in diesem Zusammenhang bedeuten soll), bleibt die Tatsache bestehen, dass sich das Umbringen nun einmal nur in sehr engen Grenzen biologisch gestalten lässt!

All diese Überlegungen treffen auf das Fleisch, das wir im Geschäft oder im Supermarkt kaufen, aber ohnehin nicht zu. Hier haben wir die absolute Gewissheit, dass die Tiere, von denen dieses Fleisch stammt, vom ersten bis zum letzten Atemzug schwerste Qualen und Misshandlungen erlitten haben.


Dies ist ein Auszug aus dem vergriffenen rororo-Taschenbuch «Leichenschmaus – Ethische Gründe für eine vegetarische Ernährung» von Helmut F. Kaplan, ISBN 3-499-19513-5, Seite 197f.

Homepage des Autors: Tierrechte.

Siehe dazu auch das SVV-Infoblatt: «Humanes» Schlachten.



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